Wirtschaft

Showdown für Grübel

Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 21.09.2011 84 Kommentare

Der Verwaltungsrat der UBS entscheidet heute in Singapur über die künftige Führung, das Personal macht sich Sorgen um seine Boni.

Geht er, oder bleibt er? Die Gerüchte über die Zukunft von UBS-Chef Oswald Grübel jagen sich.

Geht er, oder bleibt er? Die Gerüchte über die Zukunft von UBS-Chef Oswald Grübel jagen sich.
Bild: Keystone

Talfahrt: Die UBS-Namensaktie seit Grübels Amtsantritt.

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Was als gemütliche Strategiesitzung mit anschliessendem Besuch des Formel-1-Rennens in Singapur gedacht war, wird für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) zum Spiessrutenlauf. Ihr Hotel wird von den internationalen Medien belagert, es jagen sich die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des CEO Oswald Grübel (das schreibt die welsche «Bilan») und halboffizielle Dementis. Spätestens bis Ende Woche soll nun kommuniziert werden, wie es weitergeht.

Angefangen hat Grübels Programm bereits gestern mit einem Besuch beim Singapurer Staatsfonds GIC. Er ist der grösste UBS-Aktionär. Für einmal waren die Asiaten nicht höflich zurückhaltend, sondern enttäuscht und ungehalten über den erneuten Rückschlag bei der UBS. Kein Wunder, denn immerhin haben die Singapurer ihr Investment bei der UBS 2008 mit 12 Milliarden Franken bezahlt, und nun ist es nicht einmal mehr ein Viertel davon wert. Und trotz beachtlicher operativer Erfolge (siehe Tabelle) kam der Aktienkurs der UBS unter Grübel auch schon vor dem jüngsten Skandal nicht vom Fleck. Noch immer sei man von der UBS überzeugt, hiess es zwar bei GIC, doch hinterhergeschoben wird die Bemerkung, dass man vor allem die Vermögensverwaltung für gut befinde. Eine kaum versteckte Aufforderung an Grübel, die Investmentbank endlich zurückzufahren.

Weiterer Imageschaden

Das Treffen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung soll heute und morgen stattfinden. Geplant sind etliche Sitzungen zu Strategie- und Personalfragen. Letztlich werde aus dem schon lange geplanten Treffen eben doch ein Krisengipfel, sagt ein Insider. Im Mittelpunkt stehen zwei Personen: Grübel und Carsten Kengeter, der Chef der Investmentbank. Dieser gibt in seiner Abteilung mittlerweile Durchhalteparolen durch und hofft auf ein gutes viertes Quartal. Ob dies angesichts des verhaltenen wirtschaftlichen Umfelds möglich ist, wird sich zeigen. Schlecht aufgenommen wurde zudem die Meldung, dass die Bank of China im Swapgeschäft nicht mehr mit der UBS zusammenarbeiten will – nicht unbedingt, weil das Geschäft besonders bedeutend wäre, sondern, weil dies einen weiteren Imageschaden bedeutet.

Ungemütlich ist die Situation aber nicht nur für die Führungsspitze der UBS, sondern auch für das Personal. Denn dieses muss wegen der zwei verlorenen Milliarden eines einzigen Händlers um seine Boni fürchten. Auch darum erhöht sich der Druck auf den Verwaltungsrat, noch diese Woche zu kommunizieren, wie es denn nun weitergehen soll, sowohl bezüglich Strategie wie auch mit Grübel, Kengeter und den Boni. Aller Voraussicht nach gibt es am Donnerstag eine Mitteilung des Verwaltungsrats zur Zukunft Grübels und darüber, wie es im Investmentbanking weitergehen soll. Vielleicht wird die Zusammenkunft auch bis zum Freitag fortgesetzt. Am Samstag ist dann Formel 1 angesagt. Die Ehrenlogen für die UBS stehen bereit, immerhin ist man ein grosser Sponsor. Wie viele UBSler am Shakira-Konzert mittanzen, das auch noch geplant ist, hängt wohl vom Ausgang der Sitzung ab.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.09.2011, 21:37 Uhr

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84 Kommentare

Peter Haller

21.09.2011, 07:16 Uhr
Melden 99 Empfehlung

Na, wenn die Boni die grösste Sorge der Mitarbeiter sind, dann ist es höchste Zeit, diesen sinkenden Seelenverkäufer zu verlassen.
Ich habe diese Bank vor 4 Jahren als Kunde verlassen und bin heute mehr als stolz drauf.
Antworten


Claudio A. Engeloch

21.09.2011, 08:14 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Es ist nicht "das Personal", das um seine Boni zittert, sondern einzig und allein die hochbezahlten, von der Versager-Troika Villiger, Grübel + Co. immer noch gedeckte, Abzocker-Casino-Player im Investementbereich. Die mehrheitlich "normalen" Mitarbeitenden werden abgestraft - durch Leistungsdruck, Stellenabbau, tagtägliches Banken-Bashing, für das sie wenig bis nichts beitragen haben. Antworten



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