Wirtschaft

Nicht Frankreich, Griechenland ist das Problem

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 07.05.2012 31 Kommentare

Die Wahlen in Frankreich und Hellas sind geschlagen. Die grössten Sorgen machen sich die Investoren um das kleinere Griechenland, das bald vom Kapitalmarkt abgeschnitten sein könnte.

«Die Reaktion in Asien ist doch sehr gravierend ausgefallen»: Peter Bänziger, Investmentchef des Fondsanbieters Swisscanto.

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«Nur wenn sich das Verhältnis zu Deutschland verschlechtern sollte, dann könnte es zu Turbulenzen an den Märkten kommen»: Peter Bänziger, Leiter Asset Management und Mitglied der Geschäftsleitung der Swisscanto Gruppe.

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So weit zur Ausgangslage an den Kapitalmärkten nach den Wahlen in Frankreich und in Griechenland: Der Schweizer Aktienindex SMI, (SMI 8342.69 0.29%) der deutsche DAX, der französische CAC – alle rot bei minus ein bis zwei Prozent. Und das nach einer tiefroten Handelseröffnung der Börsen in Asien. Generell habe der Markt zwar schwach eröffnet, sagt Peter Bänziger. Der Investmentchef des Fondsanbieters Swisscanto geht aber davon aus, dass sich die Lage wieder erholen und nach einem ersten Rückschlag zurück zur Normalität finden wird.

Markterschütterung bleibt aus

«Die meisten Investoren haben den Wahlausgang in Frankreich erwartet, deswegen ist die Abwärtsbewegung nicht ganz so schlimm», sagt Peter Bänziger. Auch Chefökonom Oliver Adler von der Credit Suisse beruhigt: «Hollande mag viele Versprechen gemacht haben. Er war dabei aber sehr vorsichtig.» Beispielsweise wolle Hollande die Benzinpreise für ein paar Monate fixieren. «Das kostet nicht allzu viel Geld.» Das Versprechen, die Fiskalsituation Frankreichs unter Kontrolle zu bringen, sei hingegen das wichtigere Signal. «Die derzeitige Unruhe an den Kapitalmärkten halte ich daher für kurzfristig», sagt Adler.

«Wobei die Reaktion in Asien doch sehr gravierend ausgefallen ist», fügt Bänziger hinzu. In Asien habe man grosse Sorgen, dass die Sparvorhaben in Europa nicht eingehalten werden. Bänziger schätzt aber, dass Hollande die gleichen Realitäten vorfinden werde wie sein Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy. Das wiederum würde die Anleger beruhigen. «Nur wenn sich das Verhältnis zu Deutschland verschlechtern sollte, dann könnte es zu Turbulenzen an den Märkten kommen.»

Adler geht davon aus, dass es nun intensive Verhandlungen mit Deutschland geben wird, um den Fiskalpakt um eine Art Wachstumspakt zu ergänzen. «Da gibt es Raum für die passenden Formulierungen.» Allerdings habe Hollande im Vorfeld bereits angekündigt, die Fiskalsituation Frankreichs genau prüfen zu lassen, bevor er etwas ändern wolle. «Das dürfte ein beruhigender Hinweis an die Anleger sein, sodass es nicht allzu viele Turbulenezen geben wird», so der CS-Chefökonom.

Risikofaktor Griechenland

Problematischer sieht für beide Ökonomen die Lage in Griechenland aus. «Die Regierungsbildung wird durch den knappen Wahlausgang und die Fragmentierung der Mehrheiten im Parlament erschwert. Hier sehen wir einige Probleme auf uns zukommen.» Doch vorerst habe der Anleihenmarkt bescheiden reagiert. Dass nun die grosse Katastrophe bevorstünde, wie das renommierte Ökonomen aus Übersee orakeln, hält Swisscanto-Anlagechef Bänziger für überzogen. «Das bringt den Ökonomen wohl die nötige Publizität.»

CS-Chefökonom Adler ortet im Fall Griechenlands ein unmittelbares Problem: «Wenn es Neuwahlen geben sollte, dann steigt das Risiko zusätzlich, dass sich Griechenland nicht an die Vorgaben des Währungsfonds (IWF) und der EU halten wird.» Der Währungsfonds werde in dem Fall seine Unterstützung zurückziehen und in der Folge auch die EU. «Dann wird Griechenland vom Kapitalmarkt abgeschnitten und gezwungen sein, eine eigene Währung einzuführen». Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut Adler bei 40 bis 60 Prozent.

Ob dies massive Turbulenzen auf dem Kapitalmarkt bedeute? Adler glaubt nicht. Denn: Das Risiko-Engagement des Privatsektors sei nicht mehr sehr gross. Eher werde der öffentliche Sektor grosse Abschreiber hinnehmen müssen, wie etwa die deutsche Bundesbank. «Eine grosse Bankenkrise wird es in dem Fall aber nicht geben», meint Adler. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.05.2012, 12:01 Uhr

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31 Kommentare

Stephan Fehlmann

07.05.2012, 12:50 Uhr
Melden 70 Empfehlung 0

Ich glaube eher bald, die EU ist das Problem. Antworten


Gion Wetten

07.05.2012, 12:36 Uhr
Melden 51 Empfehlung 0

Gut so GR geht Euren Weg mit der Diktatur von Brüssel sind IHR noch 50 Jahre im Dreck Antworten



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