Karstadt-Insolvenzverwalter: Millionenklage gegen Manager

Aktualisiert am 07.07.2010

Thomas Middelhoff, ehemals Chef der Karstadt-Mutter Arcandor, und weitereren Managern droht eine Klage auf Schadenersatz – in einer ungewöhnlichen Höhe.

Soll sich verantworten: Middelhoff bei einer Bilanz-Pressekonferenz im März 2007.

Soll sich verantworten: Middelhoff bei einer Bilanz-Pressekonferenz im März 2007.
Bild: Keystone

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wird laut einem Zeitungsbericht in dieser Woche beim Amtsgericht Essen eine Klage im Umfang von mehr als 175 Millionen Euro einreichen, berichtete die «Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Kreise des Gläubigerausschusses. Dieses Gremium sei am Dienstag über die geplante Klage unterrichtet worden.

Es gehe im Wesentlichen um den Verkauf von fünf Karstadt-Immobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds, berichtete die Zeitung weiter. Die Gebäude in Potsdam, München, Karlsruhe, Leipzig und Wiesbaden seien an den Projektentwickler Josef Esch «deutlich unter Marktwert"» verkauft und dann zu «deutlich überhöhten Sätzen» zurückgemietet worden. Görg führe unter anderem an, die Mietverträge seien abgeschlossen worden, obwohl allen Beteiligten die «Nachteilhaftigkeit» bekannt gewesen sei.

Über die Höhe der Mieten streitet zurzeit auch der Käufer von Karstadt, der deutsche-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, mit dem Konsortium Highstreet, das einen Grossteil der Karstadt-Gebäude besitzt. Berggruen möchte deutliche Mietnachlässe erreichen. Nur unter dieser Bedingung tritt der Kaufvertrag auch in Kraft. Hinter Highstreet stehen unter anderem die US-Bank Goldman Sachs und die Deutsche Bank. (raa/afp)

Erstellt: 07.07.2010, 09:03 Uhr

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