Wirtschaft
Sportevents locken mit Milliardenaufträgen
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 24.03.2012 3 Kommentare
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Im Sommer 2014 ist Kick-Off für die Fussballweltmeisterschaft in Brasilien. Bis dahin braucht es fertig gebaute Stadien für zigtausende Fussballfans. Auch für die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien werden Sporthallen für die Wettkämpfe gebaut und die Infrastruktur für Sportler und Besucher errichtet – zusammengenommen Projekte in Milliardenhöhe, die darauf warten, auch von Schweizer Firmen abgeholt zu werden.
Die vergangenen zehn Jahre waren für Schweizer Klein- und Mittelbetriebe (KMU) schon durchaus eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte im Bereich von Grossevents: So haben die Architekten Herzog & Meuron das Nationalstadion in Peking gestaltet. Der Weltfussballverband Fifa hat die Luxusuhrenmarke Hublot zur «offiziellen Uhr» der WM im Jahr 2010 ernannt. Und der Seilbahnspezialist Garaventa hat das Fussballstadion in Kapstadt mit einer 430 Meter langen Seilbahn überspannt.
Milliardenprojekte in Brasilien
Damit Schweizer KMU bei Sportevents die Geschäftsmöglichkeiten nutzen können, ruft die Aussenwirtschaftsorganisation Osec die heimischen Unternehmen jeweils dazu auf, «sich möglichst früh bei öffentlichen Ausschreibungen um Aufträge bei künftigen Grossereignissen zu bewerben», so der Sprecher Patrick Djizmedjian. «Aufgrund der Bedeutung von globalen Sportanlässen ergeben sich in der Regel für Schweizer Exporteure interessante Geschäftsmöglichkeiten — vor, während und auch nach Grossanlässen.» Die Osec helfe exportorientierten Unternehmen bei der Vorbereitung des Markteintritts.
Zum Beispiel in Brasilien. Dort wollen Staat und Privatwirtschaft immerhin fast 37 Milliarden Franken umgerechnet in Projekte rund um die Fussballweltmeisterschaft investieren. Für die Olympischen Spiele 2016, die ebenfalls in Brasilien stattfinden, sind es noch einmal 12 Milliarden Franken. Und die Investitionen für die bevorstehende Fussballweltmeisterschaft in Russland im Jahr 2018 wird sogar auf 42 Milliarden geschätzt. Das Gesamtvolumen für die grössten Sportevents der Welt beträgt zusammengerechnet mehr als 80 Milliarden Franken über die nächsten 6 Jahre.
Langwierige Vorbereitungen
Die Zeit drängt allerdings. Denn die Vorbereitungen für solche Riesenprojekte sind entsprechend lange. Im Vorfeld zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London waren verhältnismässig wenige Schweizer Firmen mit an Bord. Beispielsweise der Schweizer Stadionbauer Nüssli. Er hat in London Aufträge in zweistelliger Millionenhöhe an Land gezogen. Das Unternehmen baut Stadienteile und Sponsorenpavillons. Doch das ist erst ein Bruchteil des gesamten Auftragsvolumens der Sportevents in Grossbritannien: Gut 98 Prozent aller Dienstleistungen rund um die Sommerspiele in diesem Jahr stammen aus dem Inland. Grund dafür ist die Absicht der Briten, den Osten der Hauptstadt wirtschaftlich zu fördern, indem die Wertschöpfung vor Ort erbracht wird. Aus Sicht des Vizepräsidenten des Schweizerischen KMU-Verbands, Roland Rupp, sei das für Schweizer Firmen aber kein Hinderungsgrund, sich um Folgeaufträge zu bemühen. So wie der Schweizer Uhrenhersteller Swatch das gemacht hat, könnten Unternehmen auch eine Niederlassung am Veranstaltungsort gründen, um am Kuchen mitzunaschen.
Einfach ist das Mitbieten bei Grossaufträgen für die KMU nicht. Öffentliche Aufträge in diesen Dimensionen haben lange Vorlaufzeiten über mehrere Jahre. Was der CEO und Marktverantwortliche des Schweizer Stadionbauers Nüssli, Daniel Cordy, bestätigt: «Die Marktbearbeitung im Vorfeld kann gut vier Jahre dauern, bis die ersten Aufträge ins Haus kommen. Projekte mit langen Vorlaufzeiten werden häufig eingestampft, daher braucht es eine gründliche Organisation.»
Durchhalteparolen
Im Schweizer Aussenhandel stellen Branchenkenner häufig die immergleichen Fehler fest: Wer nicht von Anfang an dabei ist, profitiert auch nicht von den Geschäftschancen bei diesen Grossaufträgen. Und wer vor Ort präsent sein kann, ist klar im Vorteil. Zu diesem Zweck formiert sich am 20. April zwecks der effizienteren Geschäftsanbahnung die Denkwerkstatt des Schweizerischen KMU-Verbands. Vizepräsident Rupp kennt die Wehwehchen der Unternehmen: «Schweizer KMU sind nicht immer glücklich mit den Auftragsvergaben.» Die Verfahren seien oft zu undurchsichtig und nicht immer bekommt jenes Unternehmen den Zuschlag, das den günstigsten Preis bietet. «Es gibt hier mit Sicherheit Verbesserungsmöglichkeiten.» Seine Empfehlung: «Die Unternehmen sollten sich nicht abschrecken lassen und Arbeitsgemeinschaften gründen sowie mit Firmen kooperieren, die über Lokalkenntnisse verfügen.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.03.2012, 06:37 Uhr
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3 Kommentare
In Athen wurde 2004 für die Olympiade viel Geld, sehr viel Geld ausgegeben. Wenn man sich heute dort umschaut rostet alles still und heimlich vor sich hin.... Niemand hat was davon - nur Schuldzinsen die man nicht zahlen kann. Wer hat verdient??? Die Architekten und die Bauunternehmer; alle anderen sind die Verlierer!!! Wann hört dieses kranke Spiel endlich auf???
In Südafrika ist es genauso (WM)
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Russland gibt dreissig Milliarden für die Olympischen Winterspiele aus. Rechnen wir alle Kosten von Sportveranstaltungen zusammen, ergibt dies eine Riesensumme von Kosten, die sicher für besseres und vorallem Nachhaltigerem eingesetzt werden könnte. Antworten
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