Toyota-Chef kneift vor US-Kongress – Probleme auch beim Corolla?
Sein Konzern schlingert gewaltig: Toyota-Chef Akio Toyoda. (Bild: Reuters)
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Toyoda schickt dafür den Verantwortlichen für das US-Geschäft in die Anhörung des Kongresses. Der Nordamerika-Chef Yoshimi Inaba sei der richtige Mann, um den Abgeordneten Auskunft zu geben, sagte der Enkel von Konzerngründer Kiichiro Toyoda am Mittwoch in Tokio. Er selbst wolle sich auf die Reform der Qualitätskontrolle im Unternehmen konzentrieren.
US-Politiker hatten Akio Toyoda aufgerufen, selbst zu einer Anhörung zu dem Rückruf von Millionen von Autos wegen technischer Probleme allein in den USA zu erscheinen. Der US-Kongress hat für kommende Woche Anhörungen zu den Rückrufen angekündigt.
Kunden ernst nehmen
Wegen der Pannenserie war Toyota ( 76.8 -0.52%) besonders in den USA scharf kritisiert worden. Die US-Regierung forderte das japanische Unternehmen mehrmals auf, die Probleme zu beseitigen und die Sorgen der Kunden ernst zu nehmen. Konzernchef Toyoda will dazu einen Sonderausschuss einrichten und für jede Region einen Chef-Qualitätsmanager berufen. Er selbst übernimmt den Vorsitz des Ausschusses, der am 30. März erstmals zusammentreten soll.
In den USA wächst derweil die Skepsis, ob der japanische Konzern rechtzeitig und entschlossen auf Hinweise zu den Mängeln reagiert hat. Die Behörde für Verkehrssicherheit hat am Dienstag eine Überprüfung des Vorgehens eingeleitet. Ihren Unterlagen zufolge könnten bis zu 34 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen sein, die von einem klemmenden Gaspedal in Toyota- Fahrzeugen verursacht wurden.
60 Tage Zeit
Mit ganzseitigen Anzeigen in den japanischen Medien hat sich Toyota zudem am Mittwoch für eine Mängelserie entschuldigt, die zum weltweiten Rückruf von 8,5 Millionen Autos geführt hat. «Wir entschuldigen uns aus tiefstem Herzen für die Unannehmlichkeiten, die wir Ihnen alle bereitet haben», heisst es in den Anzeigen. Das US-Verkehrsministerium prüft inzwischen, ob Toyota seiner Informationspflicht über Sicherheitsmängel ausreichend nachgekommen sei.
Toyota in den USA teilte mit, es werde mit der Verkehrsbehörde NHTSA kooperieren. Innerhalb von 30 bis 60 Tagen muss der Autobauer Unterlagen vorlegen, danach können Strafen verhängt werden. Verbraucherschützern zufolge sind in den USA seit 2000 bis zu 34 Menschen in Toyotas ums Leben gekommen, die Sicherheitsmängel aufwiesen. Verkehrsminister Ray LaHood sagte, die Regierung prüfe die Verhängung von Bussgeldern für die Art und Weise, wie Toyota bisher mit Rückrufen umgegangen sei. Die Höchststrafe wären 16 Millionen Dollar.
Probleme mit der Lenkung
Die Abteilung für Qualitätskontrolle von Toyota teilte unterdessen mit, sie gehe Berichten über mögliche Probleme mit der Lenkung bei Corolla-Modellen mit. Ob ein Rückruf der in den USA beliebten Modellserie erfolgen müsse sei noch nicht geklärt, sagte der Leiter der Abteilung, Shinichi Sasaki.
Weltweit hat Toyota rund 8,5 Millionen Autos wegen Problemen mit Bremsen und Gaspedalen zurückgerufen. Dadurch hat der Ruf von Toyota als Qualitätshersteller erhebliche Kratzer bekommen. (sam/sda)
Erstellt: 17.02.2010, 11:57 Uhr
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