Wirtschaft

Matthias Chapman
Ressortleiter Wirtschaft


Zu viel, zu wenig oder gerade recht?

Aktualisiert am 30.10.2012

Die UBS erntet Beifall von den Kommentatoren für ihre heute angekündigte Verkleinerung der Investmentbank. Sie sei «Vorreiter», heisst es etwa. Aber der Schritt sei nicht ohne Risiko.

Die UBS wirft Ballast ab; ob es reicht, wird sich in den nächsten Jahren weisen: Schneeschaufeln bei einer Filiale der Bank. (Archivbild)

Die UBS wirft Ballast ab; ob es reicht, wird sich in den nächsten Jahren weisen: Schneeschaufeln bei einer Filiale der Bank. (Archivbild)
Bild: Keystone

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«Die UBS (UBSN 16.59 0.06%) geht zurück in die Zukunft», titelt das «Wall Street Journal» online, nachdem die Bank den Abbau von 10'000 Jobs bekannt gegeben hat. Indem die Bank den Investmentbereich verkleinere, gehe sie auf die Anfänge von Warburg zurück. Die 1934 gegründete Londoner Investmentbank hatte der Bankverein 1995 übernommen. Sie ging bei der Hochzeit mit der SBG in die neue UBS über.

Die neue Strategie sei allerdings nicht ohne Risiko, schreibt das «Wall Street Journal» weiter. Es sei noch nicht bewiesen, ob die verschlankte Investmentbank auch erfolgreich arbeiten könne. Es würde auch viel Zeit brauchen, Geschäftsbereiche herunterzufahren, mahnt das Finanzblatt an.

«UBS wird Druck auf andere Banken erhöhen»

Die Bestnote erhält die UBS vom deutschen «Handelsblatt». «Schweizer Vorreiter», titelt die Wirtschaftszeitung auf ihrer Onlinesite. Der Schritt der Grossbank sei «mutig und richtig». Solche Anpassungen würde die ganze Branche noch treffen. «Die UBS wird damit den Druck auf andere Banken erhöhen», so der Kommentar.

Die Bank habe sogar noch radikaler gehandelt, als man es hätte annehmen können. Denn der Druck habe in den letzten Wochen sogar noch etwas abgenommen, weil die Notenbanken die Märkte mit billigem Geld fluteten und damit den Investmentbanken nochmals zu einem starken Quartal verholfen. Aber die UBS sei dieser Versuchung nicht verfallen.

«Der Verteilkampf hat erst begonnen»

«Die UBS bricht mit der Vergangenheit», schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» in ihrem Kommentar. «Träume und Visionen, in der kleinen Gruppe der weltweit führenden Investmentbanken mitzumischen, werden endgültig begraben.» Auch die «NZZ» mutmasst, dass die Neuausrichtung der UBS weiter Banken veranlassen könnte, ihre Strategie zu überdenken. Die UBS habe heute eine «grossen Schritt in die Zukunft» gewagt, folgert das Blatt.

«Der Verteilkampf hat erst begonnen», heisst es auf der Website der «Handelszeitung». Das ist eine Anspielung auf den intensiver werdenden Verteilkampf im Private Banking. Die kleinen Privatbanken würden jetzt noch mehr unter Druck geraten. Und mit Verweis auf die jüngsten Indiskretionen aus dem innersten Kreis der Bank heisst es: «Seit Wochen breiteten Medien aus England und den USA brühwarm UBS-Internas aus – die Lecks kommen von den Angelsachsen und sind der Auftakt des kommenden Verteilkampfs.» Die Schweizer Fraktion in der Bank müsse aufpassen, dass sie am Schluss nicht als Verlierer dastehe. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2012, 18:50 Uhr

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