Wirtschaft

Mit Wasser gegen den Franken-Frust

Aktualisiert am 17.04.2012

Die mit Schwierigkeiten kämpfende Schweizer Tourismusbranche setzt diesen Sommer auf das Thema Wasser. Mit einem schwimmenden Botschafter will Schweiz Tourismus das Land anpreisen.

Wasserland Schweiz: Der Stellisee oberhalb Zermatt im Kanton Wallis mit dem wolkenverhangenen Matterhorn im Hintergrund. (Juli 2009)

Wasserland Schweiz: Der Stellisee oberhalb Zermatt im Kanton Wallis mit dem wolkenverhangenen Matterhorn im Hintergrund. (Juli 2009)
Bild: Keystone

Gletscher, Seen und Flüsse – diese Naturschönheiten will Schweiz Tourismus ihren Gästen schmackhaft machen. Kernstück des Projektes ist die Begleitung eines Schwimmers von der Rheinquelle bis zur Mündung.

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Der Druck ist gross: Die Frankenstärke hält Besucher aus den Nachbarländern fern, während die verbreitete Unlust zum Konsum auch viele Schweizer vom Reisen im eigenen Land abhält. «Die Lage bleibt für den Schweizer Tourismus angespannt», sagt Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid vor den Medien in Zürich.

Die Schweizer Tourismusindustrie setzt daher diesen Sommer auf das Thema Wasser. Hochglanzbilder von Seen, Flüssen und Kursschiffen sollen bei den Schweizern Lust auf Ferien im eigenen Land wecken und ausländische Gäste die Frankenstärke vergessen lassen.

Kostet fast 50 Millionen Franken

Schweiz Tourismus lanciert eine 48,5 Millionen Franken teure Werbekampagne für den Sommer. Der Druck ist gross: Wegen der starken Währung meiden Feriensuchende vor allem aus den Nachbarländern die Schweiz, während die verbreitete Unlust am Konsum auch viele Schweizer vom Reisen abhält. Die Branche verfügt zudem über ein Überangebot.

Die Hotellerie dürfte im Sommer mit 1,4 Prozent weniger Übernachtungen zurechtkommen müssen, sagte Schmid und zitierte Prognosen des Forschungsinstituts BAK Basel.

Der Rückgang bei inländischen Gästen werde voraussichtlich 0,5 Prozent betragen, bei den ausländischen Touristen 2,1 Prozent. Im März hatte Schmid noch düsterere Prognosen gemacht: Er rechnete damals mit einem Minus von 2 bis 3 Prozent der Logiernächte und einem Rückgang des Tourismusumsatzes um 300 Millionen Franken.

«Wasserland Schweiz»

Mit dem Thema «Wasserland Schweiz» soll die Schweiz als Feriendestination beworben werden. «Wenn Sie an die Schweiz denken, denken Sie an vieles, aber nicht zuerst ans Wasser», sagte Schmid. Dabei sei Wasser in der Schweiz ein sehr wichtiges Gut.

Die nationale Tourismusorganisation will nun die Schönheiten von Seen, Flüssen, Bergbächen und Gletschern ins Zentrum rücken. Hochglanzbroschüren und Werbespots sollen auch im Ausland Wirkung zeigen, vor allem in den aufstrebenden Ländern in Übersee. In Brasilien, China, den Golfstaaten, Indien, Polen und Russland will Schweiz Tourismus diesen Sommer über 1 Millionen Logiernächte verkaufen.

Auch die Schweizer Städte sollen dabei nicht zu kurz kommen: Alle grossen Zentren lägen schliesslich an einem See oder einem Wasserlauf, sagte Schmid. Schweiz Tourismus zeigt in den Werbespots auch Brunnenanlagen an prominenter Stelle.

Schwimmender Botschafter

Ein schwimmender Botschafter für die Schweiz ist der Bündner Ernst Bromeis, der im Mai die ganze Länge des Rheins von der Quelle in den Alpen bis nach Rotterdam bei der Mündung in die Nordsee schwimmend zurücklegen möchte. Schweiz Tourismus will das Vorhaben als Medienevent begleiten.

Bromeis will am Tomasee in Graubünden ins Wasser springen und als erster Mensch überhaupt den Rhein hinabschwimmen. Bromeis werde an verschiedenen Stationen Werbung für das Wasserland Schweiz machen, sagte die Schweiz-Tourismus-Medienverantwortliche, Daniela Bär.

Mit drei geplanten Medien- und VIP-Events in Disentis, Konstanz (D) und Basel will Schweiz Tourismus auf den Schwimmer aufmerksam machen, dessen sportliche Leistung das Motto «Das blaue Wunder - Rhein 2012» steht. Ein Geheimnis sei noch, wie Bromeis den Rheinfall bei Neuhausen SH überwinden wolle, sagte Daniela Bär. (jak/sda)

Erstellt: 17.04.2012, 11:55 Uhr

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