«Wenn die Banker einen Kampf wollen, dann können sie ihn haben»

Aktualisiert am 21.01.2010 25 Kommentare

Barack Obama macht Ernst: Er will den Geldhäusern Zügel anlegen, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. In einer kämpferischen Rede kündigte er an, die Grösse der Banken begrenzen zu wollen.

So kann es nicht weiter gehen: Barack Obama liest den Bankern in einer Rede die Leviten.

So kann es nicht weiter gehen: Barack Obama liest den Bankern in einer Rede die Leviten.
Bild: Keystone

Künftig sollen riskante Operationen von Handelsbanken erheblich erschwert werden, erklärte US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus in einer kämpferischen Rede. Ohne schärfere Regeln würde das System nicht verändert, das in den vergangenen anderthalb Jahren ohne massive staatliche Hilfe zusammengebrochen wäre.

«Wir müssen das erledigen», sagte der Präsident. «Wenn diese Leute (Banker) einen Kampf wollen, dann können sie ihn haben.»

Im Kern strebt Obama an, das Investmentbanking stärker von den restlichen Geschäften zu trennen, damit Profitstreben weniger als bisher zu riskantem Verhalten anspornt. «Wir sollten den Banken nicht erlauben, dass sie sich zu weit von ihrer zentralen Aufgabe entfernen, nämlich ihre Kunden zu bedienen», sagte Obama.

In den vergangenen Jahren hätten zu viele Finanzinstitute das Geld der Steuerzahler risikoreich eingesetzt. Nach wie vor operierten die Banken unter den Regeln, die zum Kollaps des Finanzsektors geführt hatten, kritisierte der Präsident.

Er will etwa, dass Banken keine Hedge-Fonds oder Aktienfonds, die nicht den Kunden dienen, besitzen oder in solche Fonds investieren. «Wenn die Banken vom Sicherheitsnetz profitieren, das die Steuerzahler ihnen geben, ist es nicht angemessen, wenn sie dieses günstige Geld nehmen, um Profit zu machen.»

Gegen Mega-Banken

Ausserdem machte Obama einen Vorstoss zur Verhinderung von Mega- Banken. Die Amerikaner sollten nicht von einem Finanzsystem bedient werden, das lediglich aus wenigen grossen Konzernen bestehe. «Das ist nicht gut für die Konsumenten. Das ist nicht gut für die Wirtschaft», sagte Obama.

Die angekündigten Massregelungen müssen allerdings erst noch vom Kongress gebilligt werden. Obama schwenkte mit seinen Restriktionen zum ersten Mal auf die Linie seines Beraters, des ehemaligen Fed- Chefs Paul Volcker ein. Volcker hatte mit seiner Finanzpolitik in den 1980er-Jahren dazu beigetragen, die galoppierende Inflation in den USA einzudämmen.

Die Branche kündigte bereits Widerstand an: «Die bessere Antwort wäre, das Aufsichtssystem zu modernisieren und nicht die Industrie in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückzubringen», sagte Scott Talbott, Cheflobbyist der Gruppe Financial Services Roundtable.

Kursverluste wegen Obamas Plänen

Die US-Börsen sind wegen der Sorge vor einer deutlichen Verschärfung der Finanzmarktregeln auf Talfahrt gegangen. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 verzeichneten den schlechtesten Handelstag seit Oktober.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,01 Prozent schwächer bei 10.389 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 10'374 und 10'614 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P- 500 sank um 1,9 Prozent auf 1116 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,1 Prozent auf 2265 Punkte. (bru/ddp/sda)

Erstellt: 21.01.2010, 22:47 Uhr

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25 Kommentare

Peter Steinemann

21.01.2010, 21:45 Uhr
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Die skrupellose Gier vieler Banken ist und bleibt die grösste Gefahr für einen jeden Staat. Antworten


Maria Halder

21.01.2010, 20:57 Uhr
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Ja, ja. Nach den November Wahlen werden wir sehen. Obama ist jetzt fuer ein halbes Jahr Populist und erinnert sich dann wieder wer ihn bezahlt. Seine halbe Regierung besteht aus Goldman Sachs Leuten. Wers glaubt wird selig. Antworten



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