Wirtschaft

SRG gräbt Millionen-Löcher

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft schreibt für 2009 einen Verlust von 47,7 Millionen Franken – und die Aussichten sind trüb.

Belastet die Bilanz zusätzlich: Die Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen in Vancouver – hier Ski-Moderator Jann Billeter.

Belastet die Bilanz zusätzlich: Die Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen in Vancouver – hier Ski-Moderator Jann Billeter.

Gürtel enger geschnallt

Die kleinste SRG-Unternehmenseinheit, Radio e Televisiun Rumantscha (RTR), hat letztes Jahr den Gürtel enger schnallen müssen. Sparmassnahmen im Umfang von 750'000 Franken wurden beim rätoromanischen Radio und Fernsehen ergriffen.

Gespart wurde in Administration und Produktion. Damit das aktuelle Programmangebot bis 2015 bestehen könne, sei RTR jährlich auf zusätzlich 1,2 Millionen Franken angewiesen, sagte Direktor Mariano Tschuor am Dienstag in Chur. Ein Ausbau des Fernsehprogramms sei dabei noch nicht berücksichtigt und im Moment kein Thema.

Das Radio- und Fernsehprogramm von RTR kostet 21 Millionen Franken pro Jahr. Um den Programmauftrag zu erfüllen, seien mittelfristig 23 Millionen Franken nötig, sagte Tschuor weiter.

Vorgestellt wurde am Dienstag das neue RTR-Projekt mit dem Titel «Las-Alps-infoteca». Geplant ist, in Chur ein Kompetenzzentrum für die Medien in den Alpen einzurichten.

«Las-Alps-infoteca» soll Themen bearbeiten, welche die Menschen im ganzen Alpenbogen beschäftigen. Vorgesehen ist der Aufbau eines Netzwerks, um diese Themen einem internationalen Publikum anzubieten. In einem zweiten Schritt soll «Las-Alps-infoteca» selbst journalistische Produkte produzieren.

RTR lanciert das Projekt, die Organisation allerdings muss noch gegründet werden. Im November soll die Informationsplattform an einer Tagung in Chur in allen Details vorgestellt werden. RTR-Chef Tschuor betonte, das Projekt werde nicht mit Gebührengeldern finanziert. Es müssten Partner gefunden werden, um eine Trägergesellschaft zu gründen.

Stichworte

Die SRG SSR idée suisse hat das Jahr 2009 erneut mit einem Verlust beendet. Das Defizit beträgt 47,7 Millionen Franken. Für das Jahr 2010 erwartet die SRG wegen der olympischen Winterspiele von Vancouver und der Fussballweltmeisterschaften ein Defizit von 75 Millionen Franken.

In den vier Jahren von 2007 bis 2010 summieren sich die Defizite auf rund 220 Millionen Franken, teilte die SRG SSR am Dienstag mit. Die «weiterhin schlechte Marktverfassung» führte 2009 bei den kommerziellen Erträgen zu einem Rückgang um 16,5 Millionen Franken auf 344,6 Millionen.

Auch die übrigen Erträge nahmen um 24,2 Millionen Franken ab und betrugen noch 66,5 Millionen. Das entspricht einem Minus von beinahe 27 Prozent. Die Einnahmeeinbussen von insgesamt 40,7 Millionen Franken konnten durch den Anstieg der Gebühreneinnahmen nur zum Teil kompensiert werden. In der Periode 2011-2014 fehlen der SRG SSR durchschnittlich 54 Millionen Franken pro Jahr, rechnet sie vor.

(oku/sda/)

Erstellt: 27.04.2010, 09:56 Uhr

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