«Wer will, kann uns ausspionieren»
Von Erika Burri. Aktualisiert am 24.12.2010 16 Kommentare
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Bruno Baerisyl ist seit dem 1. August Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich.
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Heute werden viele iPhones unter dem Weihnachtsbaum liegen. Die iPhone-Applikationen (Apps) stehen in der Kritik, Nutzerdaten ohne Erlaubnis zu erfassen. Schlimm?
Störend daran ist, dass gewisse Apps Daten sammeln, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Dazu gehören Daten über Alter, Geschlecht, Hobbys und auch Kontakte, die in unseren Handyadressbüchern gespeichert sind. Einige Apps geben diese Informationen sogar an Dritte weiter. Smartphone-Nutzer haben keine Möglichkeit, das zu verhindern.
Dritte sind vor allem Werbefirmen, die uns dann Anzeigen schicken, die uns interessieren könnten.
Es sind aber längst nicht nur Werbeunternehmen, die sich für Informationen über uns interessieren. Hinzu kommt noch eine weitere Dimension: Jedes Handy hat eine eindeutige Identifikationsnummer und kann geortet werden. Das bedeutet, dass jemand über sein Handy getrackt, also verfolgt werden kann.
Das ist praktisch. So kann uns zum Beispiel die SBB-App anzeigen, wo sich der nächste Bahnhof befindet oder wie wir auf dem schnellsten Weg nach Hause kommen.
Sind Sie sicher, dass alle Apps, die uns irgendwo hinführen, uns den schnellsten Weg zeigen? Könnte ja auch sein, dass das Programm einen kleinen Umweg vorschlägt, damit wir noch an diesem Geschäft oder an jener Bar vorbeikommen, die auf unser Interessenprofil passen.
Das würde ich merken.
Wenn Sie sich nicht auskennen, wissen Sie nicht, wo Sie die App hinführt. Wenn der Ort, wo wir uns aufhalten und unsere Interessen bekannt sind, sind wir leicht manipulierbar.
Die Leute verlangen nach personalisierten Apps.
Ja, aber sie wollen nicht manipuliert werden. Und solange die App-Anbieter nicht transparent machen, was sie mit den Angaben über uns anstellen und an wen sie diese weitergeben, kann Manipulation nicht ausgeschlossen werden.
Sie sind ein Schwarzmaler.
Nein. Ich denke einfach über den unmittelbaren Nutzen gewisser Apps hinaus. Über den GPS-Chip in meinem Handy ist es zudem möglich, ständig mitzuverfolgen, ob ich zu Fuss unterwegs bin, ob ich renne oder ob ich Auto fahre, in welchen Restaurants ich esse, wo ich einkaufe und so weiter. An solchen Informationen haben andere grosses Interesse.
Wer?
Ein Arbeitgeber, der die Handy-ID kennt, könnte zum Beispiel überprüfen, ob ein Mitarbeiter wirklich krank zu Hause im Bett liegt. Oder ob er nicht einfach schwänzt und in die Berge fährt. Ein Tracking ergibt ein Puzzle von Informationen über unsere Lebenssituation und unsere Gewohnheiten. Interesse daran haben auch Lebensversicherer und Krankenkassen. Eine Invalidenversicherung könnte theoretisch durch Tracken feststellen, dass jemand regelmässig joggen geht, obwohl er wegen eines Rückenleidens eine Rente erhält. Wer will, kann uns ausspionieren.
Ist das legal?
Arbeitgeber, die einen über Tracking verfolgen, handeln definitiv illegal und machen sich strafbar. Bei Versicherungen allerdings könnte das Ausspionieren durchaus gerechtfertigt sein: Betrüger zu entlarven ist ein überwiegendes Interesse der Versicherer. Einen Überwachungsfall mittels Tracking hatten wir bisher noch nicht. Aber Versicherungen dürfen bereits Verdächtigte mit Video überwachen.
Wie kann ich mich gegen Überwachung schützen?
Leider kann man bei iPhones und zum Teil auch anderen Smartphones noch viel zu wenige Sicherheitseinstellungen vornehmen, um seine Privatsphäre zu schützen. Doch bei Apps, die Datenschutzeinstellungen anbieten, sollte man diese auf jeden Fall nutzen. Wenn man nicht will, dass einen jemand orten kann, hilft es, das Handy einfach einmal auszuschalten.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.12.2010, 12:34 Uhr
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16 Kommentare
@Hans A. Müller: Wenn ein Handy ausgeschaltet ist, sendet es meines Wissens nicht mehr. Sie können es ja direkt neben ein Radio legen, dann hören sie allfällige Sendepulse. Meines stellt komplett ab. Ein Faraday-Käfig ist nicht die Lösung, denn wenn das Handy keinen Empfang mehr hat, fährt es einfach die Sendeleistung in der Tasche auf's Maximum hoch! Ausserdem ist der Akku schneller leer. Antworten
Tip : Legen sie Das smartphone in einem zug in den abfallbehälter zb in bern in einen zug der nach genf fährt und schon wäre das "chefchen " verwirrt wenn sie 10 minuten später bei ihm auf der matte stehen und übrigens das bewegungsprofil eines "büezers " ist ja so was von spannend !!! *ggggg* Antworten
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