Wirtschaft

«Nur noch verpacktes Fleisch kaufen»

Von Simon Schmid. Aktualisiert am 09.11.2011 103 Kommentare

Bei Coop wurde abgelaufenes Fleisch optisch aufgepeppt an der Theke verkauft. Die Kunden sind empört – und ziehen ihre Konsequenzen aus der Schummelei.

Besser dem eigenen Metzger vertrauen: Coop-Kunden bemängeln die Praxis des Detailhändlers.
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«Völlig skandalös», «trügerisch für die Kundschaft», «gar nicht in Ordnung»: Vor der Coop-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse kommentieren Kunden das Verhalten des Schweizer Detailhandelsriesen mit harten Worten.

Recherchen des Schweizer Fernsehens hatten ergeben, dass Fleischkonsumenten bei Coop systematisch getäuscht wurden. Über die Theke des Offenverkaufs wurden Fleischerzeugnisse verkauft, die zuvor als abgepackte Ware im Regal gelegen hatten. Entsprechende Lohnanreize hatten Coop-Metzger dazu verleitet, auch abgelaufenes Fleisch anzubieten.

«Das Vertrauen zu Coop wird so zerstört», sagt Désirée Rageth zu dieser Verkaufspraxis, die bis vor kurzem stillschweigend toleriert wurde. Die 24-Jährige ist skeptisch gegenüber den Beteuerungen des Detailhändlers, künftig strengere Regeln beim Fleischverkauf durchzusetzen. Auch die 63-jährige Doris Hielmann kann der angekündigten Nulltoleranz nicht vollständig vertrauen. Sie meint, dass die Coop-Geschäftsleitung von den Vorkommnissen gewusst haben müsse.

In Bezug auf ihre Einkäufe ziehen die Zürcher Passanten unterschiedliche Schlüsse. «Ich kaufe ohnehin nur abgepacktes Fleisch im Gestell», berichtet die 24-jährige Linda Egloff – jedoch mehrheitlich bei Migros und nicht bei Coop. Dem Metzger genau auf die Finger schauen will Doris Heilmann. Auch sie erledigt ihre Fleischeinkäufe am liebsten in ihrer lokalen Migros. Den dortigen Metzger kennt sie persönlich, zu ihm hat sie Vertrauen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.11.2011, 15:23 Uhr

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103 Kommentare

walter viktor

09.11.2011, 15:39 Uhr
Melden 74 Empfehlung

Persönlich bin ich überzeugt, dass es gängige Praxis ist. Nicht nur bei Coop sondern bei allen Fleischverkäufern. Die Ablaufdaten sind so streng gesetzt, dass das Fleisch auch ein paar Tage später noch unbedenklich geniessbar ist. Gesundheitlich sehe ich da also keine Probleme. Bedenklich finde ich, dass man betrügt. Warum nicht einfach ehrlich sein und zum halben Preis verkaufen ? Antworten


Jon Caduff

09.11.2011, 19:45 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Die Geschäftsleitung eines ISO-9001 zertifizierten (!!) Unternehmens wird doch wohl nicht ernsthaft behaupten wollen, sie hätte von alldem nichts gewusst. Selbst der dümmste Controller wird doch stutzig werden, wenn mehr Offenfleisch verkauft wird, als bestellt worden ist. Antworten



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