Wirtschaft

Pharmaindustrie will gegen Preismodell des Bundes klagen

Aktualisiert am 01.04.2012 10 Kommentare

Der Bund hat neue Regeln für die Überprüfung der Medikamentenpreise festgelegt. Die Pharmaindustrie will diese jedoch nicht ohne Widerstand schlucken. Einzelne Firmen erwägen rechtliche Schritte.

Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen einen «einseitigen Anpassungsmechanismus» beim Wechselkurs: Labor.

Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen einen «einseitigen Anpassungsmechanismus» beim Wechselkurs: Labor.
Bild: Keystone

Das Streichen des therapeutischen Quervergleichs ist womöglich nicht rechtens: Thomas Cueni. (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Die Pharmaindustrie will die neuen Regeln des Bundes für die Festlegung der Medikamentenpreise nicht widerstandslos schlucken. Einzelne Firmen prüfen laut Interpharma-Chef Thomas Cueni «ernsthaft» rechtliche Schritte gegen die bundesrätliche Verordnung.

Die Pharmaindustrie stört sich vor allem daran, dass sich die Behörden bei der Prüfung der Medikamentenpreise künftig nur noch am Vergleich mit dem Ausland orientieren. Der sogenannte therapeutische Quervergleich – die Frage, was ein Medikament im Vergleich zu anderen Präparaten zur Heilung beiträgt – erfolgt nur noch, wenn das Medikament im Ausland nicht im Handel ist.

Wie Cueni der «Zentralschweiz am Sonntag» in einem Interview sagte, bezweifeln Juristen, dass das Streichen des therapeutischen Quervergleichs rechtens sei. Dieser Vergleich basiere nämlich auf dem Krankenversicherungsgesetz. Und dieses könne nur vom Parlament geändert werden, also nicht vom Bundesrat auf Verordnungsstufe.

240 Millionen Franken Einsparungen

Die Klagen könnten sich gemäss Cueni zudem gegen den «einseitigen Anpassungsmechanismus» beim Wechselkurs richten. Wenn der Wert des Euro wieder steige, könne die Pharmaindustrie die Medikamentenpreise nicht wieder erhöhen. «Dass es nur in eine Richtung geht, ist aus Gründen der Rechtsgleichheit problematisch.»

Der Bundesrat hatte vor zehn Tagen neue Regeln für die Überprüfung der Medikamentenpreise festgelegt. Die neuen Bestimmungen gelten ab dem 1. Mai. Der Bundesrat rechnet dadurch ab November mit Einsparungen von jährlich 240 Millionen Franken.

Im Gegenzug zur Streichung des therapeutischen Quervergleichs hat der Bundesrat beim Auslandspreisvergleich zugunsten der Pharmaindustrie die Toleranzmarge von drei auf fünf Prozent erhöht. Die Krankenversicherer müssen somit auch für Medikamente aufkommen, die in der Schweiz fünf Prozent teurer sind als im Ausland. (kpn/sda)

Erstellt: 01.04.2012, 12:45 Uhr

10

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

10 Kommentare

Roland Peter

01.04.2012, 13:28 Uhr
Melden 47 Empfehlung 0

Es ist mir völlig egal was die Pharmaindustrie stört. Fakt ist, dass die gleichen Medikamente im Ausland in der Regel zwischen 80% bis 650% günstiger sind. Wenn schon aus der gleichen Ecke mit der Pauschalbegründung "Globalisierung" argumentiert wird, dann verlange ich auch Globalisierung für den Konsumenten und da fängt es mit den Preisen an! Ansonsten kauft man sie im Ausland ein. Antworten


Anton Schuler

01.04.2012, 13:59 Uhr
Melden 20 Empfehlung 0

Das ist doch kein Problem der "Rechtsgleicheit" sondern das Problem liegt in der "Nötigung" der Patienten. Wenns mit Lobbying nicht mehr klappt, werden die Rechtsverdreher auf den Plan gerufen. Ich habe daher volles Verständnis für den Kommentar von Roland Peter. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Umfrage

Eine volle Rente soll nur noch erhalten, wer zu 80 Prozent invalid ist. Sind Sie mit dem Entscheid des Ständerats einverstanden?




Nicht von dieser Welt!

Entdecken Sie die arabische Märchenwelt aus 1001 Nacht!

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

DAS GELD und ich

Börsen auf Höchstständen: Wie weiter?

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.