Vier Interessenten für Karstadt
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Seit der Pleite vor fast einem Jahr bangen die Mitarbeiter von Karstadt um ihre Zukunft. 13 Häuser der Warenhauskette mit 1200 Beschäftigten werden geschlossen; 120 Filialen mit 26'000 Leuten will Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg im Paket verkaufen. Dafür gibt es plötzlich offenbar drei Interessenten. Hinzu kommt Metro-Chef Eckhard Cordes, der aber nur einen Teil der Karstadt-Häuser haben will, um sie mit seinen Kaufhof-Häusern zu fusionieren.
Die Anwärter im Überblick:
Triton:
Kurz vor Ablauf der ersten Frist für die Karstadt-Übernahme machte der europäische Finanzinvestor Triton am 23. April ein Angebot. In einem Brief an die Belegschaft forderte das Unternehmen aber eine Senkung der hohen Mieten, leistungbezogene Vergütungsstrukturen und flexiblere Arbeitszeiten. Zu Berichten, nach denen die Entlassung von 4000 Beschäftigten geplant sei, äusserte sich das Unternehmen nicht. Für weitere Verhandlungen erbat Triton eine Fristverlängerung um einen Monat - sie läuft nunmehr bis zum 28. Mai. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben.
Berggruen:
Wenige Tage vor Ablauf der zweiten Frist legte die Investmentgesellschaft Berggruen Holdings ein Angebot vor. Mitinhaber Nicolas Berggruen versicherte, er erwarte keine weiteren Zugeständnisse der Beschäftigten. Berggruen dringt aber auf eine Senkung der hohen Mieten, die Karstadt-Vermieter Highstreet kassiert. Weitere Voraussetzung ist, dass Kommunen mit Karstadt-Filiale dem Unternehmen die Gewerbesteuer erlassen. Der Kaufpreis wird mit «überschaubar» umschrieben.
Highstreet:
Das Immobilien-Konsortium – zu 51 Prozent in der Hand der US-Investmentbank Goldman Sachs – wird schon seit Wochen als möglicher Käufer genannt. Ihm gehören 86 Karstadt-Immobilien, das Konsortium ist damit einer der grössten Gläubiger. Laut «Bild am Sonntag» wird Highstreet in wenigen Tagen ein Angebot machen. Demnach sollen die Beschäftigten zwei Stunden pro Woche mehr ohne Lohnausgleich arbeiten. Dafür sollen sie am Unternehmen beteiligt werden. Den möglichen Kaufpreis beziffert die Zeitung mit 40 Millionen Euro.
Metro:
Metro-Chef Cordes erneuert immer wieder sein Interesse an Karstadt - aber nur an einer «grösseren Anzahl» der Häuser. Von 60 bis 90 sprach er Ende vergangenen Jahres. Daraus will er ein grosses Kaufhausunternehmen machen; er könnte dies aber auch einem anderen überlassen. Denn Cordes will die 126 Kaufhof-Häuser am liebsten noch dieses Jahr verkaufen, fünf Interessenten soll es geben. Medienberichten zufolge gibt es auch Beteiligungsgesellschaften, die Kaufhof und Teile von Karstadt zusammenführen wollen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.05.2010, 06:28 Uhr
Wirtschaft
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