«Nur» 5,8 Millionen Franken für Dougan

Von Marc Forster, sda. Aktualisiert am 23.03.2012 18 Kommentare

Der Chef der Grossbank Credit Suisse, Brady Dougan, hat 2011 weniger als die Hälfte der Entschädigung vom Vorjahr erhalten. Und er ist nicht der Topverdiener im Unternehmen.

Der Trend zeigt abwärts: CS-Chef Brady Dougan hatte 2010 noch eine Entschädigung von 12,8 Millionen Franken erhalten; 2011 waren es noch 5,8 Millionen Franken.

Der Trend zeigt abwärts: CS-Chef Brady Dougan hatte 2010 noch eine Entschädigung von 12,8 Millionen Franken erhalten; 2011 waren es noch 5,8 Millionen Franken.
Bild: Keystone

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Die Credit Suisse (CSGN 29.25 1.74%) (CS) hat im vergangenen Jahr ihrem Chef Brady Dougan den Lohn um gut die Hälfte gekürzt. Arm wie eine Kirchenmaus wird der Top-Banker und langjährige Spitzenverdiener aber dennoch nicht: Er kommt immer noch auf eine Vergütung von 5,8 Millionen Franken.

2010 hatte die CS Dougan 12,8 Millionen Franken zugesprochen. Das Grundsalär beträgt bei Dougan 2011 – übrigens genau wie bei seinem Kollegen Sergio Ermotti bei der UBS – 2,5 Millionen Franken. Die CS richtet aber seinem Top-Management keine Bar-Boni mehr aus, sondern teilt diesem aktienbasierte Boni zu, die nicht sofort ausbezahlt werden.

Stärker an den Leistungen orientiert

Die CS war in den vergangenen Jahren wegen sehr hohen Salären in die Kritik geraten. 2010 bezog Dougan aus einem vor der Finanzkrise aufgelegten Programm auf einen Schlag 71 Millionen Franken. Die CS betont heute, dass sich ihre Top-Saläre stärker an den Leistungen der Manager orientiere und generell stark gesunken seien.

Die Vergütung für die Mitglieder der Geschäftsleitung sank von 160,3 auf 70,2 Millionen Franken, wie im am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht aufgelistet wird. Die Top-Banker bekommen so den Gewinnrückgang der CS zu spüren, die 2011 mit 1,95 Milliarden Franken 62 Prozent weniger verdient hatte als im Vorjahr.

Rote Zahlen, weniger Bonus

Im vierten Quartal war die CS sogar in die roten Zahlen gerutscht. Der Aktienkurs der CS sank 2011 um 41 Prozent, was einen weiteren wesentlichen Grund für die tiefen Boni darstellt. Die variablen Vergütungen der Konzernleitung für das Top-Management sanken um 57 Prozent.

Die Probleme verursachte vor allem das Investmentbanking. Dort lief bei der CS wie bei anderen Grossbanken das Geschäft schlecht, und der forcierte Abbau von stark risikobehafteten Wertpapieren durch Dougan drückte den Gewinn weiter. Der höchst bezahlte Manager in der CS-Leitung war 2011 der Chef des erfolgreichen Asset Managements, Robert Shafir.

Der Leiter der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden, die zudem bei der CS die Funktion einer Fabrik für Finanzprodukte hat, bekam 8,5 Millionen Franken. Das Grundsalär beträgt dabei 1,3 Millionen Franken. Shafir hat im Asset Management Kosten gesenkt und den Gewinn der Sparte gesteigert.

UBS zahlt mehr

Noch einen Cash-Bonus erhält Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Sein Basisgehalt beträgt 2,1 Millionen Franken, die Gesamtvergütung 4,3 Millionen Franken. Seinen Bonus erhält er zur einen Hälfte in bar, zur anderen in Aktien.

Das Gehalt Rohners, der seit einigen Jahren im Verwaltungsrat sitzt und im vergangenen April das Präsidium der Grossbank übernommen hatte, sank um 31 Prozent. Er verdient aber immer noch mehr als Kaspar Villiger bei der UBS, der insgesamt auf 1,5 Millionen Franken Vergütung bekommt.

Im Unterschied zur CS bezahlt die UBS dem Top-Management auch weiterhin einen Bonusteil in Cash. Sollte Brady Dougan also Lust auf einen Bonus in bar verspüren, müsste er zur UBS wechseln. Deren Chef Ermotti bekam für das vergangene Jahr 6,4 Millionen Franken und enttrohnt Dougan damit als bestverdiendenden Bankenchef der Schweiz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.03.2012, 08:56 Uhr

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18 Kommentare

Marc Steiner

23.03.2012, 10:43 Uhr
Melden 17 Empfehlung 0

Die CS ist schon lange keine solide Schweizer Bank mehr, sondern ein Selbstbedienungsladen für gierige amerikanische Manager. Und die dummen Schweizer schauen der Plünderung der Firma durch diese Banditen tatenlos zu... Antworten


Anabelle von Sottenbach

23.03.2012, 09:19 Uhr
Melden 13 Empfehlung 0

Jetzt stellen wir aber sofort Kollekte auf ! Antworten



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