Wirtschaft

Migros verbannt L'Oréal-Produkte aus Sortiment

Von Stefan Schnyder. Aktualisiert am 15.11.2011 22 Kommentare

Die Migros und der Kosmetikriese L’Oréal konnten sich nicht auf tiefere Preise einigen. Ab heute verkauft der Detailhändler die L’Oréal-Produktelinie Garnier nicht mehr.

Restbestände zum halben Preis: Eine Frau kauft in einer Migros-Filiale ein.

Restbestände zum halben Preis: Eine Frau kauft in einer Migros-Filiale ein.
Bild: Keystone

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Coop hat es im Sommer vorgemacht, nun zieht die Migros mit ihrem ersten Rauswurf von Produkten nach: Ab heute bestellt der orange Riese keine Haarpflegemittel der L’Oréal-Marke Garnier mehr nach. Die Restbestände verkauft der Detailhändler zum halben Preis. Es handelt sich um die drei Garnier-Produktelinien Fructis-Haarpflege und Fructis-Haarstyling sowie die Körperpflegeprodukte Body.

Die Migros ist «enttäuscht»

Der Grund für den Rauswurf ist, dass der französische Konzern L’Oréal laut der Migros die aufgrund des starken Frankens erzielten Währungsgewinne nicht weitergegeben hat: «Von diesem Lieferanten sind wir enttäuscht. L’Oréal hat zwar Zugeständnisse gemacht, aber nicht in dem Masse, wie wir uns das gewünscht haben», sagte Marketingchef Oskar Sager gegenüber dem «Migros-Magazin».

Im Sommer hatte Migros-Chef Herbert Bolliger gesagt, dass er nur im Extremfall zum Mittel des Rauswurfs von Produkten greifen werde. Marketingchef Sager erläutert deshalb ausführlich, warum die Migros nun erstmals Produkte rauswirft: «Es geht uns nicht darum, Lärm zu machen, sondern darum, klare Verhältnisse zu schaffen. Wenn wir Produkte aus den Regalen nehmen, dann haben wir uns das sehr gut überlegt. Wir tun dies, weil wir kein befriedigendes Verhandlungsergebnis erzielen konnten.»

Kein glänzender Ruf

L’Oréal gilt unter Detailhändlern als knallhart kalkulierender Konzern, der nicht davon zurückschreckt, für seine Produkte in der Schweiz höhere Preise zu verlangen als im Ausland. Laut der Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» kostet der L’Oréal-Haarspray Elnett (300 ml) in Deutschland 4.15 Franken, während die Migros das gleiche Produkt für 13.50 Franken verkauft. Coop hatte im Übrigen in diesem Sommer mit der Haarpflegelinie Studioline ebenfalls ein L’Oréal-Produkt aus dem Sortiment genommen. Doch in der Zwischenzeit haben sich die Parteien geeinigt, und Coop hat die Produkte wieder ins Sortiment genommen. Auf eine Klage bei der Wettbewerbskommission hat die Migros verzichtet. Dies, weil ein über Jahre dauerndes Hickhack gedroht hätte, wie der Migros-Marketingchef sagt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.11.2011, 08:53 Uhr

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22 Kommentare

Alain Burky

15.11.2011, 09:05 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Guter Entscheid.
Wer hat schon Lust, durch ueberteuerte "Standardprodukte" das immense PR/Werbebudget
des weltweit groessten Kosmetikkonzerns zu finanzieren.
Es gibt gute Alternativen mit besserem Preis/Leistungsverhaeltnis.
Antworten


Frank Meister

15.11.2011, 09:57 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Es wäre gut, wenn Coop den gleichen Schritt machen würde. Aehnliche Massnahmen wären eigentlich auf für andere Firmen, wie Nivea notwendig. Antworten



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