Wirtschaft

Moody's verschont Sarkozy – aber nur bis März

Aktualisiert am 16.01.2012 4 Kommentare

Die US-Ratingagentur hält im Gegensatz zu Standard & Poor's an der Bestnote für Frankreichs Kreditwürdigkeit fest – vorläufig. Die nächste Einschätzung folgt schon bald.

Kurze Verschnaufpause: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Kurze Verschnaufpause: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Bild: Keystone

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Nach dem Verlust der Bestnote für sein Land durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy durch Moody's wieder etwas Bestätigung erfahren. Im Gegensatz zu S&P behielt Moody's die Top-Bonität AAA für Frankreich vorerst bei. Auch am stabilen Ausblick ändere sich zunächst nichts, erklärte Moody's, kritisierte aber gleichzeitig die düsteren Wachstumsprognosen für die französische Wirtschaft.

Sarkozys Haushaltsministerin Válerie Pécresse zeigte sich optimistisch, dass die Kreditkosten für das Land nach der Herabstufung durch S&P nicht steigen werden. Sie erwarte keine automatischen Konsequenzen aus dem Verlust der Top-Note, da Frankreich kreditwürdig sei, sagte sie dem Radiosender Europe-1. Ausserdem gelobte sie eine Fortsetzung des Sparkurses der Regierung und wehrte sich gegen Bedenken der französischen Linken und S&Ps, dass die Finanzreformen das Wirtschaftswachstum gefährden könnten.

Zinsen nach Verlust von AAA niedrig

Auch Moody's warnte aber, dass die schlechten Wachstumsprognosen für Frankreich und die gesamte Region ein Risiko für die Steuerkonsolidierungspläne der Regierung in Paris darstellen würden. Wegen der Stärke der französischen Wirtschaft habe man das Rating des Landes beibehalten, die wachsende Schuldenlast mache Frankreich aber zu einem der schwächsten Länder mit AAA-Bonität, hiess es von Moody's.

Bei einer Versteigerung von Schuldverschreibungen mit kurzer Laufzeit konnte Frankreich mit Leichtigkeit 4,4 Milliarden Euro erlösen. Allerdings lag der Zinssatz für die 12 Wochen laufenden Papiere bei 0,156 Prozent und damit über den 0,023 Prozent, die die «Grande Nation» noch vor zwei Wochen für ähnliche Anleihen zahlen musste. Im Gegensatz dazu fielen die Zinsen für zehnjährige französische Anleihen am Sekundärmarkt aber.

Keine Entwarnung

Moody's kündigte an, die Bonität im ersten Quartal 2012 überprüfen zu wollen. Für besonders problematisch hält die Rating-Agentur, dass auf das Land wegen der Beteiligung am Rettungsschirm EFSF und möglichen Staatshilfen für Banken weitere Belastungen zukommen könnten.

Für die Opposition in Frankreich ist die Herabstufung durch S&P wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl ein willkommenes Wahlkampfthema. Sarkozys Gegenkandidaten bezeichneten sie als Beweis für seine irregeleitete und ineffektive Politik.

Der Präsident traf indessen in Madrid auf den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und König Juan Carlos. Die Kreditwürdigkeit ihres Landes wurden von S&P ebenfalls herabgestuft. Sarkozy schnitt das Thema nicht direkt an, sagte aber: «Spanien und Frankreich haben viel Arbeit vor sich, damit Europa aus der wiederholten Krise der vergangenen drei Jahre herauskommt». Der spanische König sagte, er sei zuversichtlich, dass die beiden Länder dabei helfen würden, Europa aus der Krise zu führen. Beide «kämpfen dabei helfen würden, Europa aus der Krise zu führen. Beide »kämpfen gemeinsam für das Vorwärtskommen eines geeinten, wohlhabenden und solidarischen Europas, das der Krise mit Stärke begegnet.« (jak/dapd)

Erstellt: 16.01.2012, 12:08 Uhr

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4 Kommentare

Werner Hebeisen

16.01.2012, 13:57 Uhr
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Egal wie man's dreht, F hat zu grossen Ausgaben um so bestehen zu können wie Sarkozy will.
Mit der miesen wirtschaftl. Lage in F können keine Prestige-Projekte finanziert werden wie: Dikdatoren verjagen mit Milliarden von Steuergeld, TGV-Konstruktionen die niemand kauft, aufgeblähter Staats- und Representationsapparat der unproduktiv ist.
Es ist genügend Geld da, wird aber verschleudert
Antworten


Eugen Fischer

16.01.2012, 16:16 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Permanent "Händli halti" und schön in die kameras blinzle, das reicht heute nicht mehr aus, denn man erwartet einschneidene Massnahmen, die aber auch der Wirtschaft an Beachtung wohlwollend ausgerichtet ist, und sonst nichts. Die Welt spricht nicht "Deutsch". Antworten



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