VW fährt aus der Krise
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BMW mit Gewinneinbruch
Auch Konkurrent BMW hat im Krisenjahr 2009 einen deutlichen Gewinneinbruch von 36,4 Prozent hinnehmen müssen, blieb mit 210 Millionen Euro aber in den schwarzen Zahlen. Vor Steuern stieg der Gewinn sogar um 17,7 Prozent auf 413 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Der Umsatz sank um 4,7 Prozent auf 50,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ging um 3,8 Prozent auf gut 96.000 zurück.
BMW will für 2009 wie im Vorjahr eine Dividende von 30 Cent pro Aktie zahlen. Für 2010 ist der Premiumhersteller, zu dessen Marken auch Mini und Rolls Royce gehören, vorsichtig optimistisch. Neue Modelle sollten Rückwind bringen, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. Der Absatz solle im einstelligen Prozentbereich zulegen und mehr als 1,3 Millionen Fahrzeuge erreichen. Im Jahr 2009 hat die BMW-Gruppe 1,26 Millionen Autos verkauft, ein Minus von 12,6 Prozent im Vorjahresvergleich.
Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres hat der grösste Autobauer Europa den weltweiten Absatz um ein Viertel auf eine Million Autos gesteigert. «In Deutschland und China haben wir neue Höhen erklommen», sagte VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz in Wolfsburg.
Winterkorn kündigte für das laufende Jahr ein Modellfeuerwerk von 70 Neuheiten an. Er nannte als Höhepunkte den neuen Kleinwagen Audi A1 und den erneuerten VW Touareg und Passat. Ausserdem stellte Winterkorn ein gemeinsames Sportwagenkonzept des Konzerns mit Porsche in Aussicht.
Nachdem der Nettogewinn im Jahr 2009 um rund 81 Prozent auf nur noch 911 Millionen Euro eingebrochen war, rechnet Winterkorn für 2010 mit höheren Gewinnen, höherem Absatz und höheren Umsatzzahlen. Genaue Grössenordnungen nannte er nicht. Winterkorn rechnet mit einem weltweiten Automarkt von 53 bis 54 Millionen Stück, etwa ein bis zwei Millionen mehr als 2009.
Seat belastet Konzerngewinn
Die spanische Automarke Seat wird wegen immer höherer Verluste immer mehr zu einer Last für den Volkswagenkonzern. Seat fuhr 2009 einen operativen Verlust von 339 Millionen Euro ein, nachdem schon 2008 ein Minus von 78 Millionen Euro angefallen waren. Auch 2010 wird Seat die Gewinnschwelle nicht erreichen, wie VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch sagte. Er kündigte ein «umfassendes Programm» an, um die Marke wieder in die Gewinnzone zu führen. Seat ist seit Jahren der grosse Problemfall.
Zweiter grosser Verlierer im VW-Konzern ist die britische Luxusmarke Bentley, die einen Verlust von 194 Millionen Euro meldete, nach einem Gewinn von 10 Millionen Euro 2008. Auch die Nutzfahrzeugtochter in Hannover fuhr im Grunde rote Zahlen ein und konnte nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts für 600 Millionen Euro einen Gewinn von 313 Millionen Euro ausweisen.
Grosser Gewinnbringer im VW-Konzern war die Marke Audi mit 1,6 Milliarden Euro. 2008 lag der Gewinn noch bei 2,7 Milliarden Euro. Schwer geblutet hat auch die Hauptmarke Volkswagen (VW 129.9 2.12%) mit nur noch 561 Millionen Euro Gewinn, nach 2,7 Milliarden Euro im Jahr davor. Die Marke VW verkaufte 2010 kleinere und schlechter ausgestattete Modelle. Die tschechische Marke Skoda verdiente noch 204 Millionen Euro nach 565 Millionen im Jahr davor.
Trend zu kleinen Autos belastet Marke VW
Der Volkswagenkonzern hatte 2009 einen schweren Gewinneinbruch verbucht, obwohl der Autobauer trotz Wirtschaftskrise so viele Wagen wie noch nie an die Kunden gebracht hatte. Der Konzern musste aber trotz staatlicher Kaufhilfen in vielen Ländern bessere Preise einräumen: Obwohl der VW-Absatz um 1,3 Prozent auf 6,3 Millionen Autos anzog, lag der Umsatz 7,6 Prozent niedriger - bei 105,2 Milliarden Euro. Damit fiel der Durchschnittserlös pro Auto ebenfalls niedriger aus.
Der VW-Nettogewinn fiel 2009 um rund 81 Prozent auf nur noch 911 Millionen Euro. Staatliche Absatzhilfen in den Hauptmärkten Deutschland, Brasilien und China stützten den Absatz im Jahr der tiefsten Krise der weltweiten Autoindustrie.
Winterkorn betonte, trotz Einbruch von Umsatz und Gewinn werde VW an der Strategie 18 plus festhalten. Danach soll der Absatz in drei bis fünf Jahren von jetzt 6,3 Millionen Autos auf 8 Millionen Stück steigen. Bis zum Jahr 2018 will VW den Absatz sogar auf mehr als 10 Millionen Fahrzeuge pushen. Der bisherigen Marktführer Toyota lag 2009 bei 7,8 Millionen Stück. (jak/ddp/)
Erstellt: 11.03.2010, 14:13 Uhr





