Wirtschaft

Matthias Chapman
Ressortleiter Wirtschaft


Vor dem Büro abgefangen und nach Hause geschickt

Aktualisiert am 30.10.2012

10'000 Jobs streicht die UBS. Start ab heute, wie einige Händler in London erfahren mussten. Zugangsbadges hätten am Morgen nicht mehr funktioniert, heisst es dort.

1/3 Ein guter Teil des Abbaus bei der UBS trifft die Belegschaft in Grossbritannien: Bank-Sitz in London. (30. Oktober 2012)
Bild: Keystone

   

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«Beim Jobabbau handelt die UBS (UBSN 17.3 -0.12%) rasch», titelt die «Financial Times» (FT) online heute Mittag (Artikel online nicht verfügbar). Was war passiert? Offenbar konnten heute Morgen einige Bankmitarbeiter am Sitz Finsbury Street in London ihr Büro nicht mehr betreten, schreibt das Wirtschaftsmedium mit Verweis auf Bank-Insider. «Rund 100 Händler der Fixed-Incom-Sparte mussten heute Morgen feststellen, dass ihre Zugangsbadges nicht mehr funktionierten, als sie zur Arbeit wollten», so die FT. In einem anderen Bericht heisst es, Händler anderer Finanzinstitute hätten bemerkt, dass ihre Kontakte bei der UBS nicht mehr erreichbar waren. «Sie waren rot markiert im Bloomberg-Terminal», so im FT-Blog «Alphaville».

Laut einer Meldung von Bloomberg, bei der ebenfalls von rund 100 betroffenen Fixed-Income-Tradern die Rede ist, wurden diese Banker vor dem Büro abgefangen und wieder nach Hause geschickt. Bloomberg beruft sich auf eine «Person, die mit den Bankplänen vertraut ist». Demnach würde nun der «Konsultationsprozess» bei voller Bezahlung begonnen. Gegenüber Bloomberg hat die UBS in London zu dem Bericht nicht Stellung genommen.

«Natürlich werden Kündigungen ab heute ausgesprochen»

Berichte über nicht mehr funktionierende Badges gab es auch auf Twitter. In einem Tweet heisst es: «Sie (die Betroffenen, Anm. der Redaktion) werden in einen speziellen Raum geführt, wo man sie über einen Sonderurlaub informiert.»

In Zürich heisst es bei der Medienstelle: «Natürlich werden Kündigungen ab heute ausgesprochen.» Wie diese regional verteilt seien, könne nicht gesagt werden. Aber: «Was klar ist: In London wurden bereits heute Kündigungen ausgesprochen.»

Vorsichtsmassnahmen

Dass Banken in Fällen von Entlassungen oder Freistellungen Vorsichtsmassnahmen treffen, ist hinlänglich bekannt. Sei es, dass der Zugang zu gewissen Daten gesperrt wird oder aber sogar weiterreichende Sperren angeordnet werden. Gerade die Schweizer Banken mussten in den letzten Jahren bitter erfahren, was es heisst, wenn Mitarbeiter Bankkundendaten entwenden.

Die Nachricht vom Kahlschlag bei der UBS macht bei Twitter heute die grosse Runde. Hauptthema ist das rasche (und angeblich unsensible) Handeln der Bank. Die Meldung der UBS ist aber auch Anlass für Witziges. Wie die FT schreibt, kursiere in den Handelsräumen der Spruch: UBS stehe jetzt für «U’ve been sacked» («du wurdest entlassen»).

Entlassungen in der Schweiz?

In der Schweiz werden 2500 Jobs über die nächsten drei Jahre abgebaut. Zwei Drittel oder rund 1600 davon offenbar in Zürich. Der Schweizerische Bankpersonalverband verlangt, dass dieser Abbau innerhalb von drei Jahren ohne Kündigungen durchgeführt werde. Ob auch in Zürich schon Entlassungen ausgesprochen wurden, war nicht in Erfahrung zu bringen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2012, 16:22 Uhr

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