Wirtschaft

Christian Lüscher
Reporter


Werden Sie mit diesen Start-ups reich

Aktualisiert am 11.05.2012 9 Kommentare

Die Mehrheit von uns wird beim Börsengang von Facebook keine Aktien kaufen können. Es gibt aber sechs Schweizer Internet-Start-ups, die man als Anleger nicht aus den Augen verlieren sollte.

1/6 Die Inzair-Gründer arbeiten am Nachfolger der SMS. Das Produkt will Platzhirsche wie Whatsapp, iMessage, Kik oder Applikationen von Google und Facebook konkurrenzieren.

   

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Für viele Kleinanleger wird es wohl unmöglich sein, im grossen Stil in Facebook-Aktien zu investieren (siehe Bericht DerBund.ch/Newsnet). Es gibt allerdings passable Alternativen. Auch in der Schweiz werkeln ehrgeizige Internetunternehmen an Ideen, die eine Geldanlage wert sind. Sie finden an dieser Stelle eine von Natur aus unvollständige Liste jener Jungunternehmen, die Potenzial haben – sei es, weil sie schon ein rasantes Wachstum an Nutzern verzeichnen, weil sie Investoren anziehen, oder weil sie durch eine ungewöhnliche Idee stark im Markt auffallen.

Webdoc – virtuelles Poster im Web

«Wir sind ein Webcanvas, um mit allen Versatzstücken, die man im Web findet, schnell und einfach einen Multimediapost zu basteln», so beschrieben die Gründer von Webdoc ihr Produkt in der österreichischen Zeitung «Der Standard» kurz nach dem Start im Dezember. Für den Laien: Webdoc bietet die Möglichkeit, Collagen aus Videos, Bildern, Text und Sounds herzustellen. Das Start-up ist gut gestartet und hat schon einige Finanzierungsrunden hinter sich. Mittlerweile beschäftigt es über 15 Mitarbeiter, die sich auf Entwicklung, Design und Marketing verteilen. Userzahlen sind noch nicht bekannt. Dass hierzulande noch wenig von Webdoc zu hören ist, liegt vermutlich daran, dass der Grossteil der Nutzer bisher aus Brasilien und den USA stammt. Der Dienst ist komplett kostenlos und soll es laut den Gründern auch bleiben. Mit Werbeeinblendungen sollen dereinst Erträge generiert werden.

Inzair – Konkurrenz zu SMS und Whatsapp

Das 2010 gegründete Genfer Start-up plant eine regelrechte Mobile-Revolution. Die Macher arbeiten nämlich am Nachfolger der SMS. Das Jungunternehmen nimmt Platzhirsche wie Whatsapp, iMessage, Kik oder Applikationen von Google und Facebook ins Visier. Und der Plan könnte aufgehen: Das Produkt bietet heute mehr Features an als die Konkurrenz. Beispielsweise die Möglichkeit, das Datum und die Zeit zu wählen, wann der Empfänger seine Nachricht erhalten soll. Und: Mit Inzair ist es möglich, Fotos und Videos zu senden. Mit einem selbst aufgebrachten Gründungskapital von 100'000 Franken und nochmals derselben Summe von Business Angels hat das Unternehmen bisher die Entwicklung finanziert. Nach Angaben des Zürcher Start-up-Blogs Startwerk konnte das Unternehmen Anfang Jahr Geldverhandlungen führen, die den Betrieb bis Mitte 2012 sichern. Für die Zeit danach und die Investition in eine breite Marketingkampagne zielen die Gründer auf eine grosse Venturecapital-Runde um 10 Millionen Franken, wie Startwerk weiss. Von diesem Geld will Inzair 75 Prozent in Produktwerbung stecken und rasch in andere Märkte vorstossen.

Getyourguide – global-lokale Reisevermittlung

Getyourguide vermittelt Ferienaktivitäten. Ursprünglich wollten die Macher einen Dienst anbieten, auf dem sich jedermann als Reiseführer anbieten kann. Heute ist die Onlineplattform allerdings ein Marktplatz, der sämtliche lokale Dienstleistungen anbietet. Anbieter aus aller Welt und allen Sektoren – Stadtführungen, geführte Rundreisen oder Extremsportaktivitäten – können um die Gunst Kulturinteressierter oder Abenteuerhungriger buhlen. Wie die «Bilanz» jüngst berichtete, ist der Cashflow trotz 45 Mitarbeitern positiv. Noch in diesem Jahr sollen die Märkte Frankreich, Spanien und Skandinavien erschlossen werden. Die zweite Finanzierungsrunde hat kürzlich zwei Millionen gebracht. Die Wachstumsaussichten sind enorm, wie die «Bilanz» schreibt: Vom weltweiten 30-Milliarden-Dollar-Markt werden erst zwei Prozent online abgewickelt, die US-Konkurrenten Viator und Expedia Destination Services machen bereits 150 beziehungsweise 100 Millionen Umsatz. Getyourguide steht vor einer vielversprechenden Zukunft.

Appaware – Ordnung im App-Dschungel

«Wir helfen Dir beim Entdecken von coolen Apps», so bringen die Unternehmer von Appaware ihr Produkt auf eine einfache Formel. Übersicht in den wuchernden App-Dschungel zu bringen, das hat ohne Zweifel Potenzial. Dabei hat man sich auf den stark wachsenden Android-Markt konzentriert. 600'000 Android-Apps gibt es bereits, täglich kommen 1200 neue dazu. Appawares Service ist es, den Markt nach Trends zu durchsuchen und dem Nutzer aufgrund seines Profils passende Apps zu empfehlen. Appaware ist kostenlos und soll es laut den Gründern auch bleiben. Die Geldquelle sieht das Start-up woanders: Anbieter sollen ihre Apps gegen Gebühr prominent platzieren können.

Localuncle – ortsbasierte Fragen in Echtzeit

Das Prinzip von Localuncle ist einfach: Nutzer können beispielsweise Fragen nach Ausflugstipps zu einer Stadt stellen. Die Frage geht an den Followerkreis auf Localuncle, der virtuelle Freundeskreis kann dann Empfehlungen abgeben. Eine Verknüpfung mit Google sorgt dafür, dass die Tipps gesammelt und auf einer Karte angezeigt werden. Wie die Schweizer Gründer mit Büros in New York dem Start-up-Blog Startwerk kürzlich sagten, habe ein Dienst für ortsbasierte Fragen in Echtzeit grosses Potenzial. Das Feld sei «mindestens so gross wie Twitter», meinte der CEO. Tatsächlich ist der Markt lukrativ und an Konkurrenz mangelt es nicht. Eben startete zum Beispiel der Dienst Locql. Mit Localmind und Loquest existieren ausserdem zwei weitere Start-ups aus den USA und Frankreich.

Housetrip – Villa zum Preis eines Hotelzimmers

Airbnb gilt unter Experten als «The Next Big Thing» im Internet. Der Dienst aus San Francisco bietet weltweit Zugriff auf Tausende Privatunterkünfte. Aber auch in der Westschweiz haben zwei Unternehmer das Geschäft mit Privatwohnungen und Ferienappartements entdeckt und bieten seit 2009 ein entsprechendes Angebot an. Housetrip behauptet von sich, «Europas grösste Internetseite für Buchungen und Vermietungen von hochwertigen Privatwohnungen und Ferienappartements» zu sein. Das Angebot umfasst in diesen Tagen bereits 65'000 private Wohnungen und Häuser an mehreren Tausend Orten weltweit, aber vorwiegend in Europa. Aktuell werden insgesamt rund 80 Personen beschäftigt. Sollte es Housetrip gelingen, zu einem führenden Anbieter in diesem Bereich zu werden, wartet immerhin ein Marktvolumen von jährlich 85 Milliarden Dollar auf das Start-up. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.05.2012, 13:11 Uhr

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9 Kommentare

Walter Boshalter

11.05.2012, 13:24 Uhr
Melden 30 Empfehlung 0

Ähm, gibt es neben diesen variabeln Web2.x-Klonen auch Aktienempfehlungen für Startups, die Produkte aus industrieller Wertschöpfung bereithalten? Antworten


Oskar Meier

11.05.2012, 13:43 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Interessant, dass die Webseiten alle ähnlich aussehen und dem gerade angesagten "Twitt-book-Style" gleichen. Antworten



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