Libyen macht Millionengeschäfte mit der Schweiz
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Bereits im Herbst 2008 hatte Muammar al-Ghadhafi der Schweiz mit einem Boykott gedroht: Die Importe aus Libyen - grösstenteils Erdöl - sanken im 2009 dann auch kräftig um rund 80 Prozent auf noch 718 Millionen Franken.
Dennoch gelangen immer noch libysche Güter in die Schweiz: Von September 2009 bis Januar 2010 betrugen die Importe jeden Monat mindestens 70 Millionen Franken - im Dezember hatten sie gar 116 Millionen Franken betragen, wie die Zahlen der Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) zeigen. Im Januar floss libysches Öl im Wert von rund 70 Millionen Franken in Schweizer Raffinerien.
Das Niveau vor dem Boykottaufruf wird damit aber nicht erreicht: Im Januar 2008 hatte die Schweiz beispielsweise noch libysches Öl für rund 400 Millionen Franken eingeführt.
Libyen hat ohnehin geschäftliche Interessen in der Schweiz: Tamoil Suisse mit seinen 350 Tankstellen und der Raffinerie in Collombey VS gehört via einer niederländischen Firma dem libyschen Staatsfonds.
Herkunft nicht entscheidend
Tamoil Suisse kaufe seit Sommer 2008 das Öl nicht mehr nach Herkunftsland ein, sagte Firmensprecher Laurent Paoliello am Freitag der Nachrichtenagentur SDA. Das Unternehmen beziehe den Rohstoff en gros auf verschiedenen Ölmärkten, beispielsweise Rotterdam.
Das Öl habe zu diesem Zeitpunkt oft schon mehrmals den Besitzer gewechselt. «Entscheidend für uns ist die Qualität und der Preis des Öls - nicht seine Herkunft. So machen wir keine Politik», sagte Paoliello.
Schwierig zu kontrollieren
Im internationalen Ölhandel sei es für einen Produzenten schwierig zu kontrollieren, wo sein Rohstoff hingelange, erklärte Rolf Hartl, Geschäftsführer der Schweizerischen Erdölvereinigung.
Neben Tamoils Betrieb in Collombey existiert in der Schweiz noch eine zweite Raffinerie im neuenburgischen Cressier. Bei der Besitzerin Petroplus war am Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar. (sam/sda/)
Erstellt: 26.02.2010, 23:11 Uhr
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