Wirtschaft
Diskussion
«Schockiert über die Brutalität der Entlassung»
Der Genfer Stadtpräsident Pierre Maudet kritisiert das Vorgehen der Konzernspitze bei der Schliessung des Merck-Serono-Standorts. Auch von Wirtschaftsminister Schneider-Ammann hätte er mehr Einsatz erwartet. Mehr...
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38 Kommentare
Was soll da der Bundesrat noch tun? MerckSerono ist abgewirtschaftet, hat keine neuen Produkte, hat versagt. Da gibt es nichts mehr zu retten. Es braucht MerckSerono nicht mehr. Was will man Arbeitsplätze von einem Unternehmen ohne Zukunft noch zu erhalten versuchen? Dass Bertarelli vor Jahren ausgestiegen ist, ist wohl auch kein Zufall, der hat den unabwendbaren Niedergang wohl geahnt. Antworten
Ich nehme an, sogar Herr Bertarelli hat das Risiko (Produktepalette, Klumpenrisiko) frueh genug gewusst.
Aber, was hat er dagegen gemacht ?
Sich beim Segeln entspannt ?
Finde die Haltung des FDP Stadtpräsidenten interessant. Sonst ist der Staat, laut FDP, immer ein lästiges Übel, der nur bürokratische Hürden aufbaut und den Unternehmen damit vor der Sonne steht. Sobald aber mal ein Unternehmen geht, soll dann Schneider Ammann einschreiten. Hey: Kapitalismus bedeutet eben auch, dass ein Unternehmen einen Standort schliesst. Da ist die Politik absolut machtlos. Antworten
Richtig Herr Heinzmann. Fehler jedoch nicht bei der FdP. Junge Leute braucht das Land (Stadtpräsident v Genf) toll. Gibt noch viel zu lernen - nicht alles in Buchform erhältlich. Weitere Entlassungen folgen."Steuergeschenke, weniger Bürokratie" wichtig für Arbeitgeber. Würde man aus Kritik nicht lernen müsste man auch hier sparen. Einsatz für Genf (mit BR gut gemeint) immerhin unverkennbar.
Ein Politiker, wie eine Fahne im Wind, nur hat diese kein Eigeninteresse. Merck-Serono handelt nach den Gesetzen des Marktes, um künftige Daseinsberechtigung. Der politische Auftrag ist es, dieses Ereignis in Bezug auf Wohlstand zu kompensieren und nicht sich mit Verblendung zu profilieren! Antworten
Und was den Wirtschaftsminister Schneider-Ammann angeht, konnte er dieses Mal keinen Einfluss nehmen - nochmals freie Marktwirtschaft lässt grüssen - da der Konzern a) privat war und b) ins Ausland verkauft wurde.Selbst wenn die Firma im Inland verkauft worden wäre, hätte der Wirtschaftsminister dennoch nicht mehr Spielraum gehabt, da kein Staatsbetrieb! Antworten
Wer etwas riskiert, kann verlieren. Wer nichts riskiert, hat schon verloren! Dies zur passiven Haltung unseres Wirtschaftsministers.
Nun müssen die grossen Rausschmeisser aufpassen, dass sie nicht die nächsten sind, welche zum Club der Entlassenen gehören!! Freie Marktwirtschaft lässt grüssen.Dass die Rausschmeisser heute auch plötzlich zu den Rausgeschmissenen gehören können, ist heutzutage ja keine Seltenheit mehr!Dann wird es punkto Eigenverantwortung der Stellesuchenden (vorher Rausschmeisser) plötzlich ganz ruhig! Antworten
Vielleicht sollte man doch über das BGE nachdenken.Man sieht ja,wie sich die Wirtschaft entwickelt,was den Initianten f.d.BGE Terrain verschafft,v.a.wenn es AG gibt,die sich dann in der Arena (27.4.12)breitbeinig mit der Aussage hinstellen "ja man müsse sich das Geld d.Arbeit verdienen u.Arbeit stärke das Selbstvertrauen".V.a. dann,wenn wie bei der besagten Firma eine Riesenentlassung im Gang ist! Antworten
Guter Tip Herr Maudet. Wählen Sie bei den nächsten Stadtratswaheln links/grün. Wenn Sie enttäuscht sind von Ihrem lieberalen Mitstreiter im Bunderat. Es geht nicht im Wahlkampf sich gegen den Sozailstaat zu stemmen und alles linke zu verteufeln und im gleichen Atemzug dann jammern wenn ein Unternehmen aus ökonomischen Gründen Arbeiter auf die Strasse stellt. Was will die FDP denn dann? Antworten
@ Samuel Koch. Gut gemeint. Nicht nachhaltig. Gäbe es die FdP und andere liberale Parteien nicht - wäre auch unser Staat schon längst Pleite. Ausgeben (SP) ok - doch irgendwie oder von irgendwo muss das Geld wieder in die Kasse fliessen. Es den Reichen via Sondersteuer aus den Taschen ziehen bewirkt das Gegenteil wie wir langsam bemerken (hoffentlich).
Das Jammern des FDP-Stadtpräsidenten kommt leidlich spät. Kontakte zu solchen Firmen baut man eigenverantwortlich und rechtzeitig auf und verlangt nicht Sukkurs aus Bern, wenn einem die sonst ach so hochgelobte Globalisierung und liberales Verhalten schädigt. Antworten
Wie auf jeder börsenkotierten Firma lastet auch auf Pharmafirmen der Erfolgsdruck der Märkte. Die Pharma-Branche konnte lange Zeit die Erwartungen erfüllen, indem sie gezielt Medikamente auf den Markt brachte, die Krankheiten therapieren - aber nicht heilen. Echte Heilungskonzepte (z.B.dsRNA Activated Caspase Oligomerizer, DRACO) werden unterdrückt. Langsam wird dieser Grat aber sehr schmal. Antworten
Wäre Bertarelli Sohn ein verantwortungsbewusster Patron gewesen wie sein Vater, so hätte er um diese Dislokationsgefahr gewusst und sich nicht via Verkauf als unter 40-jähriger Milliardär in den Segelruhestand zurückgezogen. Das tat er und signalisierte, das ihm die Firma schnuppe war, nicht aber die Milliarden. Solche "Chefs" wird es leider immer geben. Sie sind ihres Erbes unwürdig. Antworten
Darum unbedingt sofort die Erbschaftssteuerinitiative unterschreiben, die genau auf solche Erben zielt, die nur an sich denken und nichts für die Menschen in diesem Land tun.
Diese Sorte Chef ist schon länger eine Pest und eine Landplage, wie in den 10 Geboten, wo dann die höchste Instanz der Schöpfung kam und der letzten Plage den Garaus machte!
Grosses Stöhnen der Lokal-Politiker und wenn es schlecht geht, wird sofort 'Bern' gerufen. Wie war die Zeit vorher ? Cüplitrinken oder was ? Da haben sie lokalen Behörden geschlammt, war ja schon länger sichtbar nach dem Verkauf an Merck. Danken wir der Globalisierung ! Antworten
Das Vorgehen pass für mich ins Bild; in Deutschland sind Einsparungen über Personalabbau aufgrund der starken Betriebsräte fast nicht möglich. Deshalb liegt es nahe, dass dies in der Schweizer realisiert wird. Im Gegenzug nehmen wir dann wieder im Rahmen der Personenfreizügigkeit ein paar Deutsche Arbeitskräfte bei uns auf.... Antworten
Schon mit dem Verkauf der Firma ging die Vermutung um, dass dort in ein paar Jahren Schluss ist. Man hätte damals zu Klauseln greifen können, und man hätte Zeit gehabt anzupassen. Stattdessen bejubelten die Medien die 17 Mrd. des B. und seine Segelkünste, auch dass er im VR des untergehenden >Supertankers< UBS sass, gab keinen Anlass zu Kritik... Antworten
Die Schuldigen sind in solchen Fällen primär die Leute, welche das Familiensilber an Grosskonzerne verkaufen, die keine unternehmerische Beziehung zum einverleibten Unternehmen und zum Standort haben. Bertarelli als Genfer hat sich mit Milliarden aus der von seinen Vorfahren aufgebauten Firma “verabschiedet” und die “bösen Deutschen” lachen sich über die Tölpel aus Genf ins Fäustchen. Honi soit.. Antworten
Die Frage ist, wie viele der 1250 Arbeitsplätze waren von Schweizer beleget? Und von den restlichen Arbeitnehmer wäre gut zu wissen wie viele in der Schweiz wohnen und Steuern zahlen. Bundesrat JSA kennt wohl die Antwort darum hat er sich zurückgehalten. Antworten
Mit dem Unterschied,dass Novartis NICHT verkauft wurde,sondern den Standort zwecks Gewinnmaximierung schliessen wollte.Bei einem Verkauf/Uebernahme hingegen ist der neue Besitzer nicht mehr verpflichtet,die alte Belegschaft wie früher zu übernehmen,sodass in diesem Fall weder UNIA noch der Wirtschaftsminister hätten irgend etwas dagegen unternehmen können! Demzufolge reicht der Wille alleine nicht
Genfer Stadtpräsident (FdP) enttäuscht. Andere Stadtpräsidenten (auch viele Kommentarschreiber) täten gut daran daraus zu lernen. Steuergeschenke an Arbeitgeber. Weitsicht. Weitere öffentliche wie private Betriebe schliessen.1000ende Stellen werden am Tag X nicht mehr sein. Idee 2500 für alle plötzlich v grosser Bedeutung. Alles in allem keine Brutalität - nein - Fact. Toleranz u Ideen gefragt. Antworten
Wenn die Schweiz Jährlich um die 80'000 Personen zusätzlich beschäftigen kann, wie kann es dann sein das 1250 keinen Job mehr finden sollten? Wird damit nicht eher versucht zu erreichen, das die Pharma Industrie auch weiterhin mit überhohten Preisen operieren kann? Antworten
@SM Das Problem ist doch, das die Pharma gezwungen wird ihre Medis zu einem günstigeren Preis in der Schweiz anzubieten. Nun zieht eine Firma, die eh nicht gut da steht weg. Damit will man doch nur wieder die Politik unter Druck setzen um auch weiterhin überteuerte Produkte auf den Schweizer Markt werfen zu können und der Plan könnte aufgehen.
@E. Weiss Börsenkotierte Pharmafirmen sind genau so dem Gutdünken der Analysten und Märkte ausgeliefert, wie früher z.B. unsere (kaum mehr existente) Elektronik-Industrie. Da jedoch Aufwändungen für Forschung und Entwicklung hohen Erträgen diametral entgegenstehen, wird auch diese Branche irgendwann nach Asien abwandern. Nicht umsonst fördert China Natur- und Ingenieurswissenschaft - statt Banken.
In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Kirsty Bertarelli heute die Titelseite der Sunday Times als reichste Frau Englands schmückt. Aber noch nicht genug, Bertarelli und seine Kirsty sind mit rund 11 Milliarden CHF das reichste Ehepaar im königlichen Inselreich. Die Moral der Geschichte, abkassieren, abreisen, alles nach dem Prinzip: Nach uns die Sintflut. Hauptsache, uns geht es gut. Antworten
Sehr gutes Feedback Herr Keller aber so wird es auch weiterhin laufen, wenn niemand bereit ist, eine Revolution (notfalls mit Gewalt) durchzuführen. Mit Leichenstarre dem Kapitalismus abgrundtief zusehen oder etwas tun wie damals im Zarenreich Russenland.
@Peter Mueller:
Es gibt genug erfolgreiche Firmen in diesem Groessenbereich;
auch in der Pharma und sogar Chemie.
(Viele Erfindungen werden nicht durch die "Grossen" gemacht).
Aber, was hat Herr Bertarelli, waehrend er verantwortlich war,
ueberhaupt fuer seine Firma gemacht ?
Tja, wollten halt das Leben geniessen, anstatt sich wie der Opa damals noch abzurackern. Was interessiert die beiden da das (schlechte) Befinden von ein paar Hundert Leuten? Zumal man ja schliesslich als einer der Top-Manager der Schweiz ausgezeichnet ist. Und zu guter letzt wohnt man ja jetzt auch in GBR, wo man sich, ganz Tradition, als upper class nicht um des Pöbels Unmut zu kümmern braucht.
Neidisch, Herr Keller ? Die Bertarellis haben vor 5 Jahren das Unternehmen mit gutem Wissen und Gewissen an Merck verkauft, um das Bestehen von Serono zu sichern, wie das uebrigens viele andere kleinere Chemieunternehmen auch machen. Ihnen jetzt einen Vorwurf zu machen ist laecherlich und voellig deplaziert. Im uebrigen bezahlen die Bertarellis ihre Steuern in Saanen/Gstaad und nicht in England.
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