Was das S&P-Urteil für die Märkte bedeutet
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 14.01.2012 47 Kommentare
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Fast die gesamte Eurozone hat eine Herabstufung ihrer Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hinter sich. Ausnahmen sind Deutschland, Niederlande, Luxemburg oder Finnland. Für den Anleihenmarkt sind die Neuigkeiten zwar nicht erfreulich, aber auch nicht desaströs. Erstens hatte S&P seit Dezember sämtliche Eurostaaten auf die Überwachungslisten gesetzt. Zudem wurde die Ankündigung von S&P im Januar erneuert.
Die Konsequenzen werden gemäss Analystenkonsens nicht so gravierend ausfallen, wie man befürchten könnte. Die Ratingagenturen Moodys und Fitch etwa ziehen mit S&P vorerst nicht mit. «Die Refinanzierungskosten für Emittenten wie den Eurorettungsschirm EFSF oder den Stabilitätsmechanismus ESM werden aber ohne Zweifel steigen», sagt der Chef der Anleihenabteilung der ZKB, Marc Schulthess. Auch die langfristigen Refinanzierungsmöglichkeiten für die Europäische Investitionsbank EIB werden sich verteuern.
Der Eurorettungsschirm erhält seine Bonität vor allem durch die grossen Triple A-Staaten wie Deutschland oder eben auch Frankreich, das nun seine Bestnote bei S&P eingebüsst hat. «Dramatisch werden die Auswirkungen der Herabstufung aber auch dafür nicht sein», meint Schulthess. Die institutionellen Anleger haben dieses Ereignis seit Dezember eingepreist und auf die Herabstufung geradezu gewartet. «Die Anleihenauktionen der Länder Spanien und Italien sind dagegen wichtiger. Dort fliesst effektiv Geld.»
SNB herausgefordert
Die Herabstufung wird den Abstand zwischen den Anleihenzinsen Deutschlands und Frankreichs weiter erhöhen. Am Freitag Abend ist der Abstand zwischen französischen und deutschen Anleihenzinsen um 9.7 Prozent gestiegen. Für deutsche Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sind derzeit 1.766 Prozent Zinsen zu zahlen, für französische 3.059 Prozent.
Die Händler der Schweizerischen Nationalbank dürften in Folge der unmittelbar bevorstehenden Herabstufungen gewarnt sein. Der Franken-Euro-Kurs ist am Freitag unter die Marke von 1.21 gefallen. Marktbeobachter sagen, aus marktpsychologischen Gründen sollte sich der Franken-Euro-Kurs möglichst nicht dem Wert von 1.20 annähern. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.01.2012, 18:26 Uhr
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47 Kommentare
Zuerst müsste die Bonität der maroden USA auf BBB- herabgesetzt werden. Über die Ohren verschuldet, marode Wirtschaft und Bankensystem, ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Die USA führen auf der halben Welt Krieg und lassen sich das von der übrigen Welt bezahlen. Das funktioniert nicht mehr lange. Antworten
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