Weniger für die Topverdiener
Aktualisiert am 29.09.2011 5 Kommentare
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Die Löhne der Konzernchefs der grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen sind 2010 im Durchschnitt gesunken. Grund sind Einbussen bei den Topverdienern. Demgegenüber sind die kleineren CEO-Vergütungen gestiegen.
Die CEOs der 20 im Schwergewichteindex SMI (SMI 5865.19 0.22%) gelisteten Firmen verdienten im Schnitt 7,2 Millionen Franken. Das sind 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) zeigt.
Höhere Boni
Während die Basissaläre und langfristige Beteiligungsprogramme abnahmen, stiegen die Bar-Boni. PwC-Partner Remo Schmid verwies an einer Medienkonferenz in Zürich darauf, dass sich bei vielen Unternehmen die Resultate verbessert hätten.
Deutlich weniger verdient hat der Chef der Grossbank Credit Suisse, dessen Vergütung von rund 20 Millionen Fr. auf 12,8 Millionen Fr. gesunken ist. Auch der neue Konzernchef des Ölbohrkonzerns Transocean, Steven Newman, verdiente nach der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko mit gut 8 Millionen Fr. noch etwa die Hälfte seines Vorgängers.
Angleichung von oben und von unten
Die grössere Transparenz durch die verschärften Offenlegungsvorschriften habe zwar keinen generellen Trend nach oben gebracht, sagte PwC-Partner Robert Kuipers. Bei den CEOs mit tieferen Vergütungen ging es 2010 aber klar aufwärts.
So nahmen die Cheflöhne, die zu den 25 Prozent tiefsten gehören, um satte 42,7 Prozent auf 5,6 Millionen Fr. zu. Die höchsten 25 Prozent der Vergütungen sanken dagegen um 30,6 Prozent auf 8,7 Millionen Franken. Während der Durchschnittslohn deshalb sank, stieg der Medianlohn (die eine Hälfte der SMI-CEOs verdient mehr, die andere weniger) um 27,5 Prozent auf 7,5 Millionen Franken.
Klare Aufwärtsbewegung bei kleinen Firmen
Ähnlich ist die Entwicklung bei den SMIM-Unternehmen, also bei den 28 dem SMI nachfolgend grössten Unternehmen. Der Durchschnittslohn nahm um 6,3 Prozent auf 2,8 Millionen Franken ab, der Medienlohn stieg um 15 Prozent auf 2,5 Millionen Franken.
Relativ stabil blieben die Vergütungen der Verwaltungsratspräsidenten der SMI-Firmen. Seit 2007 haben sie im Median von 1,2 Millionen auf 1,3 Millionen Franken nur geringfügig zugenommen, wie PwC in der Studie schreibt. Bei den kleineren SMIM-Firmen gab es hingegen eine klare Aufwärtsbewegung von rund 430'000 auf 603'000 Franken.
Transparenz noch verbesserungswürdig
Die Offenlegungspflichten bereiten offenbar weiterhin Schwierigkeiten: die Auflagen wurden gemäss PwC sehr unterschiedlich erfüllt. Insgesamt habe sich die Qualität der Offenlegung aber verbessert, die Einhaltung der Vorschriften habe gemäss den Kriterien von PwC von 52 auf 63 Prozent zugenommen.
Für das laufende Jahr geht Kuipers davon aus, dass die Boni nicht zuletzt in der Finanzbranche kleiner werden, da die Profitabilität und auch die Aktienkurse unter Druck sind. Spezialisten müssten aber weiterhin gut entlöhnt werden. (kpn/sda)
Erstellt: 29.09.2011, 12:34 Uhr
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5 Kommentare
Wirtschaftlich geht es weniger gut, die Umsätze sinken, aber die Boni steigen trotzdem weiter. Diese Logik soll jemand verstehen. Was rechtfertigt die Auszahlung der Boni bei sinkenden Zahlen oder sogar bei Verlusten? Ist es etwa, dass die Manager z.B. dafür belohnt werden, dass sie durch Personalentlassungen Kosten eingespart haben und in der Folge der Aktienkurs stieg? Antworten
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