UBS: Kassiert wird in den USA
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 06.03.2010
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Während die Politik noch immer am UBS-Debakel kaut, sucht die Bank bereits wieder Personal. Das spezialisierte Job Directory zeigt 342 offene Stellen in der Schweiz. Noch vor einem Jahr, als Oswald Grübel das Ruder bei der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) übernahm, herrschte Tristesse, und es gab Tausende von Entlassungen. «Der Personalbestand nahm 2009 um insgesamt 12'550 Stellen ab», sagt Sabine Jaenecke von der UBS-Pressestelle. Viele Mitarbeitende gingen freiwillig. «In der Schweiz kam es 2009 zu knapp 1000 Entlassungen», so Jaenecke.
Damit ist das Schrumpfziel von 65'000 Angestellten erreicht. Doch gingen an vielen Orten die falschen Leute, und Grübel musste Spitzenkräfte mit höheren Löhnen binden. Bei der Investmentbank, die den Grossteil der Milliardenverluste verursacht hat, rechnet die UBS für das kommende Jahr mit einem geringen Zuwachs ihres Personalbestands. Vor allem in den USA.
Mehr Lohn als die Konkurrenz
Intern ist das nicht unumstritten. Genauso wie die Bonusfrage, die manchen UBS-Mitarbeitern die Galle hochkommen lässt. Denn die knapp drei Milliarden, die ausbezahlt werden, fliessen fast vollständig in die Investmentbank und nach Amerika. Ein Blick in die Bücher zeigt, dass die Investmentbanker trotz Verlust im letzten Jahr 40 Prozent mehr Lohn kassierten. Meldungen aus den USA zeigen zudem, dass die UBS Vermögensverwalter mit bis zu 40 Prozent höheren Löhnen als die Konkurrenz einstellt. Elli Planta, Präsidentin der UBS-Angestelltenvereinigung, führt die Missstände auf eine mangelnde Kommunikation seitens des Managements zurück. «In der Vergangenheit wurde gesagt, dass man einen Bonus erhält, wenn die Bewertung zufriedenstellend ist», sagte Planta in «Swissinfo». «Es gibt viele, die unter schweren Bedingungen letztes Jahr eine gute Performance gezeigt haben und nun die Welt nicht mehr verstehen.»
Noch nicht ganz verstanden haben auch die Anleger, wohin es bei der UBS gehen soll. Seit Monaten dümpelt der Aktienkurs. Das liegt zum einen daran, dass die UBS heute nach den vielen Kapitalerhöhungen doppelt so viele Aktien hat wie früher. Laut Andreas Venditti, Analyst bei der ZKB, glaubt der Markt auch nicht, dass die UBS in absehbarer Zeit 15 Milliarden verdient, wie dies Grübel im November versprochen hat. Christian Stark von Cheuvreux weist zudem auf die Angriffe auf das Bankgeheimnis und die ungelösten Rechtsfälle in den USA hin.
Zwei hängige Klagen
In den USA geht es nicht nur um die Steuerfrage, sondern auch um geprellte Anleger – Private, Städte und Bundesstaaten –, denen sogenannte Auction Rate Securities (ARS) verkauft wurden. In mehreren Fällen wurde die UBS bereits zu Bussen in Millionenhöhe verurteilt. Das Pendant zu den ARS waren in der Schweiz die sogenannten Absolute Return Fonds (ARF): angeblich sichere Anlagevehikel, die eine etwas höhere Rendite als Obligationen bringen sollten. Doch statt Rendite gabs ein Minus von 10 bis 20 Prozent. Schlussendlich fusionierte die UBS schon vor Grübels Amtsantritt die ARF mit Geldmarktfonds, und wer wollte, konnte aussteigen. Die meisten Kunden haben sich offenbar damit abgefunden, doch nicht alle. «Es gibt zwei hängige Klagen in der Schweiz», sagt Jaenecke. Gezahlt wurde noch nichts. Auch für die Anleger gilt: Das Geld fliesst zuerst nach Amerika.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.03.2010, 09:52 Uhr
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