Managerlöhne: Wer wen überholt hat
Umfrage
2008 mussten die VR-Präsidenten und Konzernchefs von Banken und Versicherungen Lohneinbussen von über 50 Prozent hinnehmen. Halten sie einen staatlich verordneten Lohndeckel trotzdem noch für angebracht?
Ja
Nein
940 Stimmen
Topverdiener der Schweizer Wirtschaft
Die Ethos-Studie
Die am Donnerstag vorgestellte Ethos-Studie zieht zum vierten Mal Bilanz über die Vergütungen für Mitglieder von Verwaltungsräten (VR) und Geschäftsleitungsmitgliedern der grössten Schweizer Firmen. Erfasst wurden 47 Firmen, die in den Börsenindizes SMI und SMIM vertreten sind. Erwartungsgemäss hat die Krise letztes Jahr auch in den «Lohntüten» auf den Chefetagen Spuren hinterlassen. Insgesamt wurden 2008 noch 1,021 Milliarden Franken ausgeschüttet oder 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Mit 10,3 Millionen Franken war Zürich-Konzernchef James Schiro trotz einer Einbusse von 17 Prozent der bestbezahlte Manager des Finanzsektors. Weit zurückgefallen sind die beiden Credit-Suisse-Topleute Walter Kielholz und Brady Dougan. Sie erhielten nach Kürzungen von 86 beziehungsweise 87 Prozent noch 2,0 beziehungsweise 2,9 Millionen Franken.
Am meisten gelitten hat erwartungsgemäss der Finanzsektor. Die VR-Präsidenten der Branche mussten eine Kürzung ihrer Entschädigung von 65 Prozent auf durchschnittlich 1,6 Millionen Franken hinnehmen. Bei den CEO des Finanzsektors machte die Einbusse 59 Prozent auf 4,0 Millionen Franken aus. Bei den übrigen Sektoren sanken die CEO-Entschädigungen nur um fünf Prozent.
Bei Bankern immer noch hohe Boni
Auch bei den separat ausgewiesenen Boni wurde im Finanzsektor am stärksten gekürzt, und zwar bei den Konzernchefs im Durchschnitt um 77 Prozent. Mit mittleren 1,5 Millionen Franken seien die Boni trotz der beispiellosen Finanzkrise aber hoch geblieben und hätten in den meisten Fällen das Grundgehalt überstiegen, heisst es in der Studie. In den anderen Sektoren gingen die Bonuszahlungen an die Konzernchefs nur um 28 Prozent zurück.
Über alle Branchen gesehen, mussten die Mitglieder der Geschäftsleitungen deutlich höhere Kürzungen hinnehmen als die Verwaltungsräte. Im Schnitt erhielt ein Geschäftsleitungsmitglied noch 2,4 Millionen Franken. Das waren 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Verwaltungsratspräsidenten ohne CEO-Funktion machte der Rückgang fünf Prozent auf 2,0 Millionen Franken aus. Die übrigen VR-Mitglieder erhielten im Mittel 294'000 Franken oder sechs Prozent weniger als 2007.
40,3 Millionen für Vasella
Die fünf Verwaltungsratspräsidenten, die gleichzeitig auch Konzernchef sind, steigerten ihre Bezüge hingegen um 16 Prozent und kassierten im Schnitt 13,6 Millionen Franken. Spitzenreiter blieb Novartis-Präsident und -Konzernchef Daniel Vasella, der laut Ethos-Berechnungen seine Entschädigung um einen Fünftel auf 40,3 Millionen Franken aufstocken konnte. Den stärksten Sprung nach oben machte gemäss der Studie Galenica-Präsident und -CEO Etienne Jornod, dessen Entschädigung innert Jahresfrist um 85 Prozent auf 5,3 Millionen Franken in die Höhe schnellte.
Auf Vasella folgt Roche Präsident Franz Humer. Seine Entschädigung betrug 15,3 Millionen Franken, jene von Nestle Präsident Peter Brabeck 14,8 Millionen Franken.
Kleine ganz gross
Der CEO des Luxusgüterkonzerns Richemont, Norbert Platt, kam nach einer Kürzung um 20 Prozent noch auf 11,7 Millionen Franken. Auffallend sind die massiv höheren Bezüge von Galenica-Präsident und -Kozernchef Etienne Jornod. Seine Entschädigung stieg laut der Studie um 85 Prozent auf 5,3 Millionen Franken. Eine Erhöhung um 63 Prozent auf 3,4 Millionen Franken wird für SGS-Konzernchef Chris Kirk ausgewiesen. Um einen Drittel auf 6,7 Millionen Franken stieg das Salär für den CEO des Hörgeräte-Konzerns Sonova, Valentin Chapero Rueda. Schindler-Verwaltungsratspräsident und CEO Alfred Schindler erhielt 7,4 Millionen Franken oder 31 Prozent mehr als im Vorjahr. (cpm/ap)
Erstellt: 24.09.2009, 12:20 Uhr
Wirtschaft
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