Wirtschaft

Piëch gewinnt Machtpoker: VW übernimmt Porsche

Aktualisiert am 18.07.2009

Nach einem monatelangen Machtkampf mit dem Sportwagenbauer Porsche hat sich der Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch durchgesetzt.

Der neue starke Mann bei Porsche: Ferdinand Piëch.

Der neue starke Mann bei Porsche: Ferdinand Piëch.
Bild: Keystone

Nach einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» vom Samstag übernimmt VW die Macht bei dem Stuttgarter Unternehmen komplett. Demnach kaufen die Wolfsburger zuerst 49,9 Prozent der Porsche AG und später die restlichen Anteile. Die Nachrichtenagentur Associated Press erfuhr am Samstag aus Branchenkreisen, dass diese Lösung wahrscheinlich so kommen werde.

Die Porsche-Holding, unter deren Dach der Sportwagenbauer und auch die Mehrheitsanteile an VW stehen, soll für die Aktiengesellschaft 8 Milliarden Euro erhalten und damit ihre Schulden grösstenteils tilgen können. Dem Blatt zufolge könnte VW sogar das Salzburger Grosshandelsunternehmen der Eigentümerfamilien übernehmen, das neben Porsche die Marken des VW-Konzerns im Portfolio hat.

Katar mit namhafter Beteiligung

Im Gegenzug würden die Familien Porsche und Piëch 50 Prozent eines vereinigten VW-Porsche-Konzerns erhalten. Niedersachsen soll auch künftig mit 20 Prozent beteiligt sein und das Emirat Katar mit einem Paket zwischen 14,9 und 19,9 Prozent, wie der «Spiegel» schreibt. Ein Porsche-Sprecher in Stuttgart lehnte einen Kommentar ab.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, hätten sich Piëch und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff im Machtkampf mit Porsche durchgesetzt. Niedersachsen hält 20 Prozent an VW. Porsche wollte VW eigentlich komplett übernehmen, überhob sich dabei finanziell und ist jetzt verschuldet. Auch die niedersächsische Staatskanzlei liess die Vorgänge unkommentiert und verwies auf Aufsichtsratssitzungen. VW war zunächst zu erreichen.

«Wiedekings Tage sind gezählt»

Die Übernahme durch VW bedeutet auch das Ende der Macht von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Bereits am Freitag berichteten Medien übereinstimmend, dass Produktionsvorstand Michael Macht Wiedeking beerben wird. Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche liess das dementieren.

Branchenkreise gehen aber fest davon aus, dass Macht neuer Chef der Porsche AG wird. Die Stuttgarter sollen demnach zehnte Marke im VW-Konzern werden. «Wiedekings Tage sind gezählt», berichtete ein Insider der AP. Bei den letzten Dementis habe es sich lediglich um «Rückzugsgefechte» gehandelt. Wiedeking hatte wochenlang um die Unabhängigkeit Porsches und sein Amt gekämpft. Offiziell könnten zwei Aufsichtsratssitzungen von Porsche und VW am Donnerstag Klarheit bringen.

Einflussnahme Niedersachens

Nach einem «Focus»-Bericht soll bei der VW-Sitzung Wiedeking aus dem Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns gedrängt werden. Dafür gebe es bereits eine Mehrheit, schreibt das Magazin unter Berufung auf einen VW-Aufsichtsrat: «Wiedeking kann sich jetzt überlegen, ob er freiwillig geht oder ob wir ihn unsanft entfernen.»

Wulff verteidigte unterdessen sein starkes Engagement im Übernahmekampf zwischen Volkswagen und Porsche als Standortpolitik. «Es geht um unsere Beschäftigten, unsere Steuereinnahmen», sagte der CDU-Politiker der «Wirtschaftswoche» laut Vorabmeldung. «Niedersachsen ist meine Aufgabe, da bin ich quasi der Vorstandsvorsitzende.» Wulff sitzt für sein Land auch im VW-Aufsichtsrat. (vin/ap)

Erstellt: 18.07.2009, 15:54 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Seit 15 Jahren steigt die Anzahl Ferienwochen für Arbeitnehmer leicht an. Profitieren Sie davon?



Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie ein Wochenende im magischen Lötschental.

Genusswelt

Entdecken Sie Weine, Spirituosen, Zigarren und vieles mehr!

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".