Studie entlastet Toyota: Fahrer machten Fehler

Aktualisiert am 11.08.2010 15 Kommentare

Der japanische Autohersteller Toyota kann aufatmen: Nicht technische Unzulänglichkeiten waren Auslöser für viele der Unfälle in den Vereinigten Staaten, sondern Fehler der Fahrer.

Hat wieder deutlich bessere Presse: Toyota, hier im Zentrum Takahiko Ijichi, einer der Spitzenmanager des Autokonzerns.

Hat wieder deutlich bessere Presse: Toyota, hier im Zentrum Takahiko Ijichi, einer der Spitzenmanager des Autokonzerns.
Bild: Keystone

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Eine vorläufige Regierungsstudie hat 58 Unfallschreiber, die sogenannten Black Boxes, ausgewertet. Dabei wurde festgestellt, dass bei mindestens 35 Unfällen die Fahrer überhaupt nicht auf die Bremse getreten hatten; in anderen Fällen bremsten sie nur halbherzig oder in letzter Sekunde.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hatte die Studie im Auftrag der Regierung angefertigt. Örtliche Medien zitierten am Dienstag aus dem Papier, das an Parlamentarier in Washington ging.

Rücken gestärkt

Bereits im vergangenen Monat hatte das «Wall Street Journal» erste Ergebnisse veröffentlicht. Es gab demnach nur einen einzigen Fall, bei dem eine rutschende Fussmatte das Gaspedal verklemmt hatte, was zu einem schweren Unfall führte.

Die Studie stärkt Toyota ( 76.8 -0.52%) den Rücken - zum einen bei den anstehenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik. Insbesondere US-Verkehrsminister Ray LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht.

Elektromagnetische Felder

Die National Academy of Sciences und die Raumfahrtbehörde Nasa untersuchen im Auftrag von LaHood, ob etwa elektromagnetische Felder die Elektronik beeinflusst haben können. Die Experten selbst wollten aus den Zwischenergebnissen noch keine Schlüsse ziehen. Die Untersuchung wird noch einige Monate weiterlaufen.

Toyota hatte weltweit mehr als 8 Millionen Wagen wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fussmatten zurückgerufen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden geht in die Milliarden. Toyota musste überdies eine Strafe in den USA zahlen, weil der Hersteller die Probleme mit den klemmenden Gaspedalen nicht rechtzeitig gemeldet hatte. (sam/sda)

Erstellt: 11.08.2010, 06:47 Uhr

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15 Kommentare

Bernhard Nater

11.08.2010, 08:22 Uhr
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Komisch, dass nur TOYOTA Fahrer nicht auf die Bremse treten..... Alle anderen können es offenbar! Antworten


Pius Tschirky

11.08.2010, 11:35 Uhr
Melden

Der Mensch lebt immer mehr nach dem Motto: "Schuld sind die Anderen!" So ist es auch hier der Fall. Bei meinem "Uralt-VW-Käfer" ist mir das Gaspedal mal angefroren, weil es eben sehr kalt war. Musste halt auch entsprechend reagieren und konnte nicht einfach den Ingenieuren des VW-Konzerns die Schuld in die Schuhe schieben. Jeder scheint sich für "perfekt" zu halten. Antworten



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