Wirtschaft
UBS buhlt mit Gartenschläuchen um Kunden
Aktualisiert am 10.05.2012 23 Kommentare
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Die letzten fünf Jahre waren für die Grossbank UBS (UBSN 16.59 -0.12%) geprägt von schlechten Nachrichten, Skandalen und vielen Wechseln im oberen Management. Die Bank ging durch ein Tal der Tränen, deshalb übten sich die Verantwortlichen in Sachen Werbung in äusserster Zurückhaltung. Egal mit welchem TV-Spot oder mit welcher Anzeige die Bank sich an die Öffentlichkeit wendete, sie wurde dafür grösstenteils angeprangert und letztlich verballhornt. Zuletzt wurde die Bank dafür kritisiert, weil sie in einer Imageanzeige das Bild des Architekten Le Corbusier verwendete, der unter Experten als Antisemit gilt.
Mit Sergio Ermotti als neuem Chef und mit den steigenden Imagewerten ist der Zeitpunkt nun offenbar gekommen, die Schweizer Bevölkerung mit Plakaten auf einzelne Produkte aufmerksam zu machen. Nach den vielen Auf und Abs der letzten Jahre lanciert die Grossbank in ihrem Jubiläumsjahr, 150 Jahre alt wird die Bank im Juni, eine breite Werbeoffensive im Heimmarkt Schweiz.
Neue Werber am Werk
Im Zentrum der neuen Kommunikation sollen die Bank und ihre Angebote stehen. Diese wurden in den letzten Jahren kaum aktiv beworben, was zur Folge hatte, dass das Image der UBS als Universalbank, die praktisch jeden dritten Schweizer Haushalt betreut, gelitten hat. Um die einzelnen Angebote wie Lohnkonten zu bewerben, schlägt die Bank einen neuen Kurs ein. Während sie in den letzten zehn Jahren für grosse Kampagnen stets exklusiv auf die kreativen Dienste der Werbeagentur Publicis setzte, suchte sie für die neue Produktekampagne die Zusammenarbeit mit der Zürcher Werbeagentur KSB. Wie Marketingchef Tom Ackermann gegenüber DerBund.ch/Newsnet betont, habe es aber keinen Agenturwechsel gegeben. Man sei mit den Dienstleistungen beider Agenturen sehr zufrieden. Er sehe die neue Werbung als Ergänzung zur Imagekampagne «Wir werden nicht ruhen» vor fast zwei Jahren, auch wenn die neue Werbung optisch eigenständig wirke.
Die neue Werbung lässt sich die Bank auch was kosten. Wie eine Sprecherin auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet sagt, würden bis Ende Jahr fünf Millionen Franken dafür aufgeworfen. Geworben wird in Zeitungen, im Internet und auf Plakaten. Letztere machen als Hauptträger rund 45 Prozent des Budgets aus, während 40 Prozent auf Print und die restlichen 15 Prozent auf Onlinewerbung entfallen.
Statt grau melierte Mittfünfziger gibts neu einen Taschenrechner zu sehen
Marketingchef Tom Ackermann rechnet nicht damit, dass die neue Werbeoffensive der Bank Probleme bereitet. Ackermann betont, dass es sich um eine politisch neutrale Kampagne handle. Man wolle sich mit der Kampagne wirklich nur um das Kerngeschäft und die Kernbedürfnisse der Leute kümmern.
Tatsächlich dürften die Bildsprache und die Textaussagen im Gegensatz zu früheren Kampagnen keinerlei Ärger machen. So nutzt die Grossbank eine Waage, ein Wet-floor-Signet, einen Reisestecker, eine Kaffeetasse und einen Taschenrechner, um auf Kundenfang zu gehen. Man will sich offenbar gegenüber anderen Bankenwerbungen differenzieren. Im Interview mit dem Branchendienst Klein-Report erklärt Ackermann die Sujetwahl: «Wir haben bewusst auf die Verwendung von Klischeebildern verzichtet. Wir wollten nicht zwei gut aussehende, grau melierte Mittfünfziger in schöner Wohnlage mit Weitblick für unser Wealth-Management-Geschäft präsentieren, wir wollten nicht für unser Hypothekengeschäft einen Vater mit Kind und Bauplänen vor Bauprofilen porträtieren.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.05.2012, 17:25 Uhr
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23 Kommentare
Schade, der Werber meint es zwar gut, aber die Sujets assoziieren mit Schaumschlägerei, alter Wein in alten Schlächen und Rechenkünstler. Solange auch die UBS ihre Managerlöhne nicht auf eine vernünftige Basis bringt, hat man auch hier für jede Anderswerbung nur Spott und Häme übrig. Antworten
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