Wirtschaft

Missverständnis mit Mayrhuber

Aktualisiert am 20.02.2010

Vor dem ab Montag geplanten Streik bei der Lufthansa hat die Pilotenvereinigung ein Spitzengespräch mit dem Chef der Fluggesellschaft, Wolfgang Mayrhuber, vorgeschlagen. Um ein Missverständnis aus der Welt zu räumen.

Hat Gesprächsbereitschaft signalisiert: Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.

Hat Gesprächsbereitschaft signalisiert: Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.
Bild: Keystone

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Die Kranichlinie zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit, stellte aber Bedingungen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte die Tarifparteien zuvor aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den Streik, der zur Streichung von zwei Dritteln aller Flüge führen würde, doch noch abzuwenden.

Der Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther erklärte, Mayrhuber habe mit dem Cockpit-Präsidenten Winfried Streicher telefoniert. Die Fluggesellschaft sei dialogbereit, wenn Cockpit vorab bestätige, «von Forderungen, die die unternehmerische Freiheit unzulässig beschränken, wie Markennutzung und Auslandsbeteiligungen, abzurücken und nicht erneut zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen». Zu allen anderen Themen, insbesondere zu Fragen der Arbeiitsplatzsicherheit, sei Lufthansa, (LHA 8.536 0.67%) wie immer wieder betont, gesprächsbereit, hiess es.

Missverständnisse

Ein Cockpit-Sprecher begründete die Forderung nach der Teilnahme Mayrhubers damit, dass es offenbar Missverständnisse zwischen beiden Seiten gebe. Dabei verwies er auf einen «Focus»-Bericht.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge gibt es ein Geheimpapier der Pilotengewerkschaft mit weitreichenden Forderungen, um auf die künftige Geschäftsentwicklung der Airline Einfluss nehmen zu können. So verlangten sie, «dass die Beteiligung an einer ausländischen Fluggesellschaft unter der Dachmarke Lufthansa zur vollumfänglichen Integration in den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrages unter den jeweils gültigen Tarifbedingungen der Passage beziehungsweise der Fracht führt», zitiert «Focus».

Der Cockpit-Sprecher bezeichnete dies als «Unsinn». Es gebe kein Geheimpapier; die Vereinigung betreibe eine offene Tarifpolitik.

«Schwere Belastungen»

Ramsauer sagte der «Bild am Sonntag»: «Ein vernünftiger Kompromiss muss her, um Schaden von der deutschen Volkswirtschaft abzuwenden.» Als positives Beispiel verwies der CSU-Politiker auf die Einigung in der Metallbranche am Donnerstag.

Zugleich warnte er vor schweren Belastungen, die im Fall des Arbeitskampfs auf die Luftverkehrswirtschaft zukämen. «Dieser Streik kommt zu einer Unzeit. Es kann nicht sein, dass die grösste deutsche Flotte vier Tage lang fast komplett am Boden bleibt.» Für die Reisenden sei das eine Zumutung - und für die Luftverkehrswirtschaft ein weiterer schwerer Schlag. «Und obendrein ein Imageverlust für eine der renommiertesten Fluglinien der Welt», fügte der Minister warnend hinzu.

Streit über die Arbeitsplatzsicherung

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa haben die Piloten nach einer Urabstimmung zum flächendeckenden Streik von Montag bis Donnerstag kommender Woche aufgerufen. Wegen des bisher umfassendsten Ausstands bei der deutschen Fluggesellschaft hatte die Lufthansa am Freitag die Streichung von zwei Dritteln der Verbindungen in dem Zeitraum angekündigt. Passagiere können sich unter der kostenfreien Nummer 0800 / 8 50 60 70 informieren.

Hintergrund ist ein Streit über die Arbeitsplatzsicherung. Die Vereinigung Cockpit kritisiert, dass die Lufthansa in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze zu externen Gesellschaften ausgelagert hat, in dem Piloten schlechter bezahlt sind. Die Gewerkschaft nannte eine Grössenordnung von 20 bis 25 Prozent. (sam/ddp)

Erstellt: 20.02.2010, 14:31 Uhr

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