Umwälzungen im Discounter-Markt
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 03.11.2011 25 Kommentare
Fragezeichen über Lidl-Plänen
Dass der deutsche Discounter Lidl sich aus der Schweiz zurückziehen wolle, entbehrt laut dem Unternehmen jeglicher Grundlage. Und dennoch wird der Discounter am kommenden Montag zusammen mit Schweizer Marktforschern Pläne zur Standortoptimierung präsentieren. Details werden bis dahin keine bekannt gegeben. Nur so viel: «Ein Unternehmen, das in die Forschung investiert, will sich nicht zurückziehen», sagt ein Vertrauter des Unternehmens zu DerBund.ch/Newsnet. Informierte Kreise wissen aber auch, dass sehr wohl zahlreiche Filialen auf dem Prüfstand stehen (TA vom 2. November). Was dazu führt, dass sowohl Standorte geschlossen wie auch neue eröffnet werden können. In Basel hat bereits ein Lidl-Standort geschlossen, weitere könnten folgen. Auf den Saldo wird es ankommen, und dazu äussert sich Lidl vorerst nicht.
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Das Gerücht, der deutsche Discounter Lidl wolle sich aus der Schweiz zurückziehen, und das prompt folgende Dementi illustrieren, was seit dem Markteintritt von Aldi und Lidl in der Schweiz immer deutlicher wurde: Der Boden ist für Discounter hierzulande steiniger als anderswo. Zu hart umkämpft ist das Niedrigpreissegement sowohl im Lebensmittel- als auch im sogenannten Non-Food-Handel. Letzterer wird darüber entscheiden, wer im Discounter-Markt die Oberhand behält. Denn im Lebensmittelhandel ist der Schweizer Markt weitgehend gesättigt und wird von den Detailhändlern Coop und Migros dominiert. Und das bis hin zu den Lebensmittel-Discountern, denn immerhin gehört Denner bereits zu Migros.
Discounter stürzen sich auf Textilhandel
Ungemach droht den Platzhirschen Coop und Migros im Discount-Geschäft denn auch nicht im Lebensmittelbereich: «Im Non-Food-Bereich werden sich die Detailhändler in der Schweiz warm anziehen müssen», sagt Peter Fuhrer, Chef des gleichnamigen Beratungsunternehmens Fuhrer+Hotz. Denn in Deutschland seien Aldi und Lidl bereits heute die grössten Textilhändler. Und mindestens ebenso hart umkämpft wie bei Textilien werde auch der Markt für Gartenmöbel und Sportausrüstungen unter den Tiefpreisanbietern in Deutschland und der Schweiz sein. «Es wird noch einige Erdbeben in der Branche geben», sagt der Experte für die Schweiz eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland voraus.
Bei Denner sieht man der Ruhe vor dem Sturm gelassen entgegen: «Denner ist es wichtig, ein relevantes und einfach strukturiertes Sortiment anbieten zu können. Die Bedeutung von Non-Food-Artikeln ist bei uns eher gering, jedoch konstant.» Wie sich die wachsende Non-Food-Schiene der Discounter auch auf den Mitbewerber und Markenartikelhändler Coop auswirken wird, muss sich noch weisen. Immerhin entfallen 43 Prozent des Umsatzes auf die Sparte Non-Food.
Ausländische Anbieter kommen zuvor
Erste Fakten wurden laut den Ökonomen der Credit Suisse bereits geschaffen. Die Grossbank gibt alle Jahre einen Branchenreport für den Schweizer Detailhandel heraus. Dem lässt sich der klare Trend entnehmen: Ausländische Anbieter haben sich im Discount-Segment früher durchgesetzt als inländische. Hinzu kommt, dass Billiganbieter grundsätzlich von einer breiteren Schicht von Konsumenten frequentiert werden, und das kann umsatzentscheidend sein. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.11.2011, 10:28 Uhr
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25 Kommentare
muss eigentlich alles immer noch billiger sein... schon mal gedacht, dass auch noch Menschen hinter diesen Produkten stehen und auch noch davon leben möchten... denn je weniger wir hier bezahlen, desto weniger bekommt der Arbeitnehmer, aber nicht proporzional.... die Händler kommen schon nicht zu kurz..... die "Geiz ist geil" Mentalität ist das schlimmstte was es gibt... Antworten
Ja super......darauf haben wir gewartet. Billigtextilien.......hergestellt von Kindern und massiv unterbezahlten Arbeitskräften. Und dann auch noch die Frechtheit besitzen zu behaupten damit in Bangladesch, Pakistan und Indien bessere Einkommens- und Lebensverhältnisse zu schaffen. Das ganze mit einem Alibi- Fairtradelabel drapieren und unter die Leute werfen. Schlicht pervers. Antworten
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