Rolex wechselt Chef erneut aus
Von Adrian Sulc. Aktualisiert am 04.05.2011 2 Kommentare
Bei Rolex auf dem obersten Chefsessel: Riccardo Marini, ehemaliger Chef von Rolex Italia. (Bild: PD)
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Viel Zeit hatte Bruno Meier gestern wohl nicht, um sein grosses Chefbüro am Rolex-Hauptsitz in Genf zu räumen: Der Verwaltungsrat des Uhrenkonzerns hatte beschlossen, Meier mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden. Wie üblich gibt es an der Konzernspitze keine Gnadenfrist: Noch am selben Tag wurde der Italiener Riccardo Marini ins Amt des Rolex-Chefs eingesetzt. In gewohnt verschwiegener Manier teilte Rolex den Chefwechsel gestern Abend auf 13 Zeilen mit.
Der Luzerner Meier, Jahrgang 1950, war erst Ende Dezember 2008 auf den Chefposten aufgerückt, nachdem sein Vorgänger, Patrick Heiniger, vom Verwaltungsrat nach 16 Dienstjahren abgesetzt worden war. Damals wie gestern ist die Faktenlage äusserst dünn. Rolex-Sprecherin Virginie Chevailler teilt auf Anfrage lediglich mit, der Entscheid diene Rolex, das «beträchtliche Wachstum» des Uhrenmarktes, besonders jenes in den Schwellenländern, zu bewältigen und «die führende Uhrenmarke zu bleiben». Mit anderen Worten: Bruno Meier hat die Erwartungen des Verwaltungsrats nicht erfüllt.
Stagnierende Stückzahlen
Der Rolex-Gründer Hans Wilsdorf vermachte das Unternehmen einst der nach ihm benannten Genfer Stiftung, welche Rolex noch heute kontrolliert – und gegenüber der Öffentlichkeit kein Wort über die Zahlen des Konzerns verliert. Der Umsatz der grössten Uhrenmarke der Welt wird auf rund drei Milliarden Franken geschätzt. Einen Anhaltspunkt gibt die Statistik der Schweizer Uhrenprüfstelle COSC, bei welcher Rolex alle seine Uhren zertifizieren lässt. Laut der «NZZ am Sonntag» waren es vergangenes Jahr knapp 607?600 Stück – praktisch gleich viele wie im Krisenjahr 2009. Ob auch die Verkäufe entsprechend stagnierten, ist offen. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts lagen die Stückzahlen jedoch noch deutlich höher. Im Herbst 2009 sagte Meier dem «Bieler Tagblatt», Rolex schreibe keine roten Zahlen.
Der Konzern sei heute finanziell kerngesund, sagt Karl Heinz Nuber, Herausgeber des Uhrenmagazins «Tourbillon». Der Umstand, dass Meier aus der Finanzbranche gekommen sei und nicht wie sein Vorgänger aus dem Umfeld der Hans-Wilsdorf-Stiftung, habe seine Arbeit «extrem schwierig» gemacht.
Wichtiger Arbeitgeber in Biel
«Rolex ist Luxus für Papa», sagte der Uhrenjournalist Eric Othenin-Girard vor zwei Jahren zum «Bund». Rolex habe zu wenig in die Entwicklung seiner Modelle investiert. Meiers Nachfolger Riccardo Marini – er leitete bisher die italienische Rolex-Tochter – ist 64 Jahre alt und angesichts dessen wohl nur eine Übergangslösung. Der Konzern braucht nun jemanden, der den alten Glanz von Rolex behutsam aufpolieren kann, sodass sich auch die Jeunesse dorée gerne mit den Luxusuhren schmückt.
Eine Grossinvestition tätigt Rolex derzeit in Biel, wo bereits 2000 der rund 6000 Rolex-Angestellten arbeiten und wo die Rolex-Uhrwerke hergestellt werden: Der Konzern baut hier ein neues Hightech-Werk, das die Kapazität deutlich steigern soll. Das Projekt wurde während der Krise jedoch bereits einmal redimensioniert. (Der Bund)
Erstellt: 04.05.2011, 07:34 Uhr
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2 Kommentare
Der Neue macht es auch nicht lange. Ich melde mich schon mal als Nachfolger an. Vielleicht zieht der ewige Federer als Markenträger nicht mehr. Neben den Rolexinseraten sieht man Federer an einer Kaffeemaschine Typ 0815 herumschrauben. Nicht gut wenn man exklusiv sein will wie Rolex. Schlechtes Marketing. Antworten
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