Wirtschaft

Post erzielte das beste Ergebnis ihrer Geschichte

Aktualisiert am 31.03.2011 20 Kommentare

Was sich schon Ende Jahr abgezeichnet hat, ist jetzt offiziell: Die Schweizerische Post erzielte 2010 das bisher beste Resultat. Der Bund erhält eine Gewinnausschüttung im dreistelligen Millionenbereich.

Sehr erfolgreich: Schweizerische Post.

Sehr erfolgreich: Schweizerische Post.
Bild: Keystone

Der Postchef Jürg Bucher erklärt, wie man bald im Postauto im Web surfen kann. (Video: Keystone )

Reaktionen

Die Gewerkschaften kritisieren die anhaltenden Abbaupläne der Post. Angesichts des Rekordgewinns 2010 fordern sie von der Post ein Moratorium beim Umbau des Poststellennetzes und ein Überdenken der Projekts «Distrinova» zur Rationalisierung der Sortierung der Briefpost.

Das beste Ergebnis der Geschichte zeige, dass die Post gut aufgestellt sei. Die Mitarbeitenden hätten dazu einen grossen Beitrag geleistet. Jahr für Jahr seien Arbeitsprozesse optimiert und Kosten eingespart worden, schrieb die Gewerkschaft Transfair in ihrer Mitteilung vom Donnerstag. Die Grenze der zumutbaren Arbeitsbelastung sei bei vielen Beschäftigten nun erreicht.

Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte die «Strategie der rücksichtslosen Gewinnmaximierung» der Post. Sie forderte ein Moratorium beim Umbau des Poststellennetzes, die Rücknahme der Streichung von Presseförderungen für verschiedene Zeitungen und den Verzicht auf das Projekt «Distrinova», bei dem die Vorarbeit in der Briefzustellung automatisiert werden soll.

Bei einer flächendeckenden Einführung von «Distrinova» befürchtet Syndicom den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen. Personal, Gewerkschaften und Bevölkerung würden von der Post im Unklaren über die Konsequenzen des Projektes gelassen.

Weniger weit in ihrer Forderung geht Transfair, welche der Post vorschlägt angesichts der hohen Gewinne die Beschaffung der geplanten Anlagen für «Distrinova» auf mehrere Jahre zu verteilen. Dadurch könnten die personellen Konsequenzen des unvermeidbaren Stellenabbaus gemildert werden.

Bei den anstehenden neuen Verhandlung über einen Gesamtarbeitsvertrag fordert Transair ausserdem die Beibehaltung des heutigen Niveaus bei den Anstellungsbedingungen.

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Der Konzerngewinn bei der Post stieg um 25 Prozent auf 910 Millionen Franken. Zwar trugen alle Konzernbereiche zum guten Ergebnis bei. Der grösste Teil des Gewinns stammt aber wiederum von der Postfinance.

Mit 571 Millionen Franken verdiente die Post 61 Prozent ihres Ergebnisses im Bankgeschäft mit Privatkunden, wie Konzernleiter Jürg Bucher am Donnerstag vor den Medien in Bern erläuterte. Die Steigerung um fast 30 Prozent geht unter anderem auf den Zuwachs an Kundengeldern um 11 Milliarden Franken zurück.

«Abhängigkeit zu gross»

Der stattliche Beitrag von Postfinance macht Bucher nicht nur Freude. «Die Abhängigkeit ist immer noch zu gross», sagte er. Die Post sei in erster Linie ein Kommunikations- und Logistikkonzern und nicht eine Bank. «Es ist wesentlich, dass der Konzern auf mehreren starken Ertragspfeilern steht», betonte der Post-Chef.

Dies will die Post mit einer Stärkung der übrigen Konzernbereiche schaffen. Diese konnten schon im letzten Jahr zulegen, einige davon kräftig. Im Kommunikationsmarkt, zu dem PostMail, Swiss Post International, Swiss Post Solutions sowie Poststellen und Verkauf gehören, erwirtschaftete die Post 147 Millionen Franken. 113 Millionen waren es im Vorjahr gewesen.

Besserer Dienst am Kunden

Dabei schreibt das Poststellennetz noch immer rote Zahlen. Die Post prüft darum weitere Umwandlungen von Poststellen in Agenturen oder Hausservice. Bucher bekräftige aber, dass es weiterhin 3600 «Zugangspunkte» geben soll.

Zudem soll die Kundenfreundlichkeit verbessert werden. So werden 90 Prozent der Briefe wieder nach 17 Uhr aus den Brifkästen abgeholt. «Wir wollen keine Schlagzeilen mehr, die Post baue Dienstleistungen ab», betonte Post-Präsident Peter Hasler.

Swiss Post Solutions, die Lösungen für Geschäftskunden anbietet, konnte im Gegensatz zum letzten Jahr ein positives Ergebnis vorlegen. Im Logistikmarkt stieg das Ergebnis markant von 45 Millionen auf 164 Millionen Franken an. Mit einem leicht besseren Ergebnis von 28 Millionen Franken beteiligte sich auch Postauto am guten Resultat der Post.

Eigenkapital für Postfinance

Von dem Gewinn will die Post 200 Millionen Franken an die Bundeskasse abliefern, mit 100 Millionen Franken soll die Pensionskasse unterstützt werden. 303 Millionen Franken werden den Reserven zugewiesen. Im Hinblick auf die Umwandlung der Postfinance in eine AG und die Unterstellung unter die Aufsicht der Finma soll damit insbesondere die Eigenkapitalbasis der Finanztochter gestärkt werden.

Mit dem Rekordergebnis zeigte sich Verwaltungsrats-Präsident Hasler sehr zufrieden. Die Spitzenstellung in vielen Bereichen falle der Post aber nicht einfach zu. «Die müssen wir uns immer wieder erarbeiten», sagte Hasler.

Erreichen will dies die Post mit neuen und weiterentwickelten Produkten, vor allem an der Schnittstelle zwischen physischer und elektronischer Post. Diesen Bereich vorantreiben soll unter anderem das ePost Product House, ein Kompetenzzentrum für elektronische Lösungen, das am Freitag offiziell den Betrieb aufnimmt.

Keine Kündigungen wegen «Distrinova»

Auch durch weitere Rationalisierungen soll das Ergebnis verbessert werden. Besonders umstritten ist derzeit das Projekt «Distrinova», bei dem die Briefsortierung weiter automatisiert werden soll. Gewerkschaften befürchten, dass dadurch tausende von Arbeitsplätzen abgebaut werden könnten.

PostMail-Leiter Ulrich Hurni gestand zwar ein, dass es sich bei «Distrinova» um ein Rationalisierungsprojekt handle. Einen grossen Stellenabbau werde es deswegen aber nicht geben. Und: «Es wird keine Kündigungen geben», versprach Hurni. (sam/sda)

Erstellt: 31.03.2011, 13:42 Uhr

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20 Kommentare

Silvia Lange

31.03.2011, 10:31 Uhr
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Dieses Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht jedes Bürger. Leistungen abbauen, Preise erhöhen und das für eine hoheitliche Aufgabe. Ein Skandal. Dafür kann jetzt der Überschuss in den allgemeinen Ausgaben des Bundes verschwinden, wo keine weiss was damit geschieht. Ausser die Günstlinge dieser Wirtschaft. Antworten


Oliver Brunner

31.03.2011, 10:32 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Aber Zinsen für die Sparer gibt es fast keine, ist halt leider nichts drin bei den schlechten Zeiten. Es wir in der Schweiz auch mal so weit kommen das sich Menschen mit Gewalt gegen die Regierung und das System auflehnen. Sagt dann nicht ihr habt nichts gewusst. Antworten



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