«Die mediale Diskussion hat einen Effekt auf den Geldabfluss»
Aktualisiert am 09.02.2010 27 Kommentare
10.18 Uhr:Die Pressekonferenz ist beendet.
10.10 Uhr:Für variable Personalkosten wurden 2009 drei Milliarden Franken gebucht, nach 1,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Wegen der Langfristigkeit der Bonus-Zahlungen ist aber nicht bekannt, wie viel die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) genau ausbezahlt: «Drei Milliarden Franken sind verbucht, aber das heisst nicht, dass die Angestellten auch genau diesen Betrag erhalten», sagt Finanzchef Cryan.
«Die Boni wurden von der UBS bestimmt», sagte Cryan mit Blick auf das regulatorische Umfeld und die Finanzaufsichtsbehörde Finma. Da die Bundesbeteiligung an der UBS im vergangenen Sommer geendet hatte, kann die Finma bei den Boni-Zahlungen nicht mehr direkt mitbestimmen.
9.55 Uhr:«Die mediale Diskussion über den Steuerstreit mit Frankreich, Italien und Deutschland hat klar einen Effekt auf die Kunden und den Geldabfluss», sagt Grübel.
9.50 Uhr:Zu den gestohlenen Steuerdaten-CDs sagt Grübel: «Wir wissen nicht, ob UBS-Kunden auf den CDs sind.» So lange nicht klar ist, welche Banken vom Datenklau betroffen sind, wird im Geschäft mit deutschen Kunden aber wohl auch bei der UBS weiterhin eine Unsicherheit mitschwingen.
9.38 Uhr:«Vom automatischen Informationsaustausch sind wir noch weit entfernt», beantwortet Grübel eine Frage eines Analysten. Er sagt auch: «Der Steuerstreit mit der EU betrifft die UBS weit weniger als andere Banken. Wir verwalten viel Vermögen von Nicht-Europäern.»
9.35 Uhr:Konzernchef Oswald Grübel zeigt sich überzeugt, dass «mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen». Die Transformation der UBS sei entschlossen vorangetrieben worden und die Bank sei heute «fokussiert, effizient und robust».
9.30 Uhr:Die UBS-Aktie fällt auf 13,77 Franken. Das sind 2,75 Prozent weniger als am Vorabend. Schwer auf dem Magen scheint den Investoren der Geldabfluss von gesamthaft 147,3 Milliarden Franken zu liegen. Unter anderem wegen der italienischen Steueramnestie ist der Abfluss zwischen Oktober und Dezember mit 56,2 Milliarden Franken im Vergleich zu den Vorquartalen wieder angeschwollen.
9.27 Uhr:Oswald Grübel und John Cryan beantworten jetzt Fragen von Analysten und Journalisten.
9.26 Uhr:15,4 Prozent weist die UBS als sogenannte Tier-1-Quote (Kernkapitalquote) aus. Das bedeutet, dass jeder siebte Franken der Risiken mit eigenem Geld unterlegt ist. Das ist international eine hohe Quote, die im Branchenvergleich als gut gilt.
9.17 Uhr:John Cryan sagt, dass in Asien im letzten Quartal Kundengelder zugeflossen seien. Ein positives Zeichen im gesamten Nettogeldabfluss.
9.15 Uhr:Die grösste Belastung mit zwei Milliarden Franken auf dem Ergebnis seien Verluste auf eigenen Schuldtiteln wegen der wieder gestiegenen Kreditwürdigkeit. Negativ schlugen unter anderem der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual und Restrukturierungskosten zu Buche.
9.07 Uhr:Die UBS-Aktie notiert kurz nach Handelsstart mit 1,62 Prozent im Minus. Ein Papier kostet zurzeit 13.93 Franken.
9.07 Uhr:UBS-Finanzchef John Cryan erläutert die Details zum Ergebnis.
9.07 Uhr:«Wir sind immer noch eine der grössten Vermögensverwalterinnen auf der Welt», sagt Grübel. In ein paar Minuten wird er Fragen von Investoren und Journalisten beantworten.
9.05 Uhr:Grübel betont, dass die UBS in Zukunft nicht nur in einem Quartal, sondern über das gesamte Jahr in die Gewinnzone zurückkehren müsse. Er sagt auch, dass das oberste Ziel sei, die Geldabflüsse zu stoppen.
9.00 Uhr:Die Pressekonferenz beginnt. UBS-Chef Oswald Grübel verkündet, dass die UBS im vergangenen Jahr profitabel in allen Divisionen war. Er zeigt sich zufrieden darüber.
Vor der Pressekonferenz:
Dank verminderter Risiken und tieferen Kosten weist die grösste Schweizer Bank im Schlussquartal 2009 einen Gewinn von 1,205 Milliarden Franken aus. Die Analysten hatten mit 320 bis 370 Millionen Franken gerechnet.
Im Gesamtjahr 2009 steht immer noch ein enormer Verlust von 2,74 Milliarden Franken. Gemessen am Mammut-Minus von 21,29 Milliarden Franken im Vorjahr wiederspiegelt das Konzernresultat aber die Bemühungen, im Zuge des Neuaufbaus der Bank die Zahlen wieder ins Lot zu bringen.
Geldabfluss bleibt ein Problem
Nicht gegriffen haben die diversen Massnahmen gegen den Neugeldabfluss. Das Vertrauen der Kunden in die Zürcher Grossbank ist immer noch ein ernsthaftes Problem: Auf das ganze Jahr gesehen wurden Vermögen in Höhe von 147,3 Milliarden Franken abgezogen, davon allein 56,2 Milliarden Franken im vierten Quartal. Tag für Tag zogen die Kunden über 600 Millionen Franken ab. Konzernchef Oswald Grübel erwartet kurzfristig weiterhin eine negative Neugeldentwicklung verbunden mit Margendruck.
Insgesamt verwaltete die UBS Ende 2009 Vermögen in der Höhe von über 2200 Milliarden Franken. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Plus von 3 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal ist es allerdings ein Minus von 1 Prozent. Die UBS gilt als zweitgrösste Vermögensverwalterin auf der Welt. (bru)
Erstellt: 09.02.2010, 12:37 Uhr
Kommentar schreiben
27 Kommentare
Man hat allen Grund, die überhöhten Boni der Banker und die unrühmliche Vergangenheit zu kritisieren. Aber man sollte jetzt bitte auch zur Kenntnis nehmen, dass die UBS wieder auf dem rechten Weg ist und damit die System-Risiken für die Schweiz abnehmen. Der Geldabfluss von -147 Mrd. ist nicht gut, aber man sollte dies in Relation zu den 2'233 Mrd. verwalteten vermögen setzen. Antworten
Wirtschaft
Wirtschaft
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
3308 Stimmen


















































































