Wirtschaft

Villiger vergleicht UBS-Desaster mit Swissair-Grounding

Aktualisiert am 02.05.2012 21 Kommentare

Auch der abtretende UBS-Präsident Kaspar Villiger findet die hohen Bankerboni überzogen. Der Schweizer Grossbank seien aber mit Einschnitten bei den Gehältern auch Spitzenleute verloren gegangen.

«So kritisiert zu werden mag ich nicht»: Kaspar Villiger vor einer Konferenz in Zürich. (19. April 2012)

«So kritisiert zu werden mag ich nicht»: Kaspar Villiger vor einer Konferenz in Zürich. (19. April 2012)
Bild: Reuters

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Nach Ansicht des abtretenden UBS-Präsidenten Kaspar Villiger kämpft die Bank in der Schweiz nach wie vor gegen Vorurteile. Die Bank sei wegen Milliardenabschreibern in der Finanzkrise und Boni-Exzessen von einem Denkmal gestürzt, sagte er zum Schweizer Radio DRS.

Die Empörung über den Fall der Grossbank sei «absolut vergleichbar» mit dem Schock, den das Ende der Swissair 2001 ausgelöst hatte. Er habe seit dem Frühling 2009, als er das Präsidium der Bank übernahm, stark um die Wiederherstellung des Vertrauens in die UBS (UBSN 16.62 0.06%) bemüht.

Hohe Bankerboni überzogen

«Wo wir nicht am Ziel sind, ist die Reputation der Bank in der Schweiz», sagte Villiger. Er habe ein «gewisses Verständnis» dafür, dass im Volk immer noch negative Ansichten über die Bank verbreitet seien. Namentlich die hohen Bankerboni habe auch er zum Teil als überzogen empfunden.

Inzwischen habe es bei den Bankerlöhnen eine Normalisierung geben. Die Bank habe einen hohen Preis dafür bezahlt, dass sie angesichts der verstimmten Schweizer Volksseele gewisse marktüblichen Gehälter für Spitzenleute abgelehnt habe. Die UBS habe Experten und Kunden verloren.

Zwar habe er das Desaster der Grossbank nur «geerbt», aber sein persönlicher Ruf in der Schweiz habe stark gelitten, sagte Villiger weiter. «Ich habe 50 bis 80 Prozent meiner Reputation verloren», sagt Villiger. «So kritisiert zu werden, mag ich nicht, aber die Pflichterfüllung steht im Vordergrund.» Er müsse damit leben, kritisiert zu werden. Dennoch zeigte er sich zufrieden: «Wenn ich das Resultat sehe: Ich kann noch in den Spiegel sehen», sagte Villiger.

Axel Weber übernimmt

Zur Steuerproblematik sagt Villiger, es seien in Zeiten der Kritik auch immer wieder Gelder aus der Schweiz in Finanzplätze wie die USA und Grossbritannien abgeflossen. «Die uns kritisieren, sollen zuerst vor der eigenen Türe wischen.»

Der Ex-FDP-Bundesrat leitet morgen zum letzten Mal eine Generalversammlung der UBS. Danach übernimmt der deutsche Top-Banker Axel Weber die oberste Leitung des Schweizer Bankenflaggschiffs. (kle/sda)

Erstellt: 02.05.2012, 15:57 Uhr

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21 Kommentare

Henry Staub

02.05.2012, 16:35 Uhr
Melden 48 Empfehlung 0

Und was haben diese "Spitzenleute" erreicht? Eines der grössten desaster seit ich lebe! Voila. Antworten


Margot Helmers

02.05.2012, 16:33 Uhr
Melden 47 Empfehlung 0

Das die USA und GB erst mal vor der eigebnen Türe wischen sollen, damit hat er recht. Aber das gerade Herr Villiger jetzt die hohen Boni kritisiert ist geradezu lächerlich, hat dieser doch immer die "marktüblichen Löhne der Experten" verteidigt. Ja, ja diese Experten! Wir haben doch gesehen was für Leistungsausweis die erbracht haben und wer dafür am Ende den Kopf hinhalten darf, weltweit! Antworten



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