Wirtschaft

Novartis baut in den USA massiv Stellen ab

Aktualisiert am 13.01.2012

Der Pharmakonzern Novartis will in den USA 1960 Jobs streichen. Die Basler wollen damit ihre Effizienz steigern und Sonderbelastungen begegnen.

Wurde erst Ende 2009 eröffnet: Mitarbeiter von Novartis im Werk in Holly Springs im Bundesstaat North Carolina. (Archivaufnahme)

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Bild: Reuters

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Der Basler Pharmariese Novartis (NOVN 71.75 -0.62%) kommt in den USA unter Kostendruck und baut dort 1960 Stellen ab. Der Ablauf des Patents für das Bluthochdruckmittel Diovan und ein erwarteter Nachfragerückgang beim Blutdrucksenker Rasilez/Tekturna belasten das wichtige US-Geschäft.

Diovan ist das führende Bluthochdruckmittel auf dem Markt und für Novartis bisher ein Milliardengeschäft. Das Patent in den USA läuft laut Novartis voraussichtlich im September 2012 aus. Bei Rasilez/ Tekturna ergab eine klinische Studie, dass für Diabetes-Patienten mit Nierenproblemen Risiken bestehen.

Deswegen muss Novartis die Absatzchancen für das Medikament neu bewerten, was eine ausserordentliche Belastung von 900 Millionen Dollar in der Rechnung des vierten Quartals 2011 bedingt. Hinzu kommen weitere Belastungen von 160 Millionen Dollar aus dem Stopp von Medikamentenentwicklungen. Ebenfalls 160 Millionen Dollar werden für die Restrukturierung fällig. Dafür will der Konzern ab 2013 jährlich 450 Millionen Dollar einsparen.

Verkauf betroffen

Von den 1960 Stellen, die Novartis streichen will, entfallen 1630 auf Verkaufspersonal, während 330 Stellen in der Verwaltung verschwinden. Novartis verspricht, den Stellenabbau möglichst sozialverträglich auszugestalten. Durchgeführt wird er im zweiten Quartal 2012, Kündigungen verschickt das Unternehmen im April.

«Wir sehen, dass die nächsten zwei Jahre in der Pharmasparte herausfordernd sein werden, und wir ergreifen jetzt die Initiative», lässt sich Pharmaleiter David Epstein in der Mitteilung zitieren. Novartis wolle Mittel für Investitionen freibekommen.

Branche vor Problemen

Der Ablauf von Patenten in den kommenden Jahren stellt die Pharmabranche vor Probleme. Diese Patente haben bei den Schwergewichten der Branche einen Wert von Dutzenden Milliarden Dollar, wie die Ratingagentur Fitch errechnet hat. Dazu kommt wegen der umfassenden Sparprogramme vieler Länder und des konjunkturellen Abschwungs der Absatz von Heilmitteln unter Druck.

Schon im vergangenen Oktober hatte Novartis den Abbau von 2000 der damals konzernweit 121'000 Stellen angekündigt, davon 760 in Basel und 320 in Nyon VD. Dieser Schritt löste weitherum Unverständnis und Proteste aus, denn der Novartis-Umsatz in den ersten neun Monaten 2011 war um 20 Prozent auf 43,79 Milliarden Franken gesprungen.

Basel ist 2011 auch getroffen worden, als im Herbst der US-Chemiekonzern Huntsman den Abbau von über 600 Stellen bekannt gab. Das zweite Basler Pharmaimperium Roche hatte Ende 2010 den Abbau von 4800 Stellen angekündigt. (rub/sda)

Erstellt: 13.01.2012, 08:16 Uhr

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