Schweizer Volkswirtschaft nimmt Anlauf
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Die Schweizer Volkswirtschaft hat ihre tiefe Rezession im zweiten Halbjahr 2009 überwunden, wie die BAK Basel Economics AG schreibt. Dies biete sogleich eine gute Ausgangsbasis für das Jahr 2010. Selbst wenn die Wirtschaftsentwicklung im Vorquartalsverlauf 2010 nur stagnieren sollte, reiche der aus dem zweiten Halbjahr 2009 mitgenommene Schwung aus, für das Gesamtjahr 2010 ein positives Wachstum von 0,8 Prozent zu generieren.
Das Konjunkturforschungsinstitut korrigiert zwar die Prognose für das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) 2010 von plus 0,7 Prozent auf plus 1,2 Prozent nach oben. Diese Revision beruhe aber nicht auf einer Neueinschätzung der konjunkturellen Entwicklung. So sei ein Grossteil der Korrektur technischer Natur weil die konjunkturelle Dynamik im Schlussquartal 2009 deutlich besser ausgefallen sei als im Dezember unterstellt.
Auslandsnachfrage beflügelt
Anlass zur Euphorie bestehe nicht, schreibt die BAK. Die zuletzt verzeichnete Dynamik sei auf eine Vielzahl temporärer Faktoren zurückzuführen, deren stimulierender Einfluss allmählich nachlasse. So wurde die Auslandsnachfrage in den vergangenen Monaten auch dadurch beflügelt, dass viele Handelspartner ihre massiv reduzierten Lagerbestände wieder auffüllten oder zumindest in deutlich geringerem Umfang abbauten.
Diese Korrektur «realwirtschaftlicher Übertreibungen nach unten» werde jedoch im Jahresverlauf 2010 nachlassen. Es wird aber damit gerechnet, dass die Schweizer Güterausfuhren nach einem Minus von 11,8 Prozent im Vorjahr 2010 ein Wachstum von knapp 4 Prozent realisieren können. Bescheidener sei des Ausblick für die Exporte von Schweizer Dienstleistungen. Hier wird mit einem Wachstum von 1,8 Prozent gerechnet. Im Vorjahr waren die Exporte um 5,7 Prozent gesunken. Mit einer gewissen Hypothek geht auch der private Konsum ins 2010. Das Wachstum im vergangenen Krisenjahr um 1,2 Prozent erscheine zum Teil nur aus der Vergangenheit geborgt. Für 2010 wird deshalb mit einem gebremsten Wachstum der privaten Konsumausgaben von 0,5 Prozent gerechnet.
Positiver wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt
Auf hohem Niveau nachlassen würden auch die staatlichen Wachstumsimpulse. Erschwerend komme hier hinzu, dass 2010 auch der industriell gewerbliche Bau deutlich an Dynamik verlieren werde und sich beim bis anhin sehr regen Wohnungsneubau eine Trendumkehr nach unten abzeichne. Für die gesamten Bauinvestitionen sei ein Rückgang von 0,6 Prozent zu erwarten.
Für den Schweizer Arbeitsmarkt hat die BAK eine Neuschätzung vorgenommen. Sie geht nun nicht mehr davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis zum Jahresende auf über fünf Prozent ansteigt. Es wird nun damit gerechnet, dass sie bis zum Herbst auf 4,5 Prozent ansteigen und dieses Niveau bis in das erste Halbjahr 2011 hinein beibehalten wird, bevor es zu einer langsamen aber stetigen Rückbildung kommt. Für die Erwerbstätigkeit rechnet die BAK mit einem Rückgang um 0,3 Prozent. (bru/ddp)
Erstellt: 11.03.2010, 13:48 Uhr
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