Mit einem «Zwischenbonus» bindet die CS in London Banker an sich
Von Rita Flubacher. Aktualisiert am 01.09.2010 5 Kommentare
Der britische Hauptsitz der Credit Suisse in Canary Wharf, dem neuen Finanzzentrum Londons. (Bild: Reuters )
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Die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) fühlt sich in einer etwas misslichen Lage auf dem britischen Finanzplatz. Dortige CS-Banker, so ist aus der Grossbank zu hören, machen offenbar Druck, drohen gar mit dem Wechsel zu Konkurrenz. Überhaupt seien die Banken in London wieder aggressiv am Abwerben, heisst es weiter.
Um die Stimmung aufzuhellen und wieder «branchenübliche» Entlöhnungen sicherzustellen, werden die CS-Manager in London bereits per heute, dem 1. September, eine Bonuszahlung erhalten, und nicht wie üblich erst im Januar, berichtete das «Wall Street Journal». CS-Sprecher Marc Dosch bestätigt auf Anfrage den Sachverhalt. Die CS begründet ihren Schritt damit, dass sie mit ihrer Vergütungspolitik langfristige, leistungsorientierte Anreize schaffe. «Das hat aber auch dazu geführt, dass die CS in gewissen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig war. Deshalb wurde auf dem Platz London eine Bonuszuteilung während des Jahres nötig», sagt Dosch. Der Septemberbonus wird über drei Jahre hinweg ausbezahlt und bemisst sich an den Kommissionseinnahmen und an der Eigenkapitalrendite der Bank. Je nach Ergebnis könnte der Bonus später auch gekürzt werden.
CS sieht sich als Musterknabe
In den Genuss des ungewöhnlichen «Zwischenbonus» kommen in London gegen 400 Topleute. Ihnen hatte die CS für 2009 die Boni um 30 Prozent gekürzt. Darüber hinaus hatte sie den globalen Bonustopf um fünf Prozent verkleinert. «Keine Bank sonst hat so direkt im Sinne dieser britischen Lenkungsabgabe gehandelt», betont CS-Sprecher Dosch. Die britische Regierung hatte im Dezember 2009 von allen Finanzinstituten mit Niederlassungen in Grossbritannien eine einmalige Sondersteuer von 50 Prozent auf Boni erhoben. Sie wollte damit ein Zeichen gegen überhöhte Entschädigungen an die Banker setzen.
Gemäss «Wall Street Journal» sollen tatsächlich viele andere Banken – anders als die CS – nicht von ihrer Bonuspolitik abgerückt sein. Sie schluckten vielmehr die Sondersteuer an den britischen Fiskus, ohne ihren Angestellten Abzüge zuzumuten – aus Furcht, ihre Stars würden zur Konkurrenz abspringen.
Kein Thema für die UBS
Zu diesen Banken gehört offenbar auch die UBS, (UBSN 11.15 -0.89%) die im zweiten Quartal dieses Jahres 242 Millionen Franken Bonussteuern zuhanden der britischen Behörden unter den allgemeinen Personalaufwendungen abbuchte. UBS-Sprecherin Eveline Müller-Eichenberger erklärt, ein ausserordentlicher Bonus wie bei der CS sei kein Thema für die UBS.
Mindestens für die britische Regierung ist die Rechnung voll aufgegangen. Statt der vom früheren Schatzkanzler Alistair Darling errechneten Einnahmen von 550 Millionen Pfund (umgerechnet 867 Millionen Franken) flossen bisher 2,5 Milliarden Pfund (3,9 Milliarden Franken) in die Kassen.
Kasse machen im Dezember
Die Möglichkeit vorgezogener Bonusausschüttungen geistert derzeit auch in den Köpfen amerikanischer Banker herum. Und dies, obwohl öffentliche Empörung über die exorbitant hohen Boni an der Wallstreet längst noch nicht verebbt ist. Grund ist auch hier der Fiskus. Ende dieses Jahres laufen verschiedene Steuersenkungspakete aus, die noch unter der Administration von Präsident George W. Bush lanciert worden waren. Sein Nachfolger Barack Obama hat bereits signalisiert, dass er hohe Einkommen wieder stärker besteuern möchte.
Das «Wall Street Journal» zitiert Anwälte und Entschädigungsspezialisten, die ihren Kunden raten, die im Januar fälligen Boni bereits im Dezember auszuzahlen. Topbanker, die mit einem Bonus von einer Million Dollar rechnen könnten, würden 45 000 Dollar sparen, falls der bestehende Einkommenssteuersatz von 35 Prozent auf 39,5 Prozent angehoben werde, wie dies diskutiert werde. Offenbar sollen Banker und Händler, die derzeit die Firma wechseln, darauf pochen, dass ihnen Teile des bei Antritt versprochenen Bonus vor Jahresende aufs Konto überschrieben werden.
Banken können sich das nicht leisten
Noch will sich kein Finanzinstitut in die Karten blicken lassen. Auch nicht die UBS und die CS. Das Thema ist voller Sprengstoff. David Wise, Partner beim Beratungsunternehmen Hay Group, sagt es so: «Die Banken sind so in der Kritik, dass sie es sich nicht leisten können, Bonuszahlungen vorzuverlegen, damit ihre Angestellten Steuern sparen können.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.08.2010, 23:14 Uhr
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Das Gequängel dieser Lackaffen welche nie genug haben ist unerträglich geworden und bei genauem hinsehen braucht es sie gar nicht in der Wirtschaft, weil Werte erarbeiet nach wie vor die produzierende Bevölkerung. Es ist an der Zeit die Geldwirtschaft zu verstaatlichen. Wir gehen sonst wegen diesen Parasiten noch zu Grunde. Arbeiter wacht auf und klopft mal mit der Faust auf den Tisch. Antworten
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