Warum die Swiss Re Aktionär Buffett loswerden sollte
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 29.10.2009 4 Kommentare
Trotz dem Einbruch in den letzten Tagen hat der Schweizer Rückversicherer Swiss Re (SREN 54.95 0.27%) seit dem Börsentiefpunkt am 3. März um 247 Prozent zugelegt. Laut einem Bericht von «Reuters», der sich auf eine Reihe von Analysten bezieht, könnte das Unternehmen schon bald die teure Beteiligung des amerikanischen Finanzgenies Warren Buffett wieder loswerden.
Buffet hat im März dem damals angeschlagenen Rückversicherer über seine Gesellschaft Berkshire 3 Milliarden Franken in Form einer Wandelanleihe zur Verfügung gestellt. Die Anleihe muss Swiss Re mit 12 Prozent verzinsen. Angesichts des aktuell extrem tiefen generellen Zinsniveaus (eine 10-Jährige-Bundesobligation wird aktuell bloss mit 2,06 Prozent verzinst) ist die Vereinbarung besonders ungünstig. Die Wandelanleihe enthält zudem die Option, dass Buffet diese nach drei Jahren für 25 Franken pro Titel gegen Swiss-Re-Aktien tauschen kann. Der aktuelle Kurs beläuft sich auf mehr als 42 Franken.
Mit einer frühen Rückzahlung der Anleihe könnte Swiss Re daher nicht nur Kapitalkosten sparen, sondern auch eine Verwässerung des eigenen Aktienwerts verhindern. Eine Rückzahlung würde dem Unternehmen auch mehr Unabhängigkeit belassen, denn nach einer Ausübung seiner Option wäre Warren Buffett mit 25 Prozent an Swiss Re beteiligt.
Kein billiger Rückkauf
Der Rückkauf selbst wäre allerdings auch nicht billig zu haben. Wenn Swiss Re das Geld im Zeitfenster zwischen zwei und drei Jahren nach Erhalt des Geldes zurückzahlt, müsste sie es zu einem Aufschlag von 20 Prozent tun, also für 3,6 Milliarden Franken.
Je höher der Aktienkurs der Swiss Re steigt, desto wahrscheinlicher ist aber eine noch frühere Rückzahlung. laut «Reuters» kostet das zwar einen Aufschlag von 40 Prozent auf das erhaltene Geld. Doch immerhin würde die Rückversicherung damit nicht nur einen hohen laufenden Kostenposten los, sondern sowohl Investoren wie Rivalen demonstrieren, wie stark Swiss Re bezogen auf ihr eigenes Kapital bereits wieder ist.
Genügend Kapital als Achillesferse
Ein dickes Kapitalpolster ist für einen Rückversicherer zentral, um neue Geschäfte zu tätigen. Welche Versicherungen sichert sich mit einer Gesellschaft ab, bei der sie nicht sicher sein kann, ob diese im Notfall auch über die Mittel verfügt? Wie Analysten gegenüber «Reuters» erklärten, habe Swiss Re zwar noch immer einen guten Ruf, doch das Kapital bleibe die Achillesferse. Daher empfehlen einige angesichts des wieder höheren Kurses ohnehin eine Kapitalerhöhung. Die Aktionäre haben immerhin bereits im März die Möglichkeit zur Ausgabe von 180 Millionen neuen Aktien gebilligt.
Mit neuem Kapital könne die Schweizer Rückversicherung wieder aggressiver neue Geschäfte akquirieren. Das Ziel müsse sein, wie früher einmal wieder das Höchstrating AAA durch die Ratingagentur Standard&Poors zu erreichen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.10.2009, 14:17 Uhr
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4 Kommentare
Warum ist Warren Buffet wohl einer der reichsten Männer weltweit? Schaut Euch einmal in Ruhe diesen Vertrag an. Buffet findet eben immer Gesellschaften, welche so "gut" geführt sind, dass sie solche Verträge eingehen und später die Zeche Warren Buffet zahlen. Ein Geniestreich des Orakels von Omaha! (Nicht Obama!) Antworten
Swiss Re mit Buffett geht es eindeutig besser als ohne Buffett. Wäre Buffett schon früher beteiligt gewesen hätte er das Management sicher davon abgehalten, Millionen in Schrottpapiere zu investieren. Die positive Entwicklung anderer Buffett Versicherungen zeigt dies eindeutig. Swiss Re lässt sein Vermögen besser von Buffett verwalten! Dadurch ergiebt sich eine Winwin-Situation. Antworten
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