Wirtschaft

Top-Bonus der UBS ist eine Altlast

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 17.03.2010 31 Kommentare

UBS-Topverdiener Carsten Kengeters Bonus geht vor allem auf eine alte Regelung zurück. Heute würde man das nicht mehr so machen, ist aus der UBS zu hören.

Der Ex-Goldman Sachs-Mann war der UBS 13 Millionen Franken wert: Karsten Kengeter, Co-CEO der UBS Investmentbank.

Der Ex-Goldman Sachs-Mann war der UBS 13 Millionen Franken wert: Karsten Kengeter, Co-CEO der UBS Investmentbank.
Bild: Keystone

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Niemand bei der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) hat im letzten Jahr einen höheren Bonus erhalten als Carsten Kengeter, einer der beide Co-Chefs der Investmentbank: 12,5 Millionen Franken. Zusammen mit dem Fixgehalt von 669'092 Franken und dem Arbeitgeberbeitrag an die Vorsorgeeinrichtung von 12'545 Franken beläuft sich die gesamte Bezahlung auf knapp 13,2 Millionen Franken.

Der gigantische Bonus durch die UBS, die im letzten Jahr immerhin einen Verlust von 2,7 Milliarden Verlust geschrieben hat, haben Öffentlichkeit und Politik ungnädig aufgenommen. Als Verteidigung für die hohen Boni wird angeführt, dass der Verlust weit geringer ausfiel als noch ein Jahr zuvor, als er sich auf 21,2 Milliarden Franken belief. Zudem hat die UBS operativ – bereinigt um buchhalterische Effekte - sogar einen Gewinn von 1,4 Milliarden erwirtschaftet. Allein 2 Milliarden Franken Verlust musste die Bank ausweisen, weil dank ihrer höheren Bonität die eigenen Schulden einen höheren Marktwert hatten.

Bessere Zahlen und dennoch Milliardenverlust

Die Bank begründet Kengeters hohe Zahlung unter anderem (siehe unten) mit seiner hervorragenden Leistung, gemessen an den Zielen für das Jahr 2009. Kengeter leitet die Investmentbank der UBS gemeinsam mit Alex Wilmot-Sitwell. Die Vergütung von Wilmot-Sitwell hat die UBS nicht ausgewiesen. Tatsächlich steht die Investmentbank besser da als ein Jahr zuvor, aber nach wie vor schlecht. Für 2009 hat sie Verluste im Umfang von 6,1 Milliarden Franken ausgewiesen.

Im Jahr 2008 belief sich der Verlust immerhin noch auf 34,3 Milliarden Franken, was hauptsächlich auf die toxischen Anlagen in der Bilanz zurückging. Das Ergebnis des Bereichs sieht für 2009 schlechter aus, als es operativ ist, weil die erwähnten 2 Milliarden durch die verbesserte Bonität der Investmentbank belastet wurden. Trotzdem hat sie auch ohne solche Sondereffekte am schlechtesten von allen Geschäftsbereichen der Grossbank abgeschnitten. Der Bereich «Wealth Management & Swiss Bank» hat sogar einen Gewinn von 3,9 Milliarden Franken geschrieben.

Kengeter zählt zu den Topverdienern der Branche

Kengeters Gehalt zählt im Vergleich zu anderen Zahlungen, die Spitzenmanager der Finanzbranche international wieder erhalten, zu den höchsten. Darauf weist zumindest eine Aufstellung des Finanzportals «Finews» hin, das die Vergütungen an Topverdiener der Branche zusammen getragen hat (siehe Link). Selbst der Schweizer Joseph Ackermann erhielt als Chef der Deutschen Bank mit 13,1 Millionen Dollar nur unwesentlich mehr. In der US-Währung beläuft sich Kengeters Gehalt auf rund 12,4 Millionen Dollar.

Am meisten verdient hat Thomas Montag, Chef des Bereichs «Global Banking & Markets» bei der Bank of America mit 29,9 Millionen Dollar. Wie Kengeter ist auch er nicht oberster Chef einer Bank, sondern im Investmentbanking angesiedelt. Und wie Kengeter arbeitete er bis vor kurzem noch bei Goldman Sachs. Die Wallstreet-Bank ist in der Branche für besonders hohe Zahlungen bekannt.

Goldman Sachs-Leute sind teuer

Wer von Goldman Sachs Leute abwirbt, muss daher besonders tief in die Tasche greifen. Darin liegt der wichtigste Grund für die Rekordzahlung an Kengeter. In einer schriftlichen Stellungnahme schreibt die UBS von «Verpflichtungen», die bei der Anstellung von Kengeter eingegangen wurden. Laut inoffiziellen UBS-Quellen hätte der Deutsche bei einer Wall Street-Bank locker das doppelte einstreichen können, was er bei der UBS erhielt. Als er im September 2008 zur UBS gewechselt ist, hätten noch andere Marktverhältnisse vorgeherrscht, ist aus der Grossbank zu vernehmen. Damals hatte man im Finanzsektor noch weniger Skrupel, hohe Boni bar auszubezahlen. Das ist beachtlich, immerhin markierte der September 2008 den Höhepunkt der Finanzkrise mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers.

Wegen den Vereinbarungen von damals erhielt Kengeter 7,5 Millionen Franken, beziehungsweise 60 Prozent des Bonus, in vorläufig gesperrten Aktien und 40 Prozent, beziehungsweise 5 Millionen Franken, in bar ausbezahlt. Das sei heute nicht mehr denkbar, heisst es von Seiten der UBS. Die Cash-Komponente bei Boni betrage heute maximal eine Million Franken. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.03.2010, 13:06 Uhr

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31 Kommentare

Sam Brown

17.03.2010, 13:08 Uhr
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Spielt eigentlich keine Rolle, wie man dieses Gehalt verteidigen will. GS ist ja auch als unsaubere Bank bekannt. Man sollte die "GUTEN" dort lassen wo sie sind und nicht abwerben. KEINER der Banker hat bewiesen, dass er die Summe wert ist, welche er kassiert. Raubrittertum auf hohen Niveau, gesetzlich genehmigt. Der wirtschaftliche Schaden zeigt, dass es nur Schaumschläger und Blender sind. Antworten


Emil Roduner

17.03.2010, 13:22 Uhr
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Es gibt in der Schweiz eine ganze Reihe von erstklassigen Banken, die nie wegen excessiven Boni in die Schlagzeilen geraten, z.B. die Migros-Bank. Sie tut nicht so grossspurig wie die UBS, CS und die ZKB, aber sie ist zuverlässig und gut geführt - auch ohne Boni. Es ist ein immer wiederholtes Märchen, dass man zu vernünftigen Konditionen keine guten Leute finden würde. Antworten



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