Wirtschaft

Valiant soll Aktienkurs manipuliert haben

Aktualisiert am 25.04.2012 4 Kommentare

Die Regionalbankengruppe Valiant soll mit Eigenhandel ihren Kurs gestützt und damit die Marktregeln verletzt haben. Die Finma machte ihr deshalb Auflagen, und die Bank setzt nun entsprechende Massnahmen um.

Wollte den drastischen Kurssturz aufhalten: Die Valiant Bank (im Bild die Spar + Leihkasse – eine der Regionalbanken, die unter dem Valiant-Dach vereint wurden).

Wollte den drastischen Kurssturz aufhalten: Die Valiant Bank (im Bild die Spar + Leihkasse – eine der Regionalbanken, die unter dem Valiant-Dach vereint wurden).
Bild: Keystone

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Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht rügt die Regionalbankengruppe Valiant (VATN 85.7 -0.23%) wegen ihrer Kurspflege von August bis Oktober 2010. Die Banker hätten mit diesem Eigenhandel die Marktregeln verletzt, um den Kursdruck auf ihre Aktien zu absorbieren.

Die Bank «verletzte die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen zum Marktverhalten schwer», hält die Finma in ihrem heute veröffentlichten Entscheid fest. Sie verstiess «in schwerer Weise gegen ihre Gewährs- und Organisationspflichten». Die Finma machte der Bank deshalb Auflagen. Die Auflagen setzt Valiant bereits ab Ende 2010 «aus eigener Initiative» um, wie sie am Morgen mitteilte.

Die Finma leitete nach sofortigen Abklärungen im Herbst 2010 das nun abgeschlossene Verwaltungsverfahren im Frühjahr 2011 ein. Die Bank hatte entsprechende Schritte auch selbst gefordert und zudem die Wirtschaftsprüfer von KPMG mit Abklärungen betraut. Die KPMG kam zum Schluss, Kursmanipulationen habe es nicht gegeben.

Drastischer Kurssturz der Valiant-Aktie

Hintergrund ist ein Kurssturz der Valiant-Aktie zwischen dem 18. und 21. Oktober 2010. Damals verlor das Papier an der Börse rund einen Fünftel an Wert. Zuvor hatte sich die Namenaktie in einem engen Band zwischen 194 und 206 Franken bewegt. Bei Börsenschluss am 21. Oktober kostete sie noch 152.70 Franken.

Das Finma-Verfahren brachte an den Tag, dass Valiant im Vorfeld des Absturzes durch ihren Eigenhandel den Kurs gestützt hatte. Das geschah in «einem Ausmass, das die Finma zum Schluss kommen lässt, dass eine aufsichtsrechtliche Verletzung der Marktregeln (Marktmanipulation) vorlag», wie es im Communiqué heisst.

Zunehmender Verkaufsdruck

Als wesentlich für diese Beurteilung bezeichnet die Finma, dass auf Valiant-Aktien ab August 2010 ein zunehmender Verkaufsdruck entstand. Valiant absorbierte dies, «indem sie gezielt und in erheblichem Ausmass Valiant-Namenaktien zu ihrem Eigenbestand hinzukaufte».

Das Volumen der Zukäufe habe die Bank dabei auf den jeweils aktuellen Kurs abgestimmt. Damit habe sie verhindert, dass eine weitere Kursverschlechterung weitere Verkäufe am Markt auslöste.

Kurs künstlich hochgehalten

Dieses Verhalten entsprach gemäss Finma nicht echtem Angebot und Nachfrage. Valiant erreichte so, dass der Kurs entgegen dem allgemeinen Markttrend bis Mitte Oktober nur geringfügig sank und «damit künstlich hochgehalten wurde».

Schliesslich konnte Valiant mit ihren Käufen den ständig wachsenden Verkaufsdruck nicht mehr absorbieren, worauf es zu dem drastischen Kurssturz kam. Erst danach pendelte sich der Kurs wieder entsprechend Angebot und Nachfrage ein.

Die Finma verfügte darum Auflagen. Sie anerkennt dabei, dass Valiant im Verlaufe des Verfahrens bereits Massnahmen ergriffen hat, um die organisatorischen Mängel zu beheben.

Valiant prüft eine Beschwerde

In einer Telefonkonferenz am frühen Morgen sagte Valiant-Verwaltungsratspräsident Kurt Streit, die Bank wehre sich nicht gegen die verfügten Massnahmen. Einige seien bereits ab Ende 2010 eingeleitet worden. Der Handel mit Valiant-Aktien sei an die BZ Bank ausgelagert worden, erklärte Konzernchef Michael Hobmeier. Zudem strich Valiant die Optionsprogramme für Mitarbeiter.

Gegen die festgestellten Sachverhalte der schweren Verletzung der Marktregeln prüfe das Institut aber eine Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht, sagte Streit. Dieser Vorwurf stehe auf unpräzisem rechtlichem Fundament. Für die Beschwerde hat Valiant 30 Tage Zeit. Zudem seien die Aktien nicht zur Kurspflege sondern für die damals geprüfte und später unterlassene Übernahme zweier Banken sowie einer Kreuzbeteiligung gekauft worden, verteidigte Streit die Bank. Vom August bis Mitte Oktober 2010 habe Valiant 1,7 Prozent des Totals der Valiant-Aktien gekauft. Ob das den Markt habe stützen können, sei fraglich.

Die Valiant-Aktie lag bei 110,50 Franken. Seit den Ereignissen im Oktober 2010 hat das Papier damit gut 45 Prozent seines Werts eingebüsst. Bei Valiant soll der abtretende Postchef Jürg Bucher im Mai als Verwaltungsratspräsident zum Nachfolger von Streit gewählt werden. Für das vergangene Jahr wies die Regionalbank einen um gut 4 Prozent auf 127,6 Millionen Franken erhöhten Gewinn aus. Die Bilanzsumme beträgt 25,2 Milliarden Franken. Die Bank hat rund 1000 Mitarbeitende und 400'000 Kunden. (cls/sda)

Erstellt: 25.04.2012, 10:24 Uhr

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4 Kommentare

Roger Müller

25.04.2012, 10:38 Uhr
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Das Management der Valiant hat masslos übertrieben und sich persönlich durch den überhöhten Aktienkurs und die Optionen bereichert. Diese Bank ist nicht mehr glaubwürdig. Sie sollte am besten duch eine andere, zum Beispiel die ZKB, übernommen werden Antworten


peter angerer

25.04.2012, 16:06 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

die manager und sicher die verwaltungsraete stehen jetzt im schrillen verdacht, zu ihren erheblichen vorteil die aktien der bank manipuluiert zu haben. die aufsichtsbehoerde spricht leider nicht voneiner absolten notwendigkeit, die dispositionen dieser insider bei ueber 200 fr. zu durchleuchten. cdie hohen kurse waren doch insider-manipuliert. aufsicht, kontrolle null ? Antworten



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