Tiefste Nacht bei der Wall-Street-Legende

Aktualisiert am 18.01.2012 4 Kommentare

Bei der Investmentbank Goldman Sachs brach der Jahresgewinn um 67 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar ein. Das Budget schmälerte auch, dass das Unternehmen Schulden bei Warren Buffett beglich.

Krise verhagelt die Bilanz: Das Gebäude von Goldman Sachs (rechts) neben dem neuen World Trade Center. (18. Januar 2012)

Krise verhagelt die Bilanz: Das Gebäude von Goldman Sachs (rechts) neben dem neuen World Trade Center. (18. Januar 2012)
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Goldman Sachs

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Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben der grössten US-Investmentbank Goldman Sachs (GS 159.34 -0.86%) die Bilanz verhagelt. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn des legendären Wall-Street-Hauses regelrecht ein.

Der Jahresgewinn schrumpfte um 67 Prozent auf unter dem Strich 2,5 Milliarden Dollar. Dabei wird Goldman nicht nur von den Folgen der europäischen Schuldenkrise eingeholt. Die Wall-Street-Grösse hatte im Jahresverlauf auch noch ihre Schulden bei Starinvestor Warren Buffett beglichen, was den Gewinn zusätzlich schmälerte.

Investmentbanking im Loch

Immerhin lief es gegen Jahresende wieder etwas besser. Nachdem Goldman im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht war, verdiente die Bank im vierten Quartal wieder dazu. Der Gewinn ging aber um 56 Prozent auf 978 Millionen Dollar zurück, wie der Branchenprimus heute bekanntgab.

Die Einnahmen übers Jahr gesehen sind um ein Viertel auf 28,8 Milliarden Dollar gefallen. Im vierten Quartal nahm das Geldhaus 6,05 Milliarden Dollar ein und lag damit unter den Erwartungen der Wall Street von im Schnitt 6,54 Milliarden Dollar.

Im Investmentbanking fielen die Nettoeinnahmen binnen Jahresfrist um 43 Prozent auf 857 Millionen Dollar. Investmentbanken weltweit leiden derzeit stark darunter, dass Unternehmen unter dem Eindruck der nahenden Rezession in den USA und der Euro-Schuldenkrise kaum mehr Kapitalerhöhungen und Fusionen wagen.

Branche leidet

Die US-Grossbank Citigroup hatte gestern ebenfalls wegen des schwachen Handelsgeschäfts im Zuge der europäischen Schuldenkrise für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang um elf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Der heimische Konkurrent Wells Fargo konnte dagegen seinen Gewinn dank geringerer Rückstellungen für faule Kredite um rund ein Fünftel auf 3,9 Milliarden Dollar steigern. Rivale JPMorgan hatte am Freitag die Bilanzsaison für die Banken eingeläutet und ebenfalls einen herben Gewinnrückgang im Schlussquartal verbucht.

Weniger Lohn für Goldman-Mitarbeiter

Der kleinere Gewinn wirkt sich auch auf die Löhne aus: Ein Goldman-Banker verdiente im vergangenen Jahr im Schnitt 367'000 Dollar. Im Jahr zuvor waren es noch rund 431'000 Dollar gewesen. Doch selbst mit dem abgespeckten Gehalt gehören die Goldman- Beschäftigten zu den absoluten Spitzenverdienern an der Wall Street. (kle/sda)

Erstellt: 18.01.2012, 17:01 Uhr

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4 Kommentare

Toni Bopp

18.01.2012, 18:04 Uhr
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"Tiefste Nacht" für Goldman Sachs gemäss Tagi. Die Börse sieht es komplett anders: +5.9% nach Veröffentlichung der Zahlen heute.
Und die Publikation von "Durchschnittgehältern", ohne die effektive Verteilung zu nennen, macht wenig Sinn.
Antworten


Peter Meister

18.01.2012, 17:34 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

Interessante Definition von "tiefste Nacht"... Antworten



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