Wirtschaft
Saab wird chinesisch
Aktualisiert am 28.10.2011 13 Kommentare
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Nach Volvo wird auch der zweite traditionsreiche Autohersteller aus Schweden chinesisch: Saab (SAAB B 16.76 1.09%) soll für 100 Millionen Euro an Youngman und Pang Da aus der Volksrepublik gehen, wie der Eigentümer Swedish Automobile heute in Stockholm mitteilte. Die beiden chinesischen Unternehmen waren schon vor Monaten bei Saab eingestiegen und sollten zunächst eigentlich nur helfen, Finanzlöcher zu stopfen.
«Ich bin sehr glücklich», sagte Swedish-Automobile-Chef Victor Muller der schwedischen Nachrichtenagentur TT. «Jetzt ist die Zukunft des Unternehmens gesichert.» Und diese Zukunft sei «sehr vielversprechend», fügte er hinzu. Die künftigen Eigentümer wollten weiterhin im schwedischen Stammwerk in Trollhättan Autos produzieren, wies Muller Befürchtungen über eine Produktionsverlagerung nach China zurück. Das Geld von Youngman und Pang Da soll in Raten ausgezahlt werden und «die langfristige Finanzierung sichern».
«Sehr glücklich»
Muller unterzeichnete bislang aber nur eine Absichtserklärung, die bis 15. November gültig ist. Bedingung für den Kauf ist nach Unternehmensangaben, dass der unter Gläubigerschutz bereits begonnene Umbau von Saab fortgesetzt wird. Auch müssen die Behörden dem Kauf zustimmen. Zulieferer und Gewerkschaften zeigten sich optimistisch. «Dies war meine erste Wahl und wirklich sehr naheliegend», sagte der Analyst Matts Carlsson.
Swedish Automobile, früher Spyker, hatte Saab Anfang 2010 für 400 Millionen Dollar von General Motors (GM) gekauft. Davon flossen allerdings nur 74 Millionen Dollar (rund 53 Millionen Euro) in bar, den Rest sollte GM als Vorzugsaktien erhalten. Volvo war im August 2010 vom US-Hersteller Ford für rund 1,2 Milliarden Euro an den chinesischen Autohersteller Geely weitergereicht worden.
Bänder stehen still
Spyker gelang es aber nicht, das Steuer bei Saab herumzureissen. Im Frühjahr musste der Hersteller erstmals die Produktion stoppen, weil Zulieferer sich wegen ausstehender Rechnungen weigerten zu liefern. Seit Juni stehen die Bänder in Trollhättan endgültig still. Damals stiegen der chinesische Autohersteller Youngman und der Autogrosshändler Pang Da ein und versprachen, insgesamt 245 Millionen Euro in Saab zu investieren.
Doch es ging weiter bergab, Anfang September beantragte Saab Gläubigerschutz, um Zeit zu gewinnen. Erst ein Berufungsgericht bewilligte diesen Antrag, der dem Unternehmen ab Ende September drei Monate Zeit für einen Umbau gewährte. Doch Youngman und Pang Da zogen ihre Finanzierungszusagen zurück und wollten Saab stattdessen komplett übernehmen - nach Informationen einer schwedischen Zeitung für umgerechnet 22 Millionen Euro. Swedish Automobile lehnte zunächst empört ab. Zum Preis von 100 Millionen Euro willigte der Eigentümer nun ein.
(kle/AFP)
Erstellt: 28.10.2011, 21:30 Uhr
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13 Kommentare
Danke, nie mehr SAAB. Wobei, den Chinesen geht's nicht um den Erhalt dieser Marke. Reine Werk- und nun vor allem Technologiespionage. Aber, das ist ja jetzt nicht mehr nötig. Die Technologie und das Wissen werden transferiert, danach ist definitiv Schluss. Antworten
Jetzt wird in der EU noch Alles an die Chinesen verkauft. Unter deren Herrschaft genießen wir dann einen noch niedrigeren sozialen und rechtlichen Status als deren heutigen Wander-+Zwangsarbeiter. Wie tief sind Europa's Firmen gesunken, dass sie ein solch totalitäres-, die Menschenrechte nicht achtendes Regime so demütig um Hilfe bitten. Man sollte sich schämen! Antworten
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