Wirtschaft

Konfusion um Pilatus-Flugzeuge aus Russland

Von Marc Badertscher. Aktualisiert am 28.07.2010 2 Kommentare

Aktionär Viktor Vekselberg plant, bei Moskau PC 21 zu bauen. Doch die Flugzeugbauer in Stans wissen nichts von den Expansionsplänen.

Viktor Vekselberg und seine Beteiligungsgesellschaft Renova möchten bei Moskau Pilatus-Flugzeuge bauen: Zu den Modellen gehört die PC 21.

Pilatus

Hat Pläne, bloss sind die nicht abgesprochen: Viktor Vekselberg. (Bild: Keystone )

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Bei Pilatus in Stans herrscht eine gewisse Ratlosigkeit: Der russische Investor Viktor Vekselberg und seine Beteiligungsgesellschaft Renova möchten künftig Flugzeuge der Pilatus-Werke in Russland produzieren lassen, Trainingsmaschinen des Typs PC-9 und PC-21, wie sie auch vom Militär verwendet werden. Das hat die russische Wirtschaftszeitung «Wedomosti» berichtet. 50 Flugzeuge sollen es zu Anfang jährlich sein. Ein grösseres Projekt, bloss wusste in Stans bislang niemand davon.

Und eigentlich hätte davon auch noch niemand etwas erfahren sollen. «Renova möchte grundsätzlich den russischen Markt für Schweizer Unternehmen öffnen», erklärt Daniel Grotzky von Renova die Ausgangslage. Deshalb schaue man dauernd und in letzter Zeit verstärkt, ob und wo sich Möglichkeiten eröffneten. Renova erstelle hierfür intern Studien, auch Pilatus schaue man sich an. Und im russischen Flugzeugbau möchte Vekselberg laut «Wedomosti» ohnehin stärker Fuss fassen.

Stärker Fuss fassen

Es gab ein Treffen mit dem russischen Verteidigungsministerium und der Flugzeugindustrie. Dort wurde vonseiten Renovas laut darüber nachgedacht, ob sich vielleicht Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Pilatus ergeben könnten. Das brächte dem Unternehmen Umsatz, und es wäre Vekselbergs Mission zuträglich, westliche Technologie nach Russland zu bringen: Er wurde im Frühling von Präsident Dmitri Medwedew zum Chefkoordinator für das zu bauende Technologiezentrum im Moskauer Vorort Skolkowa ernannt.

Das Pilatus-Projekt bei Renova ist jedoch nicht spruchreif. «Wenn sich dereinst eine Realisierungsmöglichkeit bieten sollte, würde Renova natürlich den Kontakt zu Pilatus suchen», heisst es. Die Angelegenheit sei aus dem russischen Verteidigungsministerium durchgesickert. Warum genau, ist nicht bekannt.

Noch keine Gespräche

Zwischen Renova und Pilatus existieren bereits Verbindungen: der Industriekonzern Oerlikon – Vekselberg hält 14 Prozent der Pilatus-Aktien. Mitte nächsten Jahres läuft der Aktionärsbindungsvertrag zwischen den PilatusEigentümern aus. Beobachter rechnen mit Verschiebungen.

Doch Grotzky sagt: «Es steht nicht zur Debatte, dass Renova sich an Pilatus beteiligen möchte.» Auch bei Oerlikon ist laut anderen Quellen das Aufstocken der Position kein Thema. Gespräche haben offenbar auch keine stattgefunden. Grossaktionär Jörg F. Burkart mit 41 Prozent an Pilatus sagt: «Es hat keinen Kontakt gegeben.» Und von anderer Seite heisst es: «Im Moment wird noch nicht über die Zukunft nach dem Auslaufen des Aktionärsvertrags verhandelt.» Die grössten Aktionäre hätten wohl ohnehin geringes Interesse, ihre Position an Renova zu veräussern, sagen Involvierte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.07.2010, 08:14 Uhr

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2 Kommentare

Fridolin Zweifel

28.07.2010, 16:15 Uhr
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Die Schweiz beschäftigt sich in der Sommerpause mit EU Problemen, teuren Beratern und dem Scherbenhaufen im Budeshaus. Die russische Föderation kennt all diese Probleme nicht. Viktor Vekselberg hat in Moskau einen op Berater und das ist Putin. Was Putin sagt wird getan. Damit wird der Pilatus Porter auch dort eingsetzt, wo es bis jetzt wegen restriktiven Ausfuhrbestimmungen nicht möglich war. Antworten


Christoph Meyer

28.07.2010, 22:40 Uhr
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Die Pilatus wird kaum nach Russland ziehen. Selbst Russland hat die härteren Gesetze über den Export von Militärflugzeugen à la PC-7. Burma oder der Tschad hätten von Moskau kaum das Kriegsmaterial gekriegt, das die Schweiz geliefert hat... Antworten



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