Studie entlastet Toyota: Fahrer machten Fehler
Aktualisiert am 11.08.2010 15 Kommentare
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Eine vorläufige Regierungsstudie hat 58 Unfallschreiber, die sogenannten Black Boxes, ausgewertet. Dabei wurde festgestellt, dass bei mindestens 35 Unfällen die Fahrer überhaupt nicht auf die Bremse getreten hatten; in anderen Fällen bremsten sie nur halbherzig oder in letzter Sekunde.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hatte die Studie im Auftrag der Regierung angefertigt. Örtliche Medien zitierten am Dienstag aus dem Papier, das an Parlamentarier in Washington ging.
Rücken gestärkt
Bereits im vergangenen Monat hatte das «Wall Street Journal» erste Ergebnisse veröffentlicht. Es gab demnach nur einen einzigen Fall, bei dem eine rutschende Fussmatte das Gaspedal verklemmt hatte, was zu einem schweren Unfall führte.
Die Studie stärkt Toyota ( 78.91 0.66%) den Rücken - zum einen bei den anstehenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik. Insbesondere US-Verkehrsminister Ray LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht.
Elektromagnetische Felder
Die National Academy of Sciences und die Raumfahrtbehörde Nasa untersuchen im Auftrag von LaHood, ob etwa elektromagnetische Felder die Elektronik beeinflusst haben können. Die Experten selbst wollten aus den Zwischenergebnissen noch keine Schlüsse ziehen. Die Untersuchung wird noch einige Monate weiterlaufen.
Toyota hatte weltweit mehr als 8 Millionen Wagen wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fussmatten zurückgerufen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden geht in die Milliarden. Toyota musste überdies eine Strafe in den USA zahlen, weil der Hersteller die Probleme mit den klemmenden Gaspedalen nicht rechtzeitig gemeldet hatte. (sam/sda/)
Erstellt: 11.08.2010, 06:47 Uhr
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15 Kommentare
Der Mensch lebt immer mehr nach dem Motto: "Schuld sind die Anderen!" So ist es auch hier der Fall. Bei meinem "Uralt-VW-Käfer" ist mir das Gaspedal mal angefroren, weil es eben sehr kalt war. Musste halt auch entsprechend reagieren und konnte nicht einfach den Ingenieuren des VW-Konzerns die Schuld in die Schuhe schieben. Jeder scheint sich für "perfekt" zu halten. Antworten
@Nater Schon komisch, dass objektive Untersuchungen gezeigt haben, die Fahrer haben die Fussbremse nicht benutzt. Es ist offensichtlich, dass die USA die eigene Autoindustrie stärken musste. Auf Kosten der Japaner versteht sich. Man suchte einen Grund, um einen starken Konkurrenten medial zu schaden. Bei mir klemmte das Kupplungspedal wegen der Fussmatte. Ich fahre eine europäische Marke! Antworten
Ich finde dieses Verhalten der "Saubermann-Supermacht" USA wieder einmal skandalös und eines ehrlichen und fairen Landes unwürdig, das permanent andere beschuldigt und sich immer noch als Weltpolizist aufspielt. Vielleicht sind nun auch Fahrlehrer und nicht nur Schulen und Bundesstaaten pleite :-) Oder: Ist man unfähig, konkurrenzfähige Autos bauen, ist man so mies und schwärzt halt andere an... Antworten
Was mir einfach auffällt, ist - unabhängig von Toyota - dass die Bremspedale bei Automatikwagen heute deutlich schmaler ist, als früher. Bei meinem alten Auto ist die Bremspedale gegen 15 cm breit. Die kann man gar nicht verfehlen! Ich meine damit nur, dass vielleicht die einen Pedalen- Konfigurationen eine Fehlbedienung begünstigen, wenn dann zusätzlich noch ungeeignetes Schuhwerk getragen wird. Antworten
Ich habe von Anfang an vermutet, dass es sich bei vielen Fällem um Menschliches Versagen handelte. Schliesslich passierte der Grossteil der Unfälle in den USA, im Land der Automat-Fahrer und Hobbykläger. Dabei gibt es mindestens drei Varianten, einen Prius trotz der vielen Elektronik zum stehen zu bringen. 1. Schaltheben auf "N" 2. Startknopf mehrere Sekunden betätigen 3. In die Eisen latschen Antworten
Antwort an B. Nater: Auch bei den andern passiert es, nur wird das dann nicht publik. Offensichtlich war das Ganze auch eine antijapanischer Angriff der amerikanischen Automobilindustrie. Übrigens: der ehemalige Bundesrat Alfons Egli, dem das auch geschah, fuhr damals einen Mercedes. Antworten
Stellen Sie sich vor, eine Firma bringt ein neues Produkt auf dem Markt. Es verspricht bequemes Reisen, aber bei nähere Überprüfung zeigt sich dass die Einführung jedes Jahr 350 Tote und 4700 Schwerverletzten fordert. Hauptursachen: Unfähigkeit das Gerät richtig zu bedienen, Unvorsichtigkeit, Überforderung. Würde mann doch nie erlauben, oder? Hat man aber, leider, mit alle Konsequenzen. Antworten
Fairness und Intelligenz à la USA - anklagen, verleumden und beschuldigen - und dann auf die Idee kommen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ob sich da wohl jemand entschuldigt? Oder so viel Anstand hat, einige Dollarmillionen wegen Rufschädigung abzugeben? Kaum, es ist ja kein US-Unternehmen. Aber es besteht ja zumindest, die Chance, inskünftig zu lernen, das Gas- vom Bremspedal zu unterscheiden. Antworten






Simon Brunner
@Bernhard Nater: Komisch ist das nicht. Man muss wissen dass Toyota kurz davor die Nr. 1 im Automobilmarkt geworden ist und sich die amerikanischen Schrottkarossen kaum mehr verkaufen liessen. Da ist es gut und billig den ärgsten Konkurrenten zu verunglimpfen. Ich rate Toyota zu einer Gegenklage. Im übrigen ist es Microsoft so ergangen und nun ist Apple an der Reihe. Was gemerkt? Antworten