Wirtschaft

Xstrata-Aktionäre stemmen sich gegen Mega-Fusion

Aktualisiert am 07.02.2012 43 Kommentare

Es ist die grösste Fusion in der Geschichte der Bergbaubranche: Glencore und Xstrata sind sich über einen Zusammenschluss einig geworden. Doch die Xstrata-Aktionäre proben bereits den Aufstand.

Wächst und wächst: Glencore, Hauptsitz in Baar.

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Bild: Reuters

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Der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore (GLEN 4.078 0.92%) mit Sitz im Kanton Zug und der britisch-schweizerische Bergbaukonzern Xstrata wollen fusionieren. Britische Aktionäre stemmen sich aber bereits gegen den Plan, durch den ein 90-Milliarden-Megakonzern entstehen würde.

Die Aktionäre sollen bei der Fusion 2,8 Glencore-Aktien pro Xstrata-Anteilsschein erhalten, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. 34 Prozent des Bergbaukonzerns gehört Glencore bereits. Die übrigen Aktionäre können bei einer Bewertung von Xstrata mit 1,2901,10 Pence pro Titel mit einer Prämie von rund 15 Prozent rechnen.

Kaum sind die Pläne bekannt, regt sich auch schon Widerstand: Die britische Standard Life Investments, der viertgrösste Anteilseigner, ist mit dem Deal unzufrieden. Auch das Londoner Finanzhaus Schroders findet die gebotenen 41 Milliarden Dollar für jene 66 Prozent der Aktien, die nicht schon Glencore gehören, zuwenig.

«Damit es kein höheres Angebot braucht, wird sich das Management von Xstrata stark anstrengen müssen, um die Aktionäre von der strategischen Bedeutung zu überzeugen, da die Synergien eher tief sind», schrieben Experten der Credit Suisse. Nach der Fusion sollen Synergien von einer halben Milliarde Dollar drinliegen.

Dominierende Marktstellung

Laut dem Finanzdatendienstleister Thomson Reuters besitzen die beiden britischen Fusions-Kritiker zusammen 3,6 Prozent der Xstrata- Aktien. Sollten Standard Life und Schroders weitere Aktionäre auf ihre Seite bringen, können sie Glencores Pläne durchkreuzen, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt.

Neben den Aktionären dürften auch die Wettbewerbsbehörden kritisch auf die geplante Fusion blicken. Glencore und Xstrata würden einen grossen Teil des Marktes für Kraftwerkskohle, Kupfer oder Zink beherrschen. Regierungen auf der ganzen Welt könnten sich fragen, inwieweit ein solcher Konzern Einfluss auf den Handel mit Nahrungsmitteln, Industriegütern und Energie haben wird.

Milliardengewinne im Jahr 2011

Der Mega-Konzern soll die ganze Wertschöpfungskette im Rohstoffgeschäft abdecken, von der Förderung in den Bergwerken über den Transport bis zum Verkauf. Die Gruppe will verstärkt in die derzeit wichtigen Abbauregionen wie dem afrikanischen Kupfergürtel (Sambia und Kongo), Kasachstan und Südamerika investieren.

Die «Glencore Xstrata International plc», die noch dieses Jahr entstehen soll, kommt zusammen auf einen Marktwert von etwa 90 Milliarden Dollar, wie die beiden Unternehmen in einer Mitteilung festhielten. Der neue Konzern wäre das umsatzstärkste aller in der Schweiz domizilierten Unternehmen.

Glencore hat im vergangenen Jahr 186,2 Milliarden Dollar Umsatz hereingeholt und 6,5 Milliarden Dollar Betriebsgewinn erwirtschaftet. Xstrata weist für 2011 einen Umsatz von 33,9 Milliarden Dollar und 11,7 Milliarden Dollar Betriebsgewinn aus.

Behörden schauen genau hin

Konzernchef des neu zu schaffenden Konzerns würde der Südafrikaner Mick Davis, bisher Chef von Xstrata. Ivan Glasenberg, Schweizer südafrikanischer Herkunft und Chef von Glencore, würde sein Stellvertreter.

Davis und Glasenberg sollen auch im Verwaltungsrat sitzen. Das Aufsichtsgremium leiten würde der aktuelle Xstrata-Präsident, der Brite Sir John Bond. Sir John, der früher Präsident des Bankenimperiums HSBC und des Telekommultis Vodafone war, ist dagegen nicht für einen Sitz in der Konzernleitung vorgesehen. (bru/sda)

Erstellt: 07.02.2012, 13:06 Uhr

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43 Kommentare

Marc Peer

07.02.2012, 08:39 Uhr
Melden 52 Empfehlung 0

da fragt man sich dann, wo da noch ein 'markt' spielen soll, wenn die grössten firmen immer noch grösser werden. wie gross müssen firmenkonglomerate sein, damit sie den nationalstaaten und demokratien ihre eigenen regeln diktieren können? Antworten


Werner Meier

07.02.2012, 10:05 Uhr
Melden 47 Empfehlung 0

Hätten wir ein funktionierendes Rechtssystem, wären die Verantwortlichen von Glencore und Xstrata längst im Gefängnis wegen Ausbeutung, Menschenrechtsverletzung, Umweltverschmutzung, Korruption, u.a. Aber eben, wer Geld hat hat mehr Recht als Andere. Antworten



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