Wirtschaft

«Mehr als 235'000 E-Mails wurden geprüft»

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 30.03.2011 5 Kommentare

Bei der Hörgeräteherstellerin Sonova sind nach einem Aktienskandal VR-Präsident Andy Rihs, CEO Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker zurückgetreten. Rihs nahm gegenüber den Medien Stellung.

Sonova


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(DerBund.ch/Newsnet)

  • 10:20  

    Die Pressekonferenz ist beendet.

  • 10:20  

    Eine Journalistin fragt, ob das Unternehmen gegen den Ex-CEO und den Ex-CFO eine Anzeige erheben wollen. Die Antwort dazu soll Vertreter des Anwaltsbüros Homburger geben. Von sich aus sehe Sonova keinen Anlass für eine Strafanzeige, sagt der Anwaltsvertreter.

  • 10.11  

    Die Frage wird gestellt, ob der CEO und der CFO entlassen wurden. Spoerry sagt, man habe miteinander gesprochen und die beiden hätten von sich aus sich zu diesem Schritt entschlossen. Abgangsentschädigungen seien keine bezahlt worden.

  • 10:10  

    Wiederholt wird die Frage gestellt, wann denn die Handelssperre hätte verfügt werden sollen. Spoerry sagt, das sei schwierig generell zu sagen. Er selbst hätte sie sofort verfügt, als die Handelszahlen für den Februar bekannt waren. Weil die Handelssperre zu spät erfolgt sei, hätten auch die Verkaufsaktivitäten stattgefunden.

  • 10:08  

    Die Frage wird gestellt, wann dann der Verwaltungsrat die Informationen zum erwartbaren Gewinn erhalten habe. Spoerry sagt, er sei erst am 10. März informiert worden und hätte zuerst noch weitere Informationen eingefordert.

  • 10:05  

    Die Journalisten können nun ihre Fragen stellen. Eine Journalistin fragt, ob nun doch Insidervergehen begangen wurden. Spoerry sagt, diese Frage könne - wenn überhaupt - nur durch die Staatsanwaltschaft erfolgen können.

  • 10:02  

    Der neue VR-Präsident Spoerry will andere VR-Mandate abbauen und schwärmt nun ebenfalls von der aussergewöhnlichen Innovationskraft von Sonova. Man müsse in den jetzigen Turbulenzen daran denken, dass ein Unternehmen viel mehr sei, als ein paar Köpfe.

  • 10:00  

    Alexander Tschokke als neuer CEO betont, dass das Unternehmen operativ weiterhin gut unterwegs sei. Dennoch gelte es jetzt vor allem, das Vertrauen wieder neu aufzubauen. Das könne nur durch Arbeit und nicht durch Worte erreicht werden. Er schwärmt vom vorhandenen Know how das bei Sonova vorhanden sei und betont, dass die bisherige Strategie nicht in Frage stehe, sie werde wie bisher fortgesetzt. Die Innovationskraft sei absolut intakt. Der Spirit im Unternehmen sei ebenfalls noch da. Es sei überdies nicht wahr, dass mit den Produkten Problemen bestehen.

  • 9:56  

    Spoerry stellt nun den neuen interministischen CEO Alexander Tschokke und den neuen CFO Paul Thomson vor. Beide arbeiteten bereits zuvor für Sonova

  • 9:55  

    Die Homburger-Untersuchung habe ergeben, dass Andy Rihs keine kursrelevanten Informationen hatte, als er die Aktien verkauft hat und er habe auch keine Handelssperren missachten. Daher sei man froh, dass der Pionier der Unternehmung erhalten bleibe.

  • 9:50  

    Daher wären auch CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker zurückgetreten. Spoerry betont, dass das Management zuvor hervorragende Arbeit geleistet habe.

  • 9:47  

    Homburger hielt fest, dass die Gewinnwarnung zu spät erfolgt sei. Schon Anfang März lagen die Verkaufsinformationen für den Februar vor, daraus konnt geschlossen werden, dass der budgetierte Jahresumsatz nicht mehr erreicht werden könne. Auch die Verhängung der internen Handelssperren wurden trotz vorhandener internen Richtlinien, die es anders vorsehen würden, zu spät verhängt. Spoerry stuft die Vorkommnisse selber als schwerwiegend ein.

  • 9:46  

    Spoerry berichtet vom Umfang der Untersuchungen. So seien unter anderem mehr als 235'000 E-mails geprüft worden und 13 Personen befragt worden.

  • 9:44  

    Noch am Tag der Gewinnwarnung habe man eine Abklärungsgruppe intern gebildet und schon am nächsten Tag habe man der Anwaltskanzlei Homburger den Auftrag erklärt, die Abläufe genauer abzuklären. Die Ergebnisse dieser Untersuchung waren sehr enttäuschend.

  • 9:41  

    Der neuen VR-Präsident Robert Spörry spricht. Er würde das Amt lieber unter anderen Umständen übernommen haben, betont er und spricht über die turbulenten Tag im Unternehmen während der letzten Wochen. Er geht auf die Ereignisse detaillierter ein: Am 16. März ist die Gewinnwarnung erfolgt. Als der Verdacht von Insiderhandel aufgekommen sei, habe man rasch gehandelt.

  • 9:40  

    Rihs betont, dass er bei seinen Aktienverkäufen keine Kenntnis von der bevorstehenden Profitwarnung hatte. Leute, ihn kennen, wüssten, dass er nie Leute in dieser Art übervorteilen würde. Er habe sich auch sofort bereit erklärt, den Deal wieder rückgängig zu machen, wenn das möglich wäre.

  • 9:35  

    Rihs wirft einen Blick auf eine sehr erfolgreiche Geschichte seines Höhrgeräteunternehmens zurück und betont, dass Sonova weiterhin operativ sehr gut laufe. Doch die letzten Tage hätten dem Ruf von Sonova grossen Schaden zugefügt, weshalb er sich zum Rücktritt als Präsident entschlossen habe. Er bleibe aber an Board auch als Vertreter der Anker-Aktionäre (zu denen sein Bruder und Beda Diethelm gehört).

  • 9:34  

    Der zurücktretende Präsident Andy Rihs bedauert, dass es zu diesem Anlass gekommen ist. Es tut ihm leid, dass sein Unternehmen eine Enttäuschung war in den letzten Tagen.

  • 9:32  

    Die Pressekonferenz wird durch Sprecher Sacha Wigdorovits eröffnet.

  • Vor der Medienkonferenz  

    Nachdem es vor einer Gewinnwarnung des Hörgeräteherstellers Sonova in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat zu grossen Aktienverkäufen kam, treten Konzernchef Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker zurück. Andy Rihs gibt das Präsidium des Verwaltungsrates ebenfalls ab.

    Im Vorfeld der Gewinnwarnung von vorletzter Woche hätten es die Verantwortlichen versäumt, innerhalb des Unternehmens rechtzeitig ein Verbot für Börsentransaktionen zu erlassen, teilte Sonova am Mittwoch mit. Ausserdem sei eine mit einer Untersuchung betraute Anwaltskanzlei zum Schluss gekommen, dass die Gewinnwarnung zu spät veröffentlicht worden sei.

    Die Führung des Konzerns übernimmt gemäss Mitteilung nun interimistisch Alexander Zschokke, welcher der Geschäftsleitung seit 2006 angehört und derzeit die gruppenweiten Verkaufsaktivitäten leitet. Vorübergehend Finanzchef der Sonova wird Paul Thompson, der dieses Amt bereits von 2002 bis 2004 ausübte und nun für Firmenübernahmen von Sonova verantwortlich ist.

    Firmengründer Andy Rihs gibt zwar das Amt des Verwaltungsratspräsidenten ab, bleibt aber Mitglied des Aufsichtsgremiums des Konzerns. Die interne Untersuchung habe ergeben, dass Rihs beim Verkauf der Aktien noch nichts von der Gewinnwarnung wusste, hiess es im Communiqué. Rihs habe dem Aktienkäufer zudem angeboten, die Wertpapiere zum Verkaufspreis zurückzunehmen.

    Anstelle von Rihs zum Präsidenten ernannt hat der Verwaltungsrat Robert Spoerry. Spoerry gehöre dem Verwaltungsrat seit 2003 an und blicke auf eine langjährige Industrieerfahrung zurück, heisst es in der Mitteilung.

    Bevor Sonova am 16. März bekannt gegeben hatte, dass der Umsatz und der Gewinn 2011 wesentlich tiefer als erwartet ausfallen werde, wurden von Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates Aktien und Optionen im Wert von 47 Millionen Fr. verkauft. Die Staatsanwaltschaft hat darauf mit Vorabklärungen wegen möglichen Insiderhandels begonnen.

Erstellt: 30.03.2011, 10:41 Uhr

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5 Kommentare

Klaus Müller

30.03.2011, 09:58 Uhr
Melden

Der Herr Rihs war schon immer ein ganz schlauer, das wissen wir an der Goldküste. Berlusconisierung Stäfas. Antworten


Ueli Eichenberger

30.03.2011, 10:41 Uhr
Melden

Erst über über Floyd Landis lästern und danach selber betrügen...
Die Moral stirbt immer zuerst!
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