«Wir haben Oswald Grübel bekniet»
Aktualisiert am 25.09.2011 85 Kommentare
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Hatte er nun den Rückhalt des Verwaltungsrats oder nicht? Laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» ist Oswald Grübel nicht aus freien Stücken zurückgetreten. Der Verwaltungsrat sei nicht mehr einstimmig hinter ihm gestanden, zitiert das Blatt einen nicht namentlich genannten UBS-Manager. Anders tönt die Version von UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger in der «NZZ am Sonntag». Der UBS-Chef habe sich nicht mehr dazu überreden zu lassen, zu bleiben. «Wir haben Oswald Grübel bekniet, dass er bleibt», sagt Villiger.
Der Verwaltungsrat sei der Ansicht gewesen, dass in der momentanen Lage Kontinuität von Vorteil und Grübel ein guter Krisenmanager sei. Aber wenn Grübel einmal eine Meinung habe, sei es schwierig, ihn davon abzubringen. «Ich habe im Gespräch mit ihm gespürt, dass ihn der Verlust in London sehr verletzt hat. Er argumentierte wiederholt: Das verstehe niemand, er könne niemandem erklären, dass ein einzelner Händler einfach so 2,3 Milliarden verliere.»
«Kein Herr der Vergangenheit»
Von strategischen Differenzen zwischen dem Verwaltungsrat und Grübel könne keine Rede sein. «Anders als stets behauptet wurde, war Grübel nicht der von der Vergangenheit geprägte alte Herr, der nicht weiss, was in Zukunft gilt. Er forderte Anfang Jahr, die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) solle zu den ersten Banken gehören, die sich auf die neue Lage einstellen», sagt Villiger mit Blick auf die Euro-Krise und die Diskussion über das Festhalten an der bisherigen Geschäftspraxis der Grossbank.
Der interimistische UBS-Chef Sergio Ermotti erhält von Villiger Vorschusslorbeeren. «Er hat viel Erfahrung und bringt sehr viel mit, was es für die Führung der Bank braucht», sagt der Verwaltungsratspräsident. Er finde auch gut, dass Ermotti Schweizer sei. Bei der Frage, ob der Tessiner den Chefposten auf Dauer übernehmen wird, wollte sich Villiger allerdings nicht festlegen. «Ich kann erst ein abschliessendes Urteil fällen, wenn ich die ganze Auswahl an Kandidaten sehe.»
Investmentbanking soll abspecken
Axel Weber, der nächstes Jahr als Vizepräsident der UBS beginnt, bevor er Villiger als VR-Präsident ablöst, soll als externer Berater in die Kandidatensuche einbezogen werden. Am Plan für seine eigene Nachfolge will der Alt-Bundesrat festhalten. Es sei nicht optimal, wenn der Präsident und der Konzernchef gleichzeitig abtreten würden, sagt er. Axel Weber erhalte so die Gelegenheit, sich intensiv einzuarbeiten. «Wir sehen keinen Anlass, diesen Plan zu ändern.»
Festhalten will Villiger auch am Investmentbanking, allerdings brauche es dort Änderungen: «Die Investmentbank muss ihre Komplexität verringern, mit weniger Kapital auskommen und ihre Risiken zurückfahren. Sie bleibt aber ein integraler Bestandteil der UBS. » (miw)
Erstellt: 25.09.2011, 12:24 Uhr
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