Wirtschaft
Wo bleibt die Idée Suisse?
Von Rolf Hürzeler. Aktualisiert am 24.03.2012 26 Kommentare
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Ein kleines Stück Heimat geht verloren. Wir dürfen nur noch bis Ende Jahr die vertrauten Kürzel DRS 1 oder DRS 3 fürs Radio verwenden, wie gestern bekannt wurde. Dann wird alles neu.
Nur nicht weinerlich werden, wir kennen das: Ende der 90er-Jahre musste wir uns an den Zungenbrecher «SRG SSR Idée Suisse» gewöhnen. Wer ihn nach langem Üben intus hatte, kriegte ihn wie eine hartnäckige Schlagermelodie nicht mehr los. Der damalige Generaldirektor Armin Walpen hatte diese Marke eingeführt, um schweizerische Solidarität zu signalisieren. Die Romands und Tessiner sollten keine Angst haben, die Zürcher nähmen ihnen die eigenen Radio- und TV-Kanäle weg.
Chefs müssen Präsenz markieren
Nun ist mit SRG-SSR-Generaldirektor Roger de Weck (notabene ohne «Idée») und mit Ruedi Matter als Radio- und Fernsehdirektor eine neue Crew an der Spitze. Davon hat das Radio- und TV-Publikum nach gut einem Jahr in den Programmen zwar noch nicht viel gemerkt.
Trotzdem müssen die neuen Chefs markieren, dass sie da sind. Wenn nicht mit spektakulären Sendungen, so doch mit neuen Logos. Das ist nicht verwerflich: Alle neuen SRG-Führungskräfte haben in den letzten Jahrzehnten frische Etiketten gewählt; wahrscheinlich ein Passus im Arbeitsvertrag.
Dann wird wieder alles anders
Nach dem Verzicht auf die Idée bei der SRG in Bern kommen jetzt neue Radio-Embleme. Dieses hiess bisher ausgeschrieben «Radio der deutschen- und rätoromanischen Schweiz». Nun fallen die Rätoromanen weg, nicht ganz im Sinn der Idée Suisse. Es kommen die Kürzel SRF 1, SRF 2 Kultur etc., ausgeschrieben «Schweizer Radio/Fernsehen 1» oder «Schweizer Radio/Fernsehen 2 Kultur». Alles klar?
Nicht ganz. Noch gibt es kein neues Logo für das Schweizer Fernsehen. Aber die Radio-Fernseh-Direktion hat den Mitarbeitern versprochen, dass auch am Bildschirm bald ein neues Logo flimmern wird. Bleibt eine Frage offen: Wie lange bleiben diese Logos aktuell? Genau! So lange, wie diese Führungscrew im Amt ist. Dann wird wieder alles anders. Übrigens: In der Sprache der Logo-Leute heisst SRF 1 «branded house» oder frei übersetzt: «gezeichneter Laden».
Rolf Hürzeler ist Redaktionsleiter der Zeitschrift «Kulturtipp». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.03.2012, 13:29 Uhr
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26 Kommentare
Was ich unlogisch finde: SRF heisst Schweizer Radio und Fernsehen. Wenn ich aber SRF 1 höre, dann höre ich doch nur Radio und schaue nicht auch noch fern. Wieso denn noch das F im Logo? Konsequenterweise müsste es fürs Radio SR heissen, analog zu SF beim Fernsehen. SR ist aber bereits durch den Saarländischen Rundfunk besetzt. Oder heisst SF 1 bald auch SRF 1? Oder wie trennt man SRF 1 und SF 1? Antworten
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