Wirtschaft

Studie entlastet Toyota: Fahrer machten Fehler

Der japanische Autohersteller Toyota kann aufatmen: Nicht technische Unzulänglichkeiten waren Auslöser für viele der Unfälle in den Vereinigten Staaten, sondern Fehler der Fahrer.

Hat wieder deutlich bessere Presse: Toyota, hier im Zentrum Takahiko Ijichi, einer der Spitzenmanager des Autokonzerns.

Hat wieder deutlich bessere Presse: Toyota, hier im Zentrum Takahiko Ijichi, einer der Spitzenmanager des Autokonzerns.
Bild: Keystone

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Eine vorläufige Regierungsstudie hat 58 Unfallschreiber, die sogenannten Black Boxes, ausgewertet. Dabei wurde festgestellt, dass bei mindestens 35 Unfällen die Fahrer überhaupt nicht auf die Bremse getreten hatten; in anderen Fällen bremsten sie nur halbherzig oder in letzter Sekunde.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hatte die Studie im Auftrag der Regierung angefertigt. Örtliche Medien zitierten am Dienstag aus dem Papier, das an Parlamentarier in Washington ging.

Rücken gestärkt

Bereits im vergangenen Monat hatte das «Wall Street Journal» erste Ergebnisse veröffentlicht. Es gab demnach nur einen einzigen Fall, bei dem eine rutschende Fussmatte das Gaspedal verklemmt hatte, was zu einem schweren Unfall führte.

Die Studie stärkt Toyota ( 78.91 0.66%) den Rücken - zum einen bei den anstehenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik. Insbesondere US-Verkehrsminister Ray LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht.

Elektromagnetische Felder

Die National Academy of Sciences und die Raumfahrtbehörde Nasa untersuchen im Auftrag von LaHood, ob etwa elektromagnetische Felder die Elektronik beeinflusst haben können. Die Experten selbst wollten aus den Zwischenergebnissen noch keine Schlüsse ziehen. Die Untersuchung wird noch einige Monate weiterlaufen.

Toyota hatte weltweit mehr als 8 Millionen Wagen wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fussmatten zurückgerufen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden geht in die Milliarden. Toyota musste überdies eine Strafe in den USA zahlen, weil der Hersteller die Probleme mit den klemmenden Gaspedalen nicht rechtzeitig gemeldet hatte. (sam/sda/)

Erstellt: 11.08.2010, 06:47 Uhr

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15 Kommentare

Simon Brunner

11.08.2010, 12:53 Uhr
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@Bernhard Nater: Komisch ist das nicht. Man muss wissen dass Toyota kurz davor die Nr. 1 im Automobilmarkt geworden ist und sich die amerikanischen Schrottkarossen kaum mehr verkaufen liessen. Da ist es gut und billig den ärgsten Konkurrenten zu verunglimpfen. Ich rate Toyota zu einer Gegenklage. Im übrigen ist es Microsoft so ergangen und nun ist Apple an der Reihe. Was gemerkt? Antworten


Kurt Hauser

11.08.2010, 11:37 Uhr
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Sind wohl alles Erstfahrer gewesen.... Antworten


Pius Tschirky

11.08.2010, 11:35 Uhr
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Der Mensch lebt immer mehr nach dem Motto: "Schuld sind die Anderen!" So ist es auch hier der Fall. Bei meinem "Uralt-VW-Käfer" ist mir das Gaspedal mal angefroren, weil es eben sehr kalt war. Musste halt auch entsprechend reagieren und konnte nicht einfach den Ingenieuren des VW-Konzerns die Schuld in die Schuhe schieben. Jeder scheint sich für "perfekt" zu halten. Antworten


Peter Sauber

11.08.2010, 11:24 Uhr
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Komisch, dass solche Sachen immer nur in den USA passieren. Es scheint doch eher so zu sein, dass der durchschnittliche Amerikaner das Brems vom Gaspedal nicht unterscheiden kann. Antworten


Tom Kuhn

11.08.2010, 11:18 Uhr
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@Nater Schon komisch, dass objektive Untersuchungen gezeigt haben, die Fahrer haben die Fussbremse nicht benutzt. Es ist offensichtlich, dass die USA die eigene Autoindustrie stärken musste. Auf Kosten der Japaner versteht sich. Man suchte einen Grund, um einen starken Konkurrenten medial zu schaden. Bei mir klemmte das Kupplungspedal wegen der Fussmatte. Ich fahre eine europäische Marke! Antworten


Manfred Kurmann

11.08.2010, 11:02 Uhr
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Ich finde dieses Verhalten der "Saubermann-Supermacht" USA wieder einmal skandalös und eines ehrlichen und fairen Landes unwürdig, das permanent andere beschuldigt und sich immer noch als Weltpolizist aufspielt. Vielleicht sind nun auch Fahrlehrer und nicht nur Schulen und Bundesstaaten pleite :-) Oder: Ist man unfähig, konkurrenzfähige Autos bauen, ist man so mies und schwärzt halt andere an... Antworten


Nadine Binsberger

11.08.2010, 10:58 Uhr
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Auch für den Klimawandel werden die Konsumenten wohl selber geradestehen müssen. Sie hätten ihre Wagen ja nicht fahren sollen. Antworten


Dieter Isler

11.08.2010, 10:43 Uhr
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Was mir einfach auffällt, ist - unabhängig von Toyota - dass die Bremspedale bei Automatikwagen heute deutlich schmaler ist, als früher. Bei meinem alten Auto ist die Bremspedale gegen 15 cm breit. Die kann man gar nicht verfehlen! Ich meine damit nur, dass vielleicht die einen Pedalen- Konfigurationen eine Fehlbedienung begünstigen, wenn dann zusätzlich noch ungeeignetes Schuhwerk getragen wird. Antworten


Christian Grogg

11.08.2010, 10:14 Uhr
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Ich habe von Anfang an vermutet, dass es sich bei vielen Fällem um Menschliches Versagen handelte. Schliesslich passierte der Grossteil der Unfälle in den USA, im Land der Automat-Fahrer und Hobbykläger. Dabei gibt es mindestens drei Varianten, einen Prius trotz der vielen Elektronik zum stehen zu bringen. 1. Schaltheben auf "N" 2. Startknopf mehrere Sekunden betätigen 3. In die Eisen latschen Antworten


Peter M. Müller

11.08.2010, 09:52 Uhr
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Antwort an B. Nater: Auch bei den andern passiert es, nur wird das dann nicht publik. Offensichtlich war das Ganze auch eine antijapanischer Angriff der amerikanischen Automobilindustrie. Übrigens: der ehemalige Bundesrat Alfons Egli, dem das auch geschah, fuhr damals einen Mercedes. Antworten


Jan van Beilen

11.08.2010, 09:40 Uhr
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Stellen Sie sich vor, eine Firma bringt ein neues Produkt auf dem Markt. Es verspricht bequemes Reisen, aber bei nähere Überprüfung zeigt sich dass die Einführung jedes Jahr 350 Tote und 4700 Schwerverletzten fordert. Hauptursachen: Unfähigkeit das Gerät richtig zu bedienen, Unvorsichtigkeit, Überforderung. Würde mann doch nie erlauben, oder? Hat man aber, leider, mit alle Konsequenzen. Antworten


Caroline Peterhans

11.08.2010, 09:22 Uhr
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Fairness und Intelligenz à la USA - anklagen, verleumden und beschuldigen - und dann auf die Idee kommen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ob sich da wohl jemand entschuldigt? Oder so viel Anstand hat, einige Dollarmillionen wegen Rufschädigung abzugeben? Kaum, es ist ja kein US-Unternehmen. Aber es besteht ja zumindest, die Chance, inskünftig zu lernen, das Gas- vom Bremspedal zu unterscheiden. Antworten


Peter Vogel

11.08.2010, 08:43 Uhr
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Was für ein Zufall, dass diese Beschuldigungen gerade in dem Moment auftauchten, als die US Autoindustrie kurz vor der Pleite stand... Antworten


marc michel

11.08.2010, 08:34 Uhr
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man müsste jetzt die beschwerdeführer mit gegenklagen eindecken, die wollten den konzern um millionen betrügen! Antworten


Bernhard Nater

11.08.2010, 08:22 Uhr
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Komisch, dass nur TOYOTA Fahrer nicht auf die Bremse treten..... Alle anderen können es offenbar! Antworten



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