Weniger Gewinn, mehr Umsatz – Aktie taucht
Die Dividende wird auf sechs Franken je Titel erhöht: Roche macht einen Gewinn von 8,5 Milliarden Franken. (Bild: Keystone)
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Roche-Tochter wächst
Die japanische Roche-Tochter Chugai Pharmaceutical hat im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 428,9 Milliarden Yen (rund 5 Milliarden Franken) erzielt. Im Vorjahr lagen die Verkäufe noch bei 326,9 Milliarden Yen.
Ohne das Grippemittel Tamiflu wäre die Roche-Tochter aber weit weniger stark gewachsen. Der Umsätze hätte dann nur 342,9 Milliarden Yen betragen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Roche hält 59,9 Prozent an Chugai.
Operativ wird ein Gewinn von 86,6 Milliarden Yen ausgewiesen - ein Plus von über 60 Prozent. Der Reingewinn erhöhte sich um 44,2 Prozent auf 56,6 Milliarden Yen. Chugai schüttet für das Gesamtjahr 2009 eine Dividende von 40 Yen pro Anteil aus.
Der Gewinn verringerte sich um einen Fünftel auf 8,5 Milliarden Franken. Dies liegt an den Kosten im Zusammenhang mit dem rund 48 Milliarden Franken teuren Kauf von Genentech. Im März hatte Roche (ROG 152.4 0.26%) die vollständige Übernahme der US-Tochter abgeschlossen und das Pharma- Geschäft in den USA neu organisiert. Kostenpunkt: 2,4 Milliarden Franken.
Dafür habe Roche nun die Grundlage geschaffen für ein Unternehmen mit noch grösserer Innovationskraft, wird Roche-Chef Severin Schwan in sagt.
Tamiflu-Boom vorbei
Mit Innovation ist Roche in den letzten Jahren jedenfalls gut gefahren: Das Medikament Tamiflu war vor allem im zweiten Quartal wegen der Schweinegrippe wieder stark gefragt. Die Verkäufe haben sich mehr als vervierfacht. Weil die Schweinegrippe nun abflacht, werden die Umsätze aber von 3,2 Milliarden auf 1,2 Milliarden Franken tauchen, kündigte Roche an.
Mit Wachstum rechnen kann man aber nach wie vor bei den anderen Schlüssel-Produkten, allen voran beim Krebsmedikament Avastin. Im vergangenen Jahr haben die Umsätze mit dem von Genentech entwickelten Produkt um 21 Prozent auf 6,2 Milliarden Franken zugelegt.
Insgesamt erzielt das Pharma-Geschäft mit 39 Milliarden Franken (+ 8 Prozent) 80 Prozent des Gesamtumsatzes. Die kleinere Sparte Diagnostics trug 10,1 Milliarden Franken bei (+9 Prozent). In beiden Sparten ist Roche nach eigenen Angaben doppelt so stark gewachsen wie der Markt.
Auf operativer Ebene blieb vor Sonderpositionen ein Gewinn von 15 Milliarden Franken - ein Plus von acht Prozent. In lokalen Währungen hat das Wachstum 14 Prozent betragen.
Höhere Dividende
Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Betriebsgewinn vor Sonderpositionen von 14,1 Milliarden Franken gerechnet. Beim Umsatz hatten sie hingegen etwas höhere Verkäufe von knapp 49,3 Milliarden Franken erwartet.
An der Börse verloren der Genussschein wie auch die Aktie zum Auftakt um 2,3 respektive 1,8 Prozent. Das war mehr als der Gesamtmarkt SMI. Dabei will Roche die Dividende um ein Fünftel auf sechs Franken je Titel erhöhen.
Entscheiden muss die Generalversammlung Anfang März. Dann werden auch neue Mitglieder in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. So treten Nestlé-Präsident Peter Brabeck sowie der Professor Horst Teltschik nicht mehr an. Dafür sollen der ehemalige Pharma-Chef William Burns und Arthur Levinson, Verwaltungsratspräsident von Genentech, in das Gremium einziehen.
Präsident erhält 14,4 Millionen Franken
Weniger Lohn für den Roche-Präsidenten, aber mehr für den Konzernchef: Severin Schwan erhielt statt wie im Vorjahr acht Millionen Franken neu 12,1 Millionen Franken. Franz Humer hat 2009 eine Gesamtentschädigung von 14,4 Millionen Franken erhalten, nachdem es im Vorjahr noch 15,2 Millionen Franken waren.
Darin sei berücksichtigt, dass Humer im Vorjahr bis zum 4. März neben dem Präsidium auch die operative Leitung des Konzerns inne hatte. Von der Gesamtsumme 2009 entfielen 8,2 Millionen Franken auf Barauszahlungen (Salär und Bonus).
Insgesamt wurden an die Mitglieder des Verwaltungsrates 18,6 Millionen Franken ausgeschüttet, wie dem am Mittwoch publizierten Geschäftsbericht des Pharma-Konzerns zu entnehmen ist.
Der per Ende 2009 ausgeschiedene Pharmachef William Burns bezog ein Basissalär von zwei Millionen Franken und erhielt einen Bonus von 5,6 Millionen Franken zugesprochen. Darüber hinaus erhielt der für den Verwaltungsrat vorgesehene Burns Aktienoptionen im Wert von 2,2 Millionen Franken. Die Gesamtsumme der an die Mitglieder der Konzernleitung ausgerichteten Zahlungen betrug 54,9 Millionen Franken.
In der vergangenen Woche hatte auch Rivalin Novartis die Jahresergebnisse und die Vergütungen offen gelegt. Daniel Vasella, der sein Doppelmandat als Konzernchef und Präsident nun abgeben wird, erhielt eine Gesamtentschädigung von 20,472 Millionen Franken.
(bru/sda)
Erstellt: 03.02.2010, 12:45 Uhr
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