Wirtschaft

Lufthansa schockt Anleger mit Gewinnwarnung

Aktualisiert am 21.09.2011 7 Kommentare

Aus dem angekündigten Höhenflug der Lufthansa wird nichts. Das Unternehmen reduziert gegen den Branchentrend seine Gewinnprognose und muss sich deswegen auf Turbulenzen einstellen. Die Aktie ist abgesackt.

Missliches August-Ergebnis: Ein Jet der Fluggesellschaft Lufthansa startet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Missliches August-Ergebnis: Ein Jet der Fluggesellschaft Lufthansa startet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
Bild: Keystone

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Das bislang ausgelobte Unternehmensziel eines operativen Gewinns oberhalb des Vorjahreswerts von 876 Millionen Euro sei nicht mehr zu erreichen, teilt Lufthansa (LHA 8.536 0.67%) mit. Die Kennzahl wird nunmehr «im oberen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich» erwartet. Bereits im Winterflugplan sollen wegen der schwächeren Nachfrage weniger Plätze angeboten werden.

Dabei läuft das Luftverkehrsgeschäft 2011 nach Einschätzung des Weltverbandes der Fluggesellschaften (Iata) deutlich besser als erwartet. Die Gewinnprognose für die Gesamtindustrie wurde am Dienstag kräftig um 72 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar angehoben. Vom Passagierboom sollten vor allem die europäischen Linien profitieren, sagte der neue Iata-Generaldirektor Tony Tyler in Singapur.

Die Euroschwäche habe mehr Besucher nach Europa gebracht und die Exportmärkte beflügelt. Die Fluggesellschaften des alten Kontinents könnten mit einem Gewinn von zusammen 1,4 Milliarden Dollar rechnen, fast dreimal so viel als noch im Juni vorausgesagt.

Wirtschaftlich unsichere Lage

Als Gründe für das Verfehlen des Gewinnziels nannte das Management um Lufthansa-Chef Christoph Franz das schwache Passagier-Ergebnis aus dem August und die zu erwartende Buchungsentwicklung angesichts anhaltender konjunktureller Unsicherheiten. 2010 erzielte die Swiss-Mutter Lufthansa unter dem Strich bei einem Umsatz von 27,3 Milliarden Franken dank eines Steuereffekts noch mehr als eine Milliarde Euro Gewinn.

Nun will die Lufthansa das Flugangebot im bevorstehenden Winter weiter zurückfahren, da sich die Risiken beim Ticketabsatz vergrössert hätten. Fluggesellschaften fliegen den Grossteil ihres Gewinns in der warmen Jahreshälfte ein. Im Winter schreiben sie meist Verluste.

Dabei hatte die Lufthansa im Reisemonat August zumindest nach der Zahl der beförderten Passagiere um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Allerdings waren nicht alle zusätzlich angebotenen Plätze an den Kunden zu bringen, so dass die Auslastung der Sitze um zwei Punkte auf 81,4 Prozent zurückging.

Verlustreiche Töchter

Vor allem bei der verlustreichen britischen Tochter BMI und bei Germanwings sanken die Buchungen und auch bei der Fracht als Frühindikator der Weltwirtschaft ging die Menge um 3,5 Prozent zurück. Die Swiss hingegen konnte im Sommermonat nochmals zulegen und hat 5,7 Prozent mehr Passagiere befördert. Das wirtschaftliche Ergebnis des Quartals wird erst Ende Oktober bekannt gegeben.

Im kommenden Jahr schlägt nach der Vorhersage der Iata die Konjunkturschwäche in Folge von Euro- und Schuldenkrise zu Buche, die ebenfalls besonders stark die Europäer treffen werde. Sie könnten dann nur noch mit knapp 220 Millionen Euro Gewinn rechnen. Die Zahl der Passagiere steige zwar, aber nur um 4,6 Prozent (nach 5,9 Prozent 2011). Auch das Frachtaufkommen dürfte weiter steigen, um geschätzte 4,2 Prozent. 2012 werde deutlich schwieriger als 2011, warnte Tyler. (bru/dapd/AFP)

Erstellt: 20.09.2011, 13:13 Uhr

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7 Kommentare

Rolf Bachmann

20.09.2011, 13:19 Uhr
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Haha die Analysten sind überrascht... Ja hallo was macht Ihr Analysten denn den ganzen Tag... in meinem e-mail Postfach unterbieten sich die Schnäppchen Angebote der Airlines(LH, EK, SQ) wöchentlich... Peking Retour 500 CHF ? hä, warum wohl... weil die Flieger gut ausgelastet sind .... Antworten


Sacha Meier

20.09.2011, 14:37 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Es wird endlich Zeit, dass anständige chinesische Fluglinien (z.B. China Airlines, Air China, et.) den maroden westlichen Flugverkehrs-Markt übernehmen. Dann können sich die Analysten endlich auch der Tätigkeit widmen, die sie am besten beherrschen: Die Analyse von virtuellen Finanzwerten. Antworten



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